Leserbriefe

"Zahlen für die Energiewende"

Leser zu der von Vattenfall ab Anfang 2013 geplanten Erhöhung des Strompreises in Berlin um 13 Prozent

Die Taktik von Vattenfall, die Strompreise nur noch selten, aber dafür umso mehr zu erhöhen, ist durchschaubar. Auf diese Weise reduziert man nicht nur den Unmut bei der Bevölkerung, sondern kann auch sehr gut den Ball an die Politik zurückspielen, die über vermeintlich höhere Steuern und Abgaben wie etwa zur Finanzierung der Energiewende die Belastungen verstärkt. Was aber schon alleine deshalb so nicht stimmt, da viele Kraftwerke betriebswirtschaftlich längst abgeschrieben sind und an der Leipziger Strombörse die Tarife nicht dermaßen steigen. Die Landesbehörden sollten ein Veto einlegen, mit dem sie die fast schon monopolartige Gewinnmaximierung noch verhindern könnten.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Dank den Grünen und den anderen Parteien im Bundestag und Bundesrat, die sich für einen raschen Atomausstieg und die damit einhergehende Energiewende eingesetzt haben und den Bürger jetzt die Zeche bezahlen lassen. In allen Nachbarstaaten Deutschlands (außer Österreich) stehen Atomkraftwerke beziehungsweise werden neue gebaut und weitere geplant. Warum muss Deutschland eine Ausnahme machen, sind die Bürger hier noch nicht arm genug?

Wolfgang Priese, per E-Mail

Der Durchschnittsverbrauch eines Berliner Haushaltes liegt mit Sicherheit nicht, wie unterstellt, bei 2200 Kilowattstunden. Der tatsächliche Verbrauch liegt wesentlich höher, und damit erhöht sich dementsprechend auch die Stromrechnung wesentlich und liegt so vermutlich höher als die im Beispiel angegebenen 6,45 Euro pro Monat. Wir sind ein Zwei-Personen-Haushalt und achten sehr auf den Stromverbrauch, aber unter 9,6 Kilowattstunden pro Tag kommen wir meistens nicht. In meinem Bekanntenkreis fällt der Verbrauch noch wesentlich höher aus, und das sind alles keine Energieverschwender. Statt 2200 wären wohl eher 3600 Kilowattstunden als Durchschnittsverbrauch realistisch.

Karl-Peter Dassow, per E-Mail

Diese Strompreiserhöhung ist die größte Unverschämtheit aller Zeiten. Allein 53 Euro mehr für einen Single-Haushalt. Was sollen da erst Familien mit Kindern sagen? Man kann das nur als Abzocke bezeichnen. Leider tun unsere Politiker nichts dagegen. Im Gegenteil: die Preisspirale ist ausschließlich auf politische Fehleinschätzungen und Entscheidungen zurückzuführen.

Christoph Luban, per E-Mail

Flexible Flugzeiten sind für den Wirtschaftsstandort wichtig

Zum Artikel: "Kooperation - ja bitte, Fusion - nein danke" vom 12. November

Mit ihrem Fokus auf die Cluster Verkehr und Gesundheit hat die Wirtschaftsförderung die richtige Strategie eingeschlagen, da diese Kompetenzfelder mittlerweile ein überdurchschnittliches Wachstum vorweisen. Nun gilt es, speziell die Kompetenzbranchen weiterzuentwickeln. Da gilt es zu prüfen, inwieweit etwa das Cluster Informations- und Kommunikationstechnologie an der Vollendung des Single European Sky mitwirken kann, an dessen Projekt die Technologiestiftung bereits beteiligt ist. Die IKT-Branche könnte eine IT-Lösung zur Optimierung der Flugrouten mitentwickeln und mit der Zukunftsagentur Brandenburg im Rahmen der gemeinsamen Innovationsstrategie kooperieren. Was Wowereits Sorge bei der Firma Siemens anbelangt, so könnte er entsprechende Rahmenbedingungen bei der Infrastruktur schaffen. Siemens exportiert unter anderem Ersatzteile für seine Gasturbinen mittels Luftfracht. Da diese eine zeitkritische Fracht darstellen, wären entsprechende Flugbetriebszeiten für die Firma sicherlich sinnvoll.

Holger Voss, Spandau

Die Anti-Kultur in der Stadt hat sich verschlimmert

Zum Artikel: "Berlin ist wirtschaftsfeindlich" vom 5. November

Aus einer alten Berliner Familie stammend und seit 13 Jahren wieder in Berlin, muss ich der Kritik von Ronald Lauder zustimmen. In all den Jahren war ich hier auf vielen kulturellen und wirtschaftlichen Veranstaltungen, die Anti-Kultur der Stadt hat sich verschlimmert. Ebenso stimmt die Aussage, Berlin ist nicht nur wirtschaftsfeindlich, zurzeit bleibt die Stadt auch so. Dass jüdische Mitbürger in den letzten Monaten hier wieder angefeindet wurden, ist eine Schande für Berlin.

Helmut J. Retzlaff, Kreuzberg

Merkwürdige Prioritäten der Politiker bei Investitionen

Zum Artikel: "City-Loft für Tauben" v. 16. November

Da freuen sich sicher die Schüler, die heruntergekommene Schultoiletten benutzen müssen, dass andererseits 100.000 Euro für ein Taubenhaus ausgegeben werden.

Ruth Helmke, per E-Mail