Leserbriefe

"Zweierlei Maß"

Leser zur Nutzung von Bundestagsprivilegien durch Peer Steinbrück bei gut dotierten Vortragsreisen

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bekommt monatlich eine Grunddiät ohne steuerfreie Kostenpauschale von weit über 7000 Euro. Nebenbei verdient er noch Millionen mit Redner-Honoraren und fährt auf Steuerzahlerkosten mit seiner Bahncard zu seinen Vorträgen. Jeder Arbeitnehmer, der seine vom Arbeitgeber gestellte Bahncard derart missbrauchen würde, hätte mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Das Hauptproblem von Steinbrück bleibt seine Ignoranz in Sachen sozialer Gerechtigkeit in einem Land, in dem einer Altenpflegerin fristlos gekündigt wurde, weil sie von einem Abendbüffet ein paar Maultaschen mit nach Hause genommen hat, und eine Kassiererin ihren Job verlor, weil sie einen Pfandbon im Wert von wenigen Euro einlöste. Sollte Steinbrück tatsächlich SPD-Kanzlerkandidat werden, sind die Sozialdemokraten nicht länger mehr die Partei der kleinen Leute und Arbeitnehmer.

Albert Alten, per E-Mail

Mit der Berichterstattung wird suggeriert, dass Steinbrück mit der Inanspruchnahme der Netzkarte der DB etwas Unzulässiges oder Verwerfliches getan hat. Tatsächlich steht im Artikel aber kein Wort über irgendeine Unregelmäßigkeit in diesem Zusammenhang. Wie denn auch? Jedem Bundestagsabgeordneten steht eine Netzkarte 1. Klasse der Deutschen Bahn zu. Das mögen manche als ungerechtfertigtes Privileg ansehen, es dient aber der umweltfreundlichen Reisetätigkeit der Abgeordneten - wohin auch immer.

Werner Kleist, per E-Mail

Rückwärts gewandte Forderung wider der Steuergerechtigkeit

Zum Artikel: "Wettbewerb: Söder will eigene Steuersätze für Bayern" vom 18. November

Schon vor mehr als 200 Jahren hatte man das Übel erkannt und ist gegen die Kleinstaaterei eingetreten. In der Praxis unseres heutigen Föderalismus, den Adenauer mit dem Parlamentarischen Rat nach dem zweiten Weltkrieg eigentlich weitgehend verhindern wollte, aber gegen die Siegermächte keinen durchgreifenden Erfolg erzielen konnte, sehen beziehungsweise erleiden wir nun fast tagtäglich die Nachteile. Bürokratismus pur, wuchernd und kostentreibend zulasten der Bürger, Pannen über Pannen bei den Behörden in Bund und Ländern, die uns eigentlich helfen und schützen sollten. Und nun setzt Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) dem Rückschritt die Krone auf. Söder fordert für sein Land das Recht auf eigene Steuersätze und nennt das scheinheilig "Steuerwettbewerb". Steuerwettbewerb ja, aber nicht im Söder'schen Sinne, sondern im Sinne unseres Grundgesetzes, nämlich für uneingeschränkte Steuergerechtigkeit und gleiche Lebensverhältnisse in allen Winkeln unseres Landes.

Norbert Gewies, Konradshöhe

Unterstellter Stromverbrauch durchaus realistisch

Zum Artikel: "Experten raten: Rechnen und vergleichen" vom 16. November

Ein Leserbriefschreiber vom 18. November sagt, obwohl in seinem Zwei-Personen-Haushalt sehr auf den Stromverbrauch geachtet werde, komme man selten unter 9,6 Kilowattstunden pro Tag. Wir sind eine dreiköpfige Familie mit erwachsenem Kind, externer Gefriertruhe, Kühlschrank sowie zwei TV-Geräten und allen möglichen Unterhaltungsgeräten, die heute üblich sind. Das Kochen erfolg mittels Elektroherd. Keines der recht Strom sparenden Geräte ist älter als vier Jahre. Wir haben einen durchschnittlichen Tagesverbrauch von weniger als sechs Kilowattstunden. Und mit diesem Verbrauch kommen wir ziemlich genau auf die als Durchschnittsverbrauch angegebenen 2200 Kilowattstunden im Jahr.

Ralf Pfeiffer, Lichtenberg

Ursachen des Bäumesterbens muss wirkungsvoll begegnet werden

Zum Artikel: "10.000 Bäume für Berlin" vom 8. November

Sie beschreiben einige Ursachen, die verantwortlich sind für das Eingehen, Kränkeln und Sterben der Berliner Straßenbäume. Gegen die Umweltschäden kann man angeblich nichts tun, wohl aber muss und kann vermieden werden, dass Hundekot und Hundeurin Schuld daran sind. Ich diskutiere mit vielen Menschen dieses Problem, einige davon wären durchaus zum Spenden für neue Bäume bereit - wenn die Hundeschäden nicht wären. Seit Jahren plädiere ich dafür, dass Hundehalter sich Hundetoiletten in die Wohnung stellen. Ein Hundehalter ist verantwortlich für sein Tier, das Hinterlassenschaftsgesetz wird missachtet, dieses umfasst auch nicht den schädlichen Hundeurin. Jeder Tierliebhaber müsste sich dagegen wehren, dass Hunde die einzigen Lebewesen sind, die ihre Notdurft nicht dann verrichten dürfen, wann sie wollen. Für Bäume spenden, die dann durch Exkremente krank gemacht oder getötet werden? Wer will das?

Renate Schelling, Spandau