Leserbriefe

"Bei der Sicherheit wurde gespart"

Leser zu den tödlichen Arbeitsunfällen auf der BER-Baustelle und dem Streit über die Nachtflüge

Man darf sich nicht wundern, dass es auf der Blamagebaustelle BER auch schon Tote gegeben hat. Offenbar haben sich Subunternehmen auf Kosten der Menschen und deren Sicherheit eine goldene Nase verdient. Wenn Arbeiter eingestellt werden, die drei bis fünf Euro pro Stunde verdienen, und die auch schlechter bis gar nicht eingewiesen werden, dann hat die gesamte Bauaufsicht dieses Projekts bei den Kontrollen erbärmlich versagt. Es ist inzwischen viel Geld vergeudet worden. Mit besser und richtig bezahlten Fachkräften wäre man vermutlich schon fertig. Wann geht es endlich weiter?

Günter Dobberschütz, Rudow

106.322 Brandenburger votierten per Unterschrift für ein Nachtflugverbot. Das ist auch eine Quittung für fast 15 Jahre nahezu mafiosen Politikstils, mit der ein Großflughafen in extrem dicht besiedeltes Gebiet gedrückt wurde - eine Fehlplanung von Anfang an. Dass es ein Projekt der roten Zahlen wird, mit seiner subventionierten Billigfliegerei, extrem klimaschädlich obendrein, beschreibt Frank Welskop in seinem Buch "BBI - Ein neuer Berliner Bankenskandal" zu Recht. Mittel für soziale Zwecke werden gekürzt, damit zusätzliche Milliarden in Schönefeld verbuddelt werden können. Nun ist Rot-Rot in Brandenburg nicht einmal bereit, die Nachruhe von 22 bis 6 Uhr zu gewährleisten. Zu Recht warnt die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Dagmar Enkelmann davor, dass sich der Volkszorn wie bei Stuttgart 21 zu einem Großkonflikt entwickeln kann.

Marko Ferst, Gosen

Klagen auf hohem Niveau trotz zahlreicher Vergünstigungen

Zum Artikel ",Das geht zulasten der Schüler'" vom 6. Dezember

Seit vielen Jahren verfolge ich die Artikel über unsere Lehrer wegen Krankenstand, Klagen über die veränderte Klientel der Schüler, Wegfall von Teilen des Weihnachtsgeldes, aktuell über die Arbeitszeitkonten und vieles mehr. Ich weiß sehr wohl die Erziehungsleistungen der Lehrer zu schätzen. Aber wer sagt denn unseren Lehrern mal, dass ein normaler Arbeitnehmer keine Arbeitszeit von 28 Wochenstunden hat, keine 72 Tage Urlaub beziehungsweise arbeitsfreie/unterrichtsfreie Tage im Jahr. Lehrer leben heutzutage wie im Schlaraffenland und wollen es sich immer besser gehen lassen. Die meisten in unserer Gesellschaft müssen Zugeständnisse hinsichtlich Arbeitszeiten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld machen, die Angst um den Arbeitsplatz immer mehr Menschen erleben. Wie viele von denen haben zwei oder gar mehrere Jobs und verdienen doch nicht mehr als das Existenzminimum.

Heike Pätzoldt, per E-Mail

Autofahrer sollen offensichtlich mit Tempo 20 abgeschreckt werden

Zum Artikel: "Bundesministerium will B 2 in Malchow überprüfen" vom 7. Dezember

Wie richtig beschrieben wird, fahren täglich etwa 27.000 Fahrzeuge durch den Ortsteil Malchow.

Für eine Bundesstraße und Zubringer zum Autobahnkreuz Weißensee aber sicher keine ungewöhnlich hohe Zahl. Für den Wunsch der Anwohner nach einer Umgehungsstraße habe ich aber trotzdem volles Verständnis. Der dort werktags herrschende Dauerstau ist aber auch dadurch verursacht, dass dort seit Jahren Tempo 20 zu fahren ist. Angebliche starke Straßenschäden, die dieses Tempo erforderlich machen, konnte ich nirgends sehen. Die Straße ist nicht schlechter als vielerorts in Berlin leider Standard. Wenn man gewollt hätte, wäre in den vergangenen Jahren sicherlich Zeit gewesen, Reparaturen vorzunehmen oder sogenannten Flüsterasphalt zu verarbeiten. Wenn dort normal Tempo 50 wäre, wie auf Hauptstraßen üblich, wäre der Verkehr auch flüssiger. Einziger Sinn dieser ortsteilegoistischen Maßnahme ist es wohl, Autofahrer auf andere Autobahnzubringer zu zwingen.

Eckhard Paetz, Weißensee

Kabellose Hochfrequenztechnik hat durchaus Gesundheitsrisiken

Zum Artikel: "Die Zukunft des Lernens ist mobil" vom 3. Dezember

Mit Entsetzen las ich über das geplante Projekt des Senats, an Berliner Schulen WLan betriebene iPads zu verwenden. Man tut so, als würden die Geräte von Zauberhand bedient und seien völlig unbedenklich. Sind die verantwortlichen Pädagogen denn so unwissend, dass sie noch nie etwas von gesundheitlicher Bedenklichkeit der kabellosen Hochfrequenztechnik gehört haben? Der Europarat warnte 2011 vor den Folgen des Mobilfunks insbesondere für Kinder und Jugendliche, der internationale Ärzteappell und auch die WHO riefen 2012 erneut zum kritischen Umgang mit WLan und Handys an Schulen und öffentlichen Gebäuden auf und empfahlen, auf kabelgebundene Internetverbindungen zurückzugreifen.

S. Zajac, per E-Mail