Leserbriefe

"Eine Frau hätte es auch getan"

Leser zur Einigung des Berliner Senats auf Klaus Kandt als neuen Polizeipräsidenten

Nicht, dass ich Klaus Kandt auf sein Parteibuch reduzieren will. Parteibücher haben andere in diversen Positionen auch. Mehr als bedauerlich ist das Beiseiteschieben von Polizeivizepräsidentin Margarethe Koppers, die in den anderthalb Jahren als kommissarische Polizeipräsidentin bewiesen hat, dass sie jegliche Qualifikation für das Amt hat. Diese Entscheidung konterkariert das derzeitige Gerede über die Frauenquote und demaskiert es als rein populistisch. Innensenator Frank Henkel (CDU) hat eine erstklassige Chance vertan, sich für die Sache der Frauen in Führungspositionen starkzumachen. Anscheinend war Frau Koppers dem Innensenator nicht servil genug.

Robert Nickel, Steglitz

Es ist also alles nur heiße Luft mit der Frauenquote. Die Chance hat man in Berlin vertan, eine Frau an die Spitze der Polizei zu bringen. Vermutlich, weil sie nicht das richtige Parteibuch hat.

Joachim Pohlke, per E-Mail

Nun ist es offensichtlich: Frank Henkel hat Probleme mit Frauen im Amt. Erst findet er keine CDU-Frau für den Senat, dann die falsche für das Wirtschaftsressort, von der er sich schnell wieder trennt. Dann lässt er die Präsidentin des Amtes für Verfassungsschutz gehen, obwohl andere die wichtigen Akten vernichtet haben. Sofort hat Henkel einen Mann als Ersatz. Und jetzt der von ihm favorisierte Mann als Polizeipräsident, nachdem monatelang alles bestens von Frau Koppers geregelt wurde und sie sich Hoffnungen auf das Amt machen konnte. Henkel ist nun umgeben von einem Tross von Männern. Damit verstärkt er den Eindruck, dass die CDU durchsetzt ist von Männern, die immer noch glauben, sie müssten für die Frauen mitdenken. Dazu passt auch die Aufforderung des CDU-Generalsekretärs, eine Frauenquote nicht zu unterstützen.

Christine Schulze, Hakenfelde

Verschwinden des Namens Schering ist großer Verlust für Berlin

Zum Artikel: "Pharmaindustrie in Berlin boomt" vom 20. November

Mit Freude lese ich, dass es wenigstens einer Branche gut geht. Es würde dem Industriestandort Berlin noch besser gehen, wenn die Verantwortlichen beim Verkauf von Schering an Bayer professioneller und geschichtsträchtiger gearbeitet hätten, denn immerhin ist Berlin der Geburtsort des Hauses Schering. Was wurde uns vorgegaukelt, Schering bleibt mit Namen und Forschung in Berlin. Was ist heute? Der Name ist weg, der größte Teil der Forschung ausgelagert. Eine Schande, dass dies zugelassen wurde.

Christoph A. Weidlich, Schöneberg

Ignorante Politik gegenüber dem Willen der Bürger

Zum Artikel: "Menschenkette gegen Abbau von Gaslaternen" vom 15. November

Es ist einfach ungeheuerlich, wie die Politik die Wünsche der Bürger ignoriert. Die Mehrheit der Berliner möchte die Gaslaternen behalten. Doch die Volksvertreter nehmen die Meinung der Bürger einfach nicht wahr und machen, was sie wollen. Und später wird sich dann gewundert, warum die Bürger politikverdrossen sind.

Friedrich Sütterlin, Neukölln

Teures Vergnügen für fragwürdige Plätze in Medaillenspiegeln

Zum Artikel: "Bund erhöht seine Ausgaben für den Spitzensport" vom 20. November

Schon wieder ein Weg in die falsche Richtung.

Mehr als 130 Millionen Euro werden noch immer für den sogenannten Spitzensport ausgegeben. Statt dort drastisch zu kürzen, wird die Summe noch erhöht. Wozu brauchen wir eigentlich Spitzensport? Für nichts! Es ist total egal, wo wir in irgendwelchen Medaillenspiegeln stehen. Solange an der Ausstattung und dem Zustand an Schulen, an Turnhallen, dem Schulessen und vielen anderen Dingen gespart wird, sollten wir uns den unnötigen Spitzensport sparen.

Christian Hahn, Friedenau

Klares und profundes Bekenntnis zur wichtigen Rolle der Familie

Zum Artikel: "Elternzeit ist die beste Investition" vom 20. November

Endlich eine vernünftige Stimme, basierend auf den guten Erfahrungen, die unsere Gesellschaft mit intakten Familien als wichtigste Keimzelle unseres Gemeinwesens gemacht hat.

Olaf Hessemer, Konradshöhe

Korrektur

Zum Artikel: "Mordsgaudi" vom 17. November

Im Beitrag über die "Tiroler Bauernstuben" wurde der Bezirk verwechselt. Das Restaurant befindet sich in Westend (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf). Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.