Leserbriefe

"Zu wenig Gestaltungswille"

Leser zu einem Jahr rot-schwarzer Senat und den aktuellen Umfragewerten im Berlin-Trend

Es ist kein Wunder, wenn die Umfragewerte im Keller sind. Die Politik reagiert ja nur, von aktiver Gestaltung kann keine Rede sein. Seien es die unzureichenden Maßnahmen bei Kriminalitäts- und Gewaltbekämpfung oder bei wichtigen Infrastrukturprojekten wie dem BER. Berlin lebt noch zu sehr von den Errungenschaften der Vergangenheit, statt in die Zukunft zu schauen. Hinzu kommen unglückliche Personalquerelen, die nicht gerade das öffentliche Erscheinungsbild fördern.

Christoph Luban, per E-Mail

Im Koalitionsvertrag ist im Bereich Wirtschaftspolitik vereinbart, dass die Kompetenzbranchen wie Mobilität, Medizin sowie die Informations- und Kommunikationstechnologie weiterentwickelt werden sollen. Diese Branchen haben in unserer Stadt ein überdurchschnittliches Wachstum. Zudem haben wir hier eine historische Kompetenz vorzuweisen, sodass man diese Branchen auch gut mit dem Namen Berlin vermarkten kann. Dies wäre im Rahmen der geplanten Fusion der Technologiestiftung Berlin (TSB) sowie dem Wirtschaftsförderer Berlin-Partner möglich. Für Irritationen sorgte bei mir eine Aussage von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU), die erklärte, dass Cluster "nicht in Stein gemeißelt seien". Ich hoffe sehr, dass sie sich im Interesse bestmöglicher wirtschaftspolitischer Leitlinien und der wirtschaftlichen Entwicklung Berlins diesbezüglich an den Koalitionsvertrag hält.

Holger Voss, Spandau

Wirtschaftlicher Schaden auch wegen unklarer Zukunft des ICC

Zum Artikel: "Berliner Kongressgeschäft bricht im nächsten Jahr ein" vom 5. Dezember

Diese Reaktion der Kunden im weltweit heiß umworbenen Markt der Kongresse war vorhersehbar. Wohl kein Organisator für Kongresse mit vielen, teils hoch spezialisierten Teilnehmern will auch nur das geringste Risiko in seiner Planung haben. Also verlässt er sich auf sichere Zusagen und nicht auf zögerliches und spekulatives Gerede über die Zukunft eines der besten und viel ausgezeichneten Kongresszentren der Welt, das ICC. Vom Rückgang betroffen sind auch die Hotellerie, Gastronomie, Verkehrsunternehmen, das Taxigewerbe und der Einzelhandel. Der Tourismus, speziell der hochwertige Kongresstourismus, ist für unsere Stadt wichtig. Hoffen wir also auf eine klare und verlässliche Aussage zur Zukunft des ICC.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Strapazierte Klischees werden der Wirklichkeit nicht gerecht

Zum Artikel: "Botschafter trifft Platte" v. 1. Dezember

Müssen denn 22 Jahre nach dem Mauerfall die vielfach strapazierten Klischees immer noch bemüht werden? Sollte es nicht normal sein, dass ein Mitglied des Deutschen Bundestages den Chefdiplomaten eines Landes zu einem öffentlichen Vortrag einlädt? Muss es immer Dahlem oder Charlottenburg sein? Offenbar hatte US-Botschafter Murphy keine Berührungsängste. Im Publikum saßen vermutlich nicht nur Funktionäre der Linkspartei und alte Stasi-Leute, sondern ganz normale, politisch interessierte Menschen. Schließlich mussten im Artikel sogar noch die "tristen Mehrgeschosser" mit den blassen Farben herhalten. Die Hochhäuser in der Gropiusstadt oder im Hansaviertel sehen im Novemberregen vermutlich auch nicht freundlicher aus. Mit einer solchen Berichterstattung finden Sie keinen Beifall und keine Zustimmung beim Lichtenberger Normalbürger. Der Botschafter erhielt für seine informativen Ausführungen, die Art seines Vortrages und seine Bemühungen, so viel wie möglich deutsch zu sprechen, zu Recht viel Beifall.

Dieter Görsdorf, per E-Mail

BVG geht nur halbherzig gegen Vandalismus und Drogenhandel vor

Zum Artikel: "Zugriff im Berufsverkehr" vom 5. Dezember

Was ist bloß mit der BVG los? Da gründen Menschen eine Bürgerinitiative, da sie sich zunehmend unsicher auf der U-Bahn-Linie 8 fühlen, und beschweren sich sogar bei Bezirksämtern und Polizei. Jedes Unternehmen der Privatwirtschaft würde umgehend handeln, wenn sich bei ihm Drogenhandel, Vandalismus oder eine Trinkerszene etabliert, nur die BVG-Verantwortlichen handeln halbherzig, widerwillig oder gar nicht. Die U-Bahnhöfe verkommen immer mehr, und die Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta fordert ,,noch mehr Respekt im Nahverkehr". Als BVG-Chefin muss sie dafür sorgen, dass Menschen sich wieder sicher fühlen auf U-Bahnhöfen, anstatt derart unsinnige Sprüche zu klopfen. Es gibt gut 2000 Kameras auf 173 U-Bahnhöfen, diese müssen auch genutzt werden, um Vandalismus und Trinkerszene, die es auf vielen Bahnhöfen gibt, umgehend zu verfolgen und auszutrocknen, dann würden viele strafbare Handlungen nicht erst entstehen.

Klaus Okrafka, per E-Mail