Leserbriefe

"Klare Regularien erforderlich"

Leser zu dem Verdacht des sexuellen Übergriffs eines Charité-Pflegers bei einer minderjährigen Patientin

Es ist kaum zu glauben, dass Charité-Chef Karl Max Einhäupl von einem Missbrauchsfall erfährt, um den sich sein ärztlicher Direktor und die Pflegedienstleitung kümmern, und nicht danach gefragt haben will, ob die Polizei wegen des Vorfalls benachrichtigt wurde. Ferner hat der Aufsichtsrat zufällig vor Kenntnis des Missbrauchsfalles die Entwicklung eines, auch für andere Häuser als Modell fungierendes, Kommunikationskonzeptes beschlossen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ein sofortiges Einschalten der Polizei lehnt Einhäupl aus Fürsorge für den Mitarbeiter ab. Er bevorzugt vorherige eigene Untersuchungen, obwohl er wissen sollte, dass er damit die Ermittlungen der zuständigen Strafverfolgungsbehörden erheblich behindert und die Bestrafung eventuell vereitelt. Dieses Verhalten kann in einem rechtsstaatlichen System nicht hingenommen werden.

B. Kutin, per E-Mail

Die Soziologin Sigrid Richter-Unger schlägt im Morgenpost-Interview richtig vor, dass es eine klinikinterne Regelung geben muss, wie mit solchen Situationen umgegangen werden kann. Das behandelt aber nur das Symptom und nicht die Krankheit. Viel wichtiger ist es, dass dieser Mensch nie wieder in Kontakt mit Patienten gerät, da er - nach bisherigem Stand der Berichterstattung zu vermuten - nicht in der Lage ist, den wichtigsten Wert der beruflichen Gesundheits- und Krankenpflege, die Fürsorge, zu verwirklichen. Selbst wenn es klinikinterne Regelungen gibt, wird dies nicht verhindern, dass er in einer anderen Klinik angestellt werden kann. Was hier fehlt, ist eine berufliche Selbstverwaltung der Pflegeberufe. Dadurch würden die Interessen der Bevölkerung an einer guten Pflege durch zentrale Registrierung sichergestellt. Dies beinhaltet, dass die rechtmäßige Ausübung des Berufes überwacht werden kann.

Ruth Ahrens, per E-Mail

Enormer Preisdruck bedingt schlechte Arbeitsbedingungen

Zum Artikel: "Der Preis eines billigen T-Shirts" vom 26. November

Ein technischer Defekt und der mangelnde Brandschutz sind verantwortlich für die vielen Opfer bei der Brandkatastrophe in Bangladesch. Nur wirklich verantwortlich sind wir, die Verbraucher in den Industrieländern, sowie die Einzelhändler und Discounter. Wie soll ein Unternehmer ein Mindestmaß in den Brandschutz und sichere elektrische Anlagen investieren, wenn er wegen der Preise ständig unter Druck steht? Was bleibt für ihn übrig, wenn ein T-Shirt hier im Verkauf nur sechs Euro kosten soll, wo Kosten und Gewinne vom Einzelhändler, den Zwischenhändlern, dem Transport, Löhnen sowie Materialeinsatz noch abzuziehen sind? An wie vielen Shirts, Pullovern oder Hosen, die auf unseren Ladentischen liegen, klebt das Blut dieser Opfer? Wir alle tragen eine Mitschuld.

Bernhard Adomeit, Sommerfeld

Einheitliche Verkehrsregelung innerhalb der EU wäre ratsam

Zum Artikel: "Jetzt blinkt der Ampelmann" vom 23. November

Warum muss Verkehrssenator Michael Müller (SPD) das Rad neu erfinden? Warum Geld ausgeben, das woanders dringender benötigt wird als für Versuche an drei Ampelanlagen? Berlin liegt mitten in Europa. Da könnte man erwarten, dass Müller sich an europäischen Vorbildern orientiert, die seit Jahren erfolgreich funktionieren und mehr Sicherheit für die Fußgänger gebracht haben. Ich denke da etwa an die am Ende der Grünphase blinkenden Ampeln. Müller sollte sich dafür einsetzen, dass innerhalb der EU in Verkehrsfragen auf einheitliche Lösungen hingearbeitet wird.

Karl Lichtenberg, per E-Mail

Profifußball sollte nicht über Zuschauer finanziert werden

Zum Artikel: "Klubs der Ersten und Zweiten Liga erhalten mehr TV-Geld" vom 15. November

Für alle Fußballvereine sollen im kommenden Jahr die TV-Einnahmen um etwa 216 Millionen Euro aufgestockt werden. Mit welchem Recht wird Fernsehgeld an wohlhabende Fußballvereine wie etwa Bayern München weitergereicht, die allein im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 373 Millionen Euro ausweisen?

Manfred Pohle, Bukow

Das Bambi ist tatsächlich ein Hirschkälbchen

Zum Artikel: "Im Zeichen des Rehkitzes" vom 23. November

Der Begriff Rehkitz klingt ja sehr niedlich und macht diesen Bambi-Preis damit richtig sympathisch. Allerdings ist Bambi gar kein Rehkitz, sondern ein Hirschkälbchen. Das Vorbild für Bambi waren die Virginia- oder Schwarzwedelhirsche. In ganz Amerika gibt es keine Rehe.

Christa Link, per E-Mail