Leserbriefe

"Absehbarer Interessenkonflikt"

Leser zu der Brandenburger Initiative gegen Nachtflüge am Großflughafen BER

Es ist zu befürchten, dass das Volksbegehren zumindest für die Initiatoren erfolgreich werden könnte. In den verbleibenden Tagen können durchaus noch die fehlenden Stimmen zusammenkommen. Nicht nachvollziehbar sind für mich die Argumente der Initiatoren. Zum einen behaupten sie, dass es in unserer Region keine wirtschaftlichen Grundlagen für Nachtflüge gäbe, obwohl Berlins größter Industriebetrieb Siemens Ersatzteile für seine Gasturbinen mittels Luftfracht transportiert. Des Weiteren kritisieren sie nur einseitig die Lärmauswirkungen des Luftverkehrs, obwohl der Straßenverkehr genauso viel Lärm verursachen kann. Von daher spreche ich hierbei von einer einseitigen Kampagne gegen die Luftverkehrswirtschaft. Sollte das Volksbegehren erfolgreich sein, wird die Abstimmung im brandenburgischen Landtag spannend. Finanzminister Helmuth Markov (Linke) hat für diesen Fall bereits erklärt, dass sich seine Partei dann für ein Nachtflugverbot ausspricht. Sein Parteifreund und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers ist kürzlich hingegen mit einer zusätzlichen Lufthansa-Ansiedlung wegen unzureichender Flugbetriebszeiten gescheitert.

Holger Voss, Spandau

Alle Beteiligten sollten ihre Rolle beim Debakel genau hinterfragen

Zum Artikel: "BER: Architekt von Gerkan kritisiert die Politik" vom 19. November

Mittlerweile scheint es der Normalzustand zu sein, die Schuld am schier endlosen BER-Debakel nur noch in der Politik zu suchen. Wahrhaft war und ist die Arbeit des Flughafen-Aufsichtsrates mangelhaft. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit plant und baut den Flughafen allerdings nicht selbst. Vielleicht sollten einige der Architekten, Planer und Bauleute einmal selbstkritisch ihre Arbeit beleuchten und sich fragen, ob und wie gut sie ihr Handwerk beherrschen und ob das Fachwissen dazu ausreicht, ein für Berlin so wichtiges Projekt mit zu gestalten.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Aufregung vor dem Klimagipfel dient dem Handel mit CO2-Zertifikaten

Zum Artikel: "Forscher warnen vor Hitzewellen auf der Erde" vom 20. November

Am 26. November beginnt die nächste Weltklimakonferenz in Doha (Katar). Und wie vor jeder Klimakonferenz werden wir mit der angeblich drohenden Klimakatastrophe verschreckt. Deren Verkünder sagen der Erde den Fiebertod voraus. Das ist Unfug. Hauptursache des Klimawandels sollen die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen durch die Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen sein. Doch dafür gibt es bis heute keinen einzigen wissenschaftlich belastbaren Beweis. Im Gegenteil. Trotz der von 2010 bis 2011 weltweit erneut um 1000 Millionen Tonnen gestiegenen CO2-Emissionen findet eine globale Erwärmung der Erde nicht statt. Trotzdem wird das ständig behauptet. Warum? Neue und zusätzliche Abgaben und Steuern auf CO2-Emissionen wären dem Bürger sonst nicht begründbar. Warum sollten wir eine Luftverkehrsabgabe auf den CO2-Ausstoß leisten? Der hochprofitable CO2-Zertifikate-Handel wäre sinnlos.

Dr. Helmut Pöltelt, Ahrensfelde

Einnahmen für Gehaltsanpassung bei den Berliner Beamten nutzen

Zum Artikel: "Berlin macht wieder Kasse" vom 16. November

Es ist ein Skandal, wie der Senat Geld verschwendet und die BER-Mehrkosten so einfach mit links aus der Portokasse finanziert. Wenn der Berliner Haushalt in den kommenden Jahren wirklich mit so viel Mehreinnahmen rechnen kann, dann sollte man damit zuerst den finanziellen Verpflichtungen gegenüber seinen Beschäftigten nachkommen, denn noch immer verdienen Polizisten, Lehrer und sonstige Verwaltungsbeamte bis zu 15 Prozent weniger als vergleichbare Kollegen etwa in Brandenburg oder Hamburg. Klaus Wowereit und Finanzsenator Ulrich Nußbaum sind aufgefordert, Farbe zu bekennen und ihre Taktiererei zu beenden. Die Gewerkschaften sollten dabei eine tragende Rolle spielen und ihre in der Vergangenheit viel zu kompromissfreudige Haltung aufgeben. Die Geduld der Beamten ist am Ende.

Christian Bojé, per E-Mail

Christliche Wurzeln von Krippenspiel und Turmbläsern nicht vergessen

Zum Artikel: "'Es ist nie zu früh für einen Weihnachtsmarkt'" vom 23. November

Weihnachtsmärkte mit Krippenspiel, Konzerten und Turmbläsern sind zwar kommerzialisiert, haben aber alle eine christliche Wurzel. Verehrte Pastoren, Bischöfe, Kardinäle und Päpste: Sägen sie nicht den Ast ab, auf dem sie sitzen. Ein besseres kostenloses und weltumspannendes Marketing können die Kirchen nicht erhalten.

Heinrich Mathew, per E-Mail