Leserbriefe

"Geld für Spekulanten"

Leser zu weiteren EU-Finanzhilfen für Griechenland, die Deutschland mit 730 Millionen Euro belasten

Es ist immer dasselbe, kurz vor der Pleite kommt die rettende Geldspritze aus Deutschland. Wie lange soll das noch so gehen? Es ist absehbar, dass Griechenland so schnell nicht aus der Misere herauskommt. Es fehlt der Wille. Ein Schuldenschnitt wäre allemal besser, er dürfte früher oder später sowieso dazu kommen. Das wird dann allerdings wirklich teuer.

Christian Lukner, per E-Mail

Ich glaube, ich würde zum ersten Mal in meinem Leben auf die Straße gehen und protestieren, wenn sich noch mehr Leute finden, die sich das nicht mehr gefallen lassen wollen, dass Deutschland ständig der Zahler ist und sich dafür noch von den Griechen beschimpfen lassen muss.

Regina Kröning, Spandau

Ich werde keinen Urlaub mehr in Griechenland machen, nicht mehr zum Griechen essen gehen und auf Waren aus Griechenland verzichten. Wenn die Griechen durch Streiks ihre Wirtschaft zerstören und dann wieder neues Geld wollen, geht das so nicht weiter. Da streike ich auch.

D. Treibmann, per E-Mail

Warum gehen die Euro-Länder nicht als Pfand für die Hilfskredite an Griechenlands Goldreserven heran? Vermutlich würde Griechenland so seine Schulden sofort loswerden.

Barbara Schröter, per E-Mail

Die kurzsichtige und unverantwortliche Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht aufgehen. Die jetzt an Griechenland auszuzahlenden Milliarden kommen nicht dem griechischen Volk zugute, das immer weiter verarmt, sondern fließen spekulierenden Banken zu, die auf unsere Kosten riesige Gewinne machen. Das ist ein Wirtschaftsverbrechen, das von Merkel und Co. inszeniert wurde, um die ausweglose Situation bis zur Bundestagswahl zu verschleiern. Doch der Zusammenbruch des überschuldeten und nur künstlich am Leben erhaltenen Euro wird vorher erfolgen. Unverständlich ist, dass die Mehrheit der Deutschen dieses kommende Chaos nicht sehen will. Bundestagsabgeordnete, die für den neuerlichen Kredit an Griechenland stimmen, missbrauchen ihren Wählerauftrag.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Besteuerungsvorschlag der Koalition ist schlechte Lösung

Zum Artikel: "Kein Geld aus der Schweiz" vom 24. November

Bei dem von der Bundesregierung ausgehandelten Steuerabkommen mit der Schweiz muss man sich als Normalbürger, der ordentlich seine Steuern in Deutschland zahlt, wie ein Trottel vorkommen. Gerade Finanzminister Wolfgang Schäuble und die gesamte CDU wollen uns immer wieder weismachen, dass man mit dieser Besteuerung deutscher Steuersünder in der Schweiz den großen Coup gelandet hat. Das Gegenteil ist der Fall, denn Finanzexperten haben errechnet, dass man bei einer richtigen Versteuerung der Einkommen und Vermögen auf deutschen Bankkonten mehr als das Dreifache an Steuereinnahmen für den Staat verbuchen könnte. Man sollte sich vielmehr ein Beispiel an den USA nehmen, denn die haben ein besseres Abkommen mit der Schweiz ausgehandelt. Deshalb sollte die Opposition bei ihrer strikten Ablehnung bleiben und auf keinen Kuhhandel im Vermittlungsausschuss eingehen. Und auch auf die Äußerungen des Bundestagsabgeordneten Frank Steffel (CDU), der angeblich so um das Wohl Berlins besorgt ist, können wir in diesem Zusammenhang verzichten. Man sollte in ganz Europa Regeln schaffen, die kriminelle Steuerparadiese von vornherein ausschließen. Das würde nicht nur Deutschland, sondern auch Griechenland in der Euro-Krise helfen.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Kaum noch nachvollziehbare Steuergeschenke

Zum Artikel: "Schwarz-Gelb plant Gutscheine für Haushaltshilfen" vom 26. November

Ich bin wie Millionen andere Deutsche auch Steuerzahler in diesem Lande. Der Staat benötigt mein Geld, um sinnvolle Ausgaben tätigen zu können. Was aber um Himmels willen gibt ihm das Recht, dieses Geld sinnlos an andere zu transferieren, denen es gut oder sogar besser geht als mir. Es fing an mit einem Dankeschön in Form eines Steuergeschenks an die Hoteliers dieses Landes. Der Stromverbrauch von Großbetrieben wird auf meine Kosten subventioniert. Mit dem Elterngeld wird die Möglichkeit eingeräumt, den Kita-Ausbau zu bremsen, und Erziehende können auf meine Kosten zu Hause bleiben. Wer dennoch - wiederum auf meinem Rücken - Karriere machen will, dem wollen die Familienpolitiker nun zu einem satten Gehalt eine Haushaltshilfe schenken. Wer von denen da oben denkt an die Senkung der Benzinsteuern oder wer von den Regierenden denkt an die Dämpfung der Energiekosten durch Steuererleichterungen?

H. Friedrich, Hoppegarten