Leserbriefe

"Mehr Pünktlichkeit und Service"

Leser zu den finanziellen Problemen der BVG und dem Verlust von 58 Millionen Euro in diesem Jahr

Die BVG trägt selbst Mitschuld an ihrer finanziellen Misere. Gemäß einem mit der Stadt Berlin vereinbarten Verkehrsvertrag werden die finanziellen Zuschüsse im Falle von Verspätungen gekürzt. Hierfür zwei Beispiele für mittlerweile anhaltende Unregelmäßigkeiten und Verspätungen beim Fahrplan. Kürzlich wollte ich in der Nähe der Landesbibliothek mit der Linie M48 in Richtung Potsdamer Platz fahren. Dort fielen drei Busse hintereinander aus, sodass ich zu einer für mich wichtigen Diskussion im Abgeordnetenhaus zu spät kam. Auch sonst muss man bei dieser Linie seit Wochen Unregelmäßigkeiten feststellen. Auch auf der Linie M41 ist die BVG dauerhaft unzuverlässig. Wenn ich am Hauptbahnhof mit der Linie fahren möchte, erlebe ich öfter, dass die Busfahrer bis zu zehn Minuten später vom Wendepunkt losfahren. Auf Beschwerden reagiert die BVG dann größtenteils mit standardisierten Schreiben. Bessere Erfahrungen mit Nahverkehrsbussen mache ich mit der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam auf der Strecke Potsdam-Spandau sowie der Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) mit deren Linie 136 in Spandau. Von daher hoffe ich, dass vielleicht diese zuverlässigen Nahverkehrsbetriebe den Zuschlag für unseren Busverkehr in Berlin bei der Neuausschreibung ab dem Jahre 2020 erhalten.

Holger Voss, Spandau

Die Strategie der BVG erscheint unternehmerisch nicht ganz bis zu Ende gedacht. Denn eine Einnahmenerhöhung funktioniert in der Regel weniger über teurere Preise als vielmehr moderne Zusatzangebote. Dadurch ergibt sich zudem der Vorteil, dass man gerade bei der Kundenzufriedenheit erheblich punkten kann. Deswegen sollte man zum Beispiel eher darüber nachdenken, wie in den 20er-Jahren in den Zügen Snacks und Zeitungen sowie diverse andere Dinge, die für die Fahrgäste von Nutzen sein könnten, anzubieten.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Politik sollte Erfahrungen von Experten an der Basis berücksichtigen

Zum Artikel: "Milde Strafen sind ein fatales Signal" vom 25. November

Hoffentlich haben viele Minister des Bundes und der Länder, Abgeordnete des Bundestages und der Länderparlamente einschließlich der Spitzenpolitiker aller demokratischen Parteien, die zurzeit im Bundestag vertreten sind, diesen Artikel gelesen. Ich ziehe den Hut vor dem Sozialarbeiter Ercan Yasoroglu, der Autorin Gülcin Wilhelm und der ehemaligen Jugendrichterin Bärbel Freudenberg-Pilster, dass sie das ausgesprochen haben, was die meisten Menschen in Deutschland denken, aber die Parteien und Politiker in Deutschland nicht sehen und hören wollen. Warum akzeptiert die Politik nicht Erfahrungswerte und Meinungen von Menschen der Basis? Alle Innenminister sollten kurzfristig handeln und die Parteien in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl festschreiben, dass sie sich verpflichten, die volle Strafmündigkeit von 21 auf 18 Jahre zu senken und auch für härtere Strafen bei Gewaltverbrechen zu plädieren. Dies ist auch eine Gelegenheit für die Parteien, dem Wahlfrust der Bürger zu begegnen.

Wolfgang Priese, per E-Mail

Vorhandenes Geld wird häufig für falsche Projekte ausgegeben

Zum Artikel: "Experten fordern Parkmanager für den Großen Tiergarten" vom 17. November

Ich bin gebürtige Berlinerin, Jahrgang 1915. Beim Lesen der Morgenpost fällt auf, das die schlimmen Nachrichten überwiegen. So werden in Berlin nahezu täglich Nichtigkeiten in großem Rahmen gefeiert, aber das Geld reicht nicht für den Erhalt unserer grünen Stadt. Das Geld reicht nicht für genügend Polizeibeamte, die Verwaltung hat zu wenig Mitarbeiter, weil die Ausbildung seit Jahren versäumt wurde. Die Zahl der Gewalttaten und Einbrüche steigt rasant an. Veranstaltungen aller Couleurs verstopfen die Straßen, ganz abgesehen von den Milliarden für den verplanten Weltflughafen, wird das Steuergeld in zahlreiche Fantasieprojekte gesteckt. Kurz und gut: Unsere schöne Stadt Berlin hat Glanz verloren und benötigt kluge Köpfe. Klaus Wowereit ist es leider nicht.

Eva Wittwer, Märkisches Viertel

Parteiübergreifend ein tragfähiges Einwanderungspaket schnüren

Zum Artikel: "Lernen von Kanada" vom 24. November

In Deutschland fehlen rund 120.000 Fachkräfte, vom Informatiker, Techniker bis zum Mathematiker. Aber CDU/CSU, SPD, FDP und die Grünen sind nicht in der Lage, parteiübergreifend ein tragfähiges Einwanderungspaket zu schnüren. Deutschland ist auf gut ausgebildete Arbeitnehmer angewiesen, da die für Deutschlands Zukunft äußerst wichtig sind. Alle wissen dies seit Jahren, aber es wird Politik gegeneinander gemacht, statt gemeinsam ein tragfähiges Einwanderungskonzept für Deutschland auf den Weg zu bringen.

Klaus Okrafka, per E-Mail