Leserbriefe

"Folge hoher Belastung"

Leser zur Erhebung der Berliner Schulverwaltung über die Anzahl der dauerhaft erkrankten Lehrer

Die Fürsorge gegenüber dem pädagogischen Personal obliegt der Bildungsverwaltung. Einen hohen Krankenstand hat diese Verwaltung aufgrund ihrer festgelegten verschlechterten Bedingungen in Kita, Hort und Schule mit zu verantworten. Menschen werden etwa krank, wenn die Arbeitsbelastung zu hoch und die Arbeitsbedingungen mehr als schlecht sind. Da der Umstand des hohen Krankenstandes mit einer nicht unerheblichen Anzahl von Dauerkranken nicht neu ist, hätte die Bildungsverwaltung schon längst angemessen reagieren können. Leider ist sie aber weder auf Intervention und Vorschläge seitens der Gewerkschaften noch auf Brandbriefe einzelner Berufsgruppen im pädagogischen Bereich angemessen eingegangen. Solange sich in den einzelnen pädagogischen Einrichtungen Berlins in der Belastung des Personals und an den Bedingungen am Arbeitsplatz nichts positiv für die Beschäftigten ändert, wird der Krankenstand weiter ansteigen.

H. Graaf, per E-Mail

Die Gründe für den hohen Krankenstand sind mannigfaltig. Vor allem hat niemand ein Konzept für die Besonderheiten einer Großstadt. Gut bezahlte Jobs muss man mit der Lupe suchen, angemessene Entlohnung ist selten. Steuert unser Senat mit geeigneten Maßnahmen dagegen? Von wegen, er ist selbst ein miserabler Arbeitgeber. Dass gerade das wichtigste Segment, die Qualifizierung unseres Nachwuchses, unter dem Dauerstress überfüllter Klassen nicht mehr von überalterten Pädagogen geleistet werden kann, dürfte kaum verwundern. Dieser Missstand wird noch durch eine Unzahl an Reformen und eine schlechten Bezahlung gefördert. Und trotzdem sind von den 29.281 Pädagogen nur 1313 dauernd krank. Ein klares Zeichen für den Senat: Na bitte, es geht doch. Nur leider in die falsche Richtung, es wird alles noch viel schlimmer werden.

Andreas Maaß, per E-Mail

Notwendige Aufklärung wird durch Führungswechsel nicht erleichtert

Zum Artikel: "Im Angesicht der Konsequenzen" vom 15. November

Bei allem Verständnis für personelle Konsequenzen, welche die Berliner Morgenpost in einem Leitartikel selbst gefordert hatte, die notwendige Aufklärung wird damit nicht gerade erleichtert. Wie soll eine Behörde wie der Berliner Verfassungsschutz zu einer ordentlichen Arbeit bewegt werden, wenn die Mitarbeiter ihre Führung aufgrund von Rotationen sowieso nicht ernst nehmen? Anscheinend ist auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) trotz seiner vorgetragenen Allüren als starker Mann wegen seines Stils mittlerweile ein Teil des Problems und somit eine Lösung nicht in Sicht.

Rainer Girbig, per E-Mail

Wenn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die gleichen Maßstäbe an das Amt des Innensenators legen würde wie bei der geschassten Senatorin für Wirtschaft und dem entlassenen Justizsenator, dann hätte der Innensenator schon nach der V-Mann-Affäre gehen müssen. Jetzt, nach dem Schredderskandal, ist nicht nur die Leiterin des Verfassungsschutzes sondern auch ihr Vorgesetzter nicht mehr haltbar. Leider ist Frank Henkel nebenbei auch noch CDU-Vorsitzender und wird zur Stützung des durch die BER-Affären eigentlich untragbar gewordenen Klaus Wowereit in der großen Koalition in Berlin benötigt. Das Interview in der Berliner Morgenpost mit dem Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen hat mich in meiner Meinung bestärkt, dass die verschiedenen Geheimdienste an einem falschen Aufgabenverständnis kranken. Diese personal- und finanzintensiven sogenannten Dienste sollen dem Staat dienen und nicht die Politik kommentieren.

Torsten Hübler, Schöneberg

Winterdienst mit schwerem Gerät beschädigt die Gehwegpflasterung

Zum Artikel: "Berlin macht sich winterfest" vom 15. November

Mit Bedauern muss ich feststellen, dass im ganzen Stadtgebiet durch die Kehrmaschinen der Stadtreinigung das Mosaikpflaster der Gehwege in Berlin allmählich zerstört wird. Die zu festen Bürsten der Kehrmaschinen fegen den Sand zwischen den Steinen heraus, der dann aufgesaugt wird. Darüber hinaus werden durch die zu schweren Kehr- und Streufahrzeuge im Winter die Gehwege stark beschädigt. Hier kommen auf das Land Berlin in den kommenden Jahren Kosten in Millionenhöhe zu.

Bernd Wagner, Friedenau

Korrektur

Nach dem Berliner Straßenreinigungsgesetz von 2010 ist die Berliner Stadtreinigung (BSR) dafür zuständig ist, Haltestellen auf Gehwegen von Schnee und Eis zu befreien. Auch die Wege zu den Haltestellen und die Bereiche von Wartehallen fallen in die Verantwortung der BSR.