Leserbriefe

"Nicht hinnehmbare Zustände"

Leser zu den nahezu täglichen Verspätungen, Störungen und Zug-Ausfällen bei der S-Bahn

Seit nun schon vier Jahren ist der S-Bahn-Verkehr in Berlin so schlecht wie nie zuvor. Nur mit Glück kamen bei dem Brand am Montag, der Entgleisung in Tegel und bei den vielen anderen Betriebsstörungen bisher kaum Menschen zu Schaden. Es ist unverständlich, wie passiv und gleichgültig Politik, Bahn und S-Bahn-Kunden auf diese skandalösen Zustände reagieren. Bereitwillig kommen die Fahrgäste früher als nötig zum S-Bahnhof, versuchen täglich aufs Neue, noch einen Platz in den verspäteten und überfüllten Zügen zu erhaschen, und bezahlen selbst nach der Frechheit, für diese desaströse Leistung auch noch eine Tariferhöhung zu verlangen, brav ihre Fahrscheine. Wie lange will man diesem Unternehmen noch den Betrieb der Berliner S-Bahn überlassen?

Thomas Seifert, Friedenau

Die aktuelle Situation der Berliner S-Bahn ist absolut inakzeptabel. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendeine Art von Störung auftritt, ob Winter oder Sommer. Der morgendliche Gang zum S-Bahnhof wird zum Glücksspiel, kommt die Bahn pünktlich, kommt sie überhaupt, kommt sie irgendwann, und passe ich noch hinein, fährt sie bis zum Ziel, oder endet sie einfach plötzlich und unerwartet an irgendeinem Bahnhof. Die Situation am Morgen und im Feierabendverkehr ist unwürdig. Die Bahnen beziehungsweise die Bahnsteige (besonders Gesundbrunnen, Frankfurter Allee, Alexanderplatz, Ostkreuz) sind zu den Stoßzeiten dermaßen überfüllt, dass man auf Treppen und Bahnsteigen Angst hat, totgetreten zu werden. Da frage ich mich, wie Menschen mit Kinderwagen oder Behinderungen das aushalten. Besonders Fahrgäste aus dem Süden Berlins müssen jeden Tag verzweifeln. Deren Bahnen kommen eigentlich nie pünktlich beziehungsweise fallen gleich ganz aus. Und wenn sie kommen, sind sie überfüllt. Es wird die meisten Kunden sicher freuen, wenn die Bahn wieder Rekordergebnisse erzielt, in die Welt expandiert und teure Bahnhöfe unter die Erde verlegt, wenn sie bei Minustemperaturen im Berufsverkehr 25 Minuten auf eine S-Bahn warten.

Moritz Holtz, per E-Mail

Merkwürdige Entscheidung für ein durchaus umstrittenes Bündnis

Zum Artikel: "Europa feiert seinen Friedensnobelpreis" vom 11. Dezember

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU ist ein Treppenwitz der Geschichte. Der Friede in Europa wird nicht durch das bürokratische Monster EU gewährleistet, das inzwischen von der Mehrheit der Bürger abgelehnt wird und Europa immer mehr spaltet, sondern durch die Einsicht ihrer Bürger. Dazu braucht es keinen zentralistischen Bundesstaat Europa, sondern vielmehr einen freien Staatenbund der Vaterländer im Sinne von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer. Und verliehen wurde dieser Preis stellvertretend ausgerechnet an die Leute, die momentan dabei sind, Europa und Deutschland mit der Bankrottwährung Euro zugrunde zu richten. Warum misst man dem Preis so viel Aufmerksamkeit bei, wo man doch weiß, dass nur einige wenige Norweger über die Vergabe entscheiden?

Herbert Gaiser, per E-Mail

Die Entscheidungen des Nobelpreiskomitees werden immer absurder, womöglich nur, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis zu ehren, ist in dieser Hinsicht ein Höhepunkt. Wir Europäer loben uns selbst und machen uns damit in der Welt lächerlich. Was kommt als Nächstes? Vielleicht der Friedensnobelpreis für die ganze Welt, weil sie friedliche Weltraumforschung betreibt und darauf verzichtet, andere Planeten unseres Sonnensystems anzugreifen?

Malte Krüger, Frohnau

Fahrzeuge mit alternativem Antrieb sind wegen hoher Preise unattraktiv

Zum Artikel: "Elektroautos: Extrem niedrige Nachfrage gefährdet Ziel der Regierung" vom 9. Dezember

Bundeskanzlerin Angela Merkel will bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren sehen, um auch dadurch den CO2-Ausstoß entscheidend senken zu können. Bis Ende November 2012 wurden aber lediglich 2695 Elektroautos in diesem Jahr in Deutschland zugelassen. Ein klares Indiz für Merkels und die von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) verfehlte Energiepolitik. Warum soll ich mich alternativ überhaupt für den Kauf eines Elektroautos entscheiden? Die Strompreise steigen doch seit der Energiewende ins Unermessliche. Und bei erhöhter Nachfrage würden die Strompreise für Autofahrer nach den Gesetzen der Marktwirtschaft weiter steigen. Mein Fazit: Der deutsche Autofahrer lässt sich lieber von den Mineralölkonzernen als von den Stromkonzernen abzocken, weil er die Merkels und Altmaiers nach dem Flop mit dem Biokraftstoff E10 als Strompreistreiber Nummer eins enttarnt hat.

Philip Kleinert, per E-Mail