Leserbriefe

"Auf Kosten der Gebührenzahler"

Leser zum Interview mit Hans-Peter Siebenhaar über die GEZ und die öffentlich-rechtlichen Sender

Ich kann der Kernaussage von Medienautor Hans-Peter Siebenhaar, "GEZ abschaffen, Fernsehkanäle einstellen", nur zustimmen. Als Erstmaßnahme sollte man das ZDF einstellen, denn bei Gründung des ZDF gab es keine privaten Sender. Wir brauchen nicht die "heute"-Nachrichten, die 20. Talkshow oder den 100. Krimi - alles, was bereits bei der ARD abgedeckt wird. Es muss auch nicht sein, dass sich beide Anstalten um Sportverwertungsrechte oder Hochzeiten in den Adelshäusern gegenseitig Konkurrenz machen. Und das alles auf Kosten der Gebührenzahler, die vielleicht sowieso schon längst zu den Privaten abgewandert sind. Ich kann auch nicht mehr nachvollziehen, was im Parlament durchgewinkt wird. Wie kann man eine Regelung abnicken, wonach jeder Haushalt mehrfach mit der neuen Gebührenordnung belastet wird, obwohl man nur an einem Ort ARD und ZDF sehen kann. Bei meiner Familie heißt das ab 1. Januar 2013 Dreifachbelastung: Erstens für die Wohnung, zweitens für einen beruflich bedingten Zweitwohnsitz und drittens für ein Wochenendgrundstück, das nur in den Sommermonaten nutzbar ist.

Manfred Weber, Baumschulenweg

Der öffentlich-rechtliche Rentnerfunk verliert, seit es das Internet gibt, die Jungen. Für die meisten Jungen ist der Fernseher nur noch das tägliche Schlafmittel der Eltern. Streamen ist in. Fernsehen? No go. Um das staatliche Probeliegen-Gedödel aufrechtzuerhalten, werden auch die Jungen jetzt dauerhaft zur Kasse gebeten. Sie müssen zahlen, ohne je eine Leistung auch nur zu wollen?

Dann ist das Verursacherprinzip, nach dem nur das zu zahlen ist, was man wenigstens bestellt hat, gestorben. Beim Fernsehen. Wegen politischer Schlafmittelüberdosierung. Mit dem gleichen neuen Unrecht fordere ich daher eine "Atemgebühr" pro Luftzug nur für die Jungen. Schließlich atmen die den Alten die Luft weg.

Michael Maresch, per E-Mail

Dieter Bohlen sollte ohne Thomas Gottschalk weitermachen

Zum Artikel: "Sinkende Quote" vom 10. Dezember

Das alte Familien-Schlachtschiff "Wetten, dass..?", das schon im Sinkflug war, hat Herr Gottschalk noch rechtzeitig verlassen. Jetzt bringt er auch noch Bohlens "Supertalent" ins Schlingern. Abgesehen davon, dass das alte Schlachtschiff schon lange überholt ist und durch eine bessere Sendung ersetzt werden muss, sollte der alternde Mann Gottschalk sich eingestehen, dass seine Zeit im Fernsehen zu Ende ist. Bohlen sollte ohne Gottschalk zu seiner gewohnten Lässigkeit zurückkehren, sonst geht auch diese Sendung auf Grund.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Absatzeinbruch liegt an verfehlter Modellpolitik

Zum Artikel: "Tod auf Raten" vom 10. Dezember

Die Autokrise hat längst Deutschland erreicht. Wenn in Bochum 2016 die Lichter in dieser Opel-Traditionsstadt nach über 50 Jahren endgültig ausgehen und unter Umständen 3000 Opelaner ihren Job verlieren, sollte sich das Opel-Management hier und in den USA bei General Motors (GM) mal fragen, ob Opel noch die marktgerechten Autos für Europa und die Welt baut. Der Absatzeinbruch bei Opel und die geringen Marktanteile hängen eng mit einer verfehlten Modellpolitik zusammen.

Albert Alten, per E-Mail

Nach dem Sozialabbau sollen jetzt wieder soziale Ziele zählen

Zum Artikel: "Peer Steinbrück wird mit 93,45 Prozent SPD-Kanzlerkandidat" vom 10. Dezember

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Ignoranz und Arroganz sich da ein Politiker in Szene setzt, wohlgemerkt ein sozialdemokratischer Politiker. Peer Steinbrück spricht ohne Schamesröte darüber, dass "das Maß der SPD die Balance zwischen ökonomischer Kraft und Würde" des Menschen sei, und will mit "mehr Sozialpolitik" zum Kanzler gekrönt werden. So spricht ein Politiker, der in vergangener Regierungsverantwortung mit für den schlimmsten Sozialabbau in Form des Hartz-IV-Gesetzes und der Rente mit 67 verantwortlich war, der Menschen nach vielen Arbeitsjahren und unverschuldeter Arbeitslosigkeit zu Staatsbettlern machte. Der dafür war, dass Menschen länger bis zur Rente arbeiten sollen, natürlich ohne Wertsteigerung, also quasi mit einer Rentenkürzung. Der für sich selbst Nebeneinkünfte für richtig hält, aber Nebeneinkünfte von Hartz-IV-Empfängern als anrechenbar gemäß der Hartz-IV-Anwendung erklärt. Und nun stellt er sich wieder hin und palavert jovial über soziale Ziele. Mir wird schlecht vor so viel Sozialpolitik. Wie viel sozial und wie viel Demokratie steckt noch in dieser SPD mit diesen Spitzenvertretern? Da stellt sich mir das Handeln von Frau Merkel und ihrer CDU doch als ehrlicher dar. Es steckt Kapitalismus drin, man hört, sieht und empfindet ihn. Nichts anderes erwartet man auch von ihr.

Bärbel Hartenstein, per E-Mail