Leserbriefe

"Teurer Spaß"

Leser zu den Ursachen der steigenden Strompreise ab 2013 und möglichen Folgen für die Verbraucher

Welch ein Funkeln und Glitzern der Weihnachtsbeleuchtung - stadtweit. Am Potsdamer Platz, dem Kurfürstendamm, bei manchem Haus oder auf vielen Balkonen hat man den Eindruck: Hier wird noch einmal so richtig aufgedreht, bevor im kommenden Jahr wegen der drastisch steigenden Strompreise auch diese Freude zu einem teuren Spaß wird, den sich viele Menschen - neben anderen weihnachtlichen Vergnügen - dann vielleicht auch nicht mehr leisten können. Es wird dunkler in Deutschland.

Gerlinde Höhne, Lankwitz

Das aktuelle Konzept der Bundesregierung hat das Ziel formuliert, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2020 auf 40 Prozent zu erhöhen. Das klingt zwar sehr umweltfreundlich, aber da die Förderung auf die Strompreise umgelegt wird, sind es in erster Linie wieder einmal die Bürger, die zur Kasse gebeten werden. Der Anteil der EEG-Umlage am Strompreis beträgt bisher 3,6 Cent pro Kilowattstunde und soll auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde angehoben werden. Damit beträgt die Belastung durch die Umlage für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Stromverbrauch von rund 3500 Kilowattstunden pro Jahr 185 Euro. Von der EEG-Umlage sind die Schwerindustrie sowie stromintensive Produktionsbetriebe befreit. Zusätzlich wurde die Befreiung jetzt auf weitere Bereiche ausgedehnt, wie etwa Verkehrsbetriebe oder Golfplätze. Für solche Betriebe entfällt damit jeder Anreiz zur Stromeinsparung. Umgekehrt belastet diese Befreiung die privaten Haushalte mit etwa 2,50 Euro pro Monat. Durch die inzwischen vorhandenen erheblichen Kapazitäten erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung (rund 22 Prozent) fallen die Strompreise an der Leipziger Börse zeitweise dramatisch. Diese Preissenkungen werden aber nicht an die Verbraucher weitergegeben. Dadurch werden die privaten Haushalte mit mehr als 200 Euro jährlich belastet. Damit ist eine Grenze erreicht, die für viele Haushalte nicht mehr vertretbar ist.

Heinrich Rösl, per E-Mail

Längst fälliges Vorgehen gegen verbale und kriminelle Brandstifter

Zum Artikel: "Ministerpräsidenten einigen sich auf neues NPD-Verbotsverfahren" vom 7. Dezember

In Deutschland gibt es zahlreiche Verbote - Tendenz steigend. Soll nun auch noch die NPD verboten werden? Ja, aber warum erst jetzt? Jahrzehntelang waren unsere Verfassungsorgane auf dem rechten Auge blind und haben es schlichtweg ignoriert, als der NSU mit Billigung oder sogar im Auftrag der NPD in Deutschland mordete.

Roland Klose, per E-Mail

Weltklimakonferenz in Doha ist an Unfähigkeit kaum noch zu überbieten

Zum Artikel: "Null Erwartung, null Enttäuschung" vom 8. Dezember

Das, was sich in Doha abgespielt hat, ist an Unfähigkeit kaum noch zu überbieten. Wenn 20.000 Politiker, Diplomaten und sonstige Delegierte bei einem so wichtigen Thema so wenig zustande bringen, dann frage ich mich, ob solche Veranstaltungen auf Kosten des Steuerzahlers überhaupt noch die Sache wert sind.

Christian Lukner, per E-Mail

Konsequente Vernachlässigung führt zur Explosion der Sanierungskosten

Zum Artikel: "Neue Senatorin - neuer Messechef" vom 6. Dezember

Die Strategie der Messe Berlin - bei der Deutschlandhalle bereits erfolgreich erprobt - ist klar: Das Internationale Congress Centrum (ICC) muss weg. Kein Zweifel, dass das mit freundlich-hilfloser Unterstützung des Berliner Senats auch gelingt. Die simple Methode heißt: Eine konsequente Vernachlässigung der Instandsetzung führt zwangsläufig zu einer Explosion der Sanierungskosten. Jetzt genügt es, die Kosten für einen Ersatzbau niedrig zu veranschlagen - wobei es natürlich die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass diese Rechnung eine Milchmädchenrechnung ist. Wann werden denn bei Neubauten in Berlin schon die geplanten Kosten eingehalten?

D. Pawlowski, per E-Mail

Uefa muss die Kosten für Neubauten und notwendige Infrastruktur tragen

Zum Artikel: "Eine Fußball-EM für ganz Europa" vom 7. Dezember

Natürlich freue ich mich auf die Fußball-Europameisterschaften. Da es sich um eine private Veranstaltung der Uefa handelt, sollten allerdings auch die Kosten für den Neu- oder Ausbau von Stadien, Mieten und Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur einschließlich der Sicherheitsdienste (Polizei) vom Veranstalter und nicht vom Steuerzahler getragen werden.

Klaus Salomon, per E-Mail