Leserbriefe

"Nur schwer kontrollierbar"

Leser zu Plänen der SPD, zur Müllreduzierung eine Sonderabgabe für To-go-Verpackungen zu erheben

Dass gegen die täglich wachsende Verschmutzung Berlins durch Plastikflaschen, Pappbecher oder sonstiges Einweggeschirr etwas unternommen werden muss, ist Fakt. Der jetzige Aktionismus des Senats, durch eine Sonderabgabe das Problem zu beseitigen, aber nicht zielführend. Die Verkaufsstellen werden Mittel und Wege finden, dieses zu unterlaufen. Bestes Beispiel dafür ist das vom einstigen Bundesumweltminister Jürgen Trittin eingeführte Dosenpfand, mit dem es auch nicht mehr so läuft, wie es eigentlich angedacht war. Der Senat ist schon jetzt personell nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass bestehende Gesetze oder Verordnungen einigermaßen eingehalten werden. Nein, einfacher wäre ein Verbot von Einweggeschirr für bestimmte Plätze wie den Pariser Platz oder Alexanderplatz. Das muss aber dann konsequent kontrolliert werden. Wenn das bei BVG und S-Bahn auch umgesetzt wird, ist ein Erfolg bestimmt schnell sichtbar.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Es ist eine merkwürdige Politik: Jeder Bürger wird aufgefordert, beim Einkauf möglichst einen Stoffbeutel oder sonstige Mehrfachtaschen mitzunehmen, Plastikbeutel müssen bezahlt werden. Bei Flaschen wird auch ein Pfand erhoben. Warum kann das bei diesen Bechern nicht auch so gemacht werden? Wer keine Zeit hat, seinen Kaffee im Café zu genießen, muss dafür zahlen.

Bernd Bosecki, per E-Mail

Und wieder wird eine Sau durchs Dorf getrieben. Dass der Senat für eine neue Abgabe empfänglich ist, um den Bürger abzukassieren, ist doch klar. Das Müllproblem wird dadurch nicht gelöst, im Gegenteil. Diejenigen, die den Müll bis jetzt auf die Straße geworfen haben, werden das auch weiterhin tun, ob der Pappbecher zehn oder 20 Cent mehr kostet, ist denen egal. Hier hilft nur, an die Verbraucher zu appellieren - und es müssen genügend Müllbehälter, die groß genug sind, aufgestellt werden.

Lothar Wirth, per E-Mail

Vielleicht sollte sich der Senat lieber mit den Ursachen statt mit den Symptomen der Vermüllung unserer Stadt auseinandersetzen. Nicht die Pappbecher sind daran schuld, sondern die Haltung vieler Berliner und Gäste. Angefangen mit den Hinterlassenschaften der Vierbeiner, die nicht entfernt werden, bis hin zu den zahlreichen Mitbürgern, die ihren Haus- und Sperrmüll am Straßenrand abstellen oder Kippen, Papier und dergleichen einfach auf die Straße schmeißen.

Klaus Salomon, Reinickendorf

Wer seine Schulden nicht bezahlt, sollte keinen neuen Kredit erhalten

Zum Artikel: "Schäuble gegen Schuldenerlass für Griechen" vom 29. Oktober

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat recht. Nicht nur das Haushaltsrecht verbietet es, einem Schuldner, der seine Schulden nicht bezahlt, neues Geld zu geben, sondern auch der gesunde Menschenverstand. Jedem, der Griechenland Kredite gewährt, sollte klar sein, dass es seine Schulden nie bezahlen wird. Griechenland muss die Euro-Zone verlassen.

Sabine und Peter Dreher, per E-Mail

Hurrikan setzt Börse unter Wasser und beherrscht die Berichterstattung

Zum Artikel: ",Sandys' Spur der Verwüstung" vom 31. Oktober

Was "Occupy Wall Street" und die Finanzkrisen-Manager der Welt nicht schafften, das haben die Wirbelstürme "Gloria" 1985 und "Sandy" 2012 erreicht: Sie setzten mit ihrer geballten Kraft die weltgrößte Wertpapierbörse, die New York Stock Exchange an der Wall Street, unter Wasser und legten sie lahm, sodass diese geschlossen werden musste. Und, haben wir in der Zeit des Stillstands in der Wall Street irgendetwas vermisst? Wohl kaum. Die Welt hielt kurz den Atem an, und die Menschen rückten enger zusammen. Warum sind unsere Politiker nicht in der Lage, wie "Sandy" Wall Street und Banken in die Schranken zu weisen und die Finanzmärkte durch wirksame Gesetze zu beherrschen, damit sie kein weiteres wirtschaftliches Desaster anrichten können?

Roland Klose, per E-Mail

Landeseigene Liegenschaften werden künftig dringend benötigt

Zum Artikel: "Wowereit fordert anderen Umgang mit Immobilien" vom 30. Oktober

In dieser Angelegenheit ist Wowereit absolut zu unterstützen. Die Berliner Immobilien sind eine Art Tafelsilber und sollten daher sorgsam behütet werden. Keinesfalls sollte nach dem Motto "Alles muss raus, wer bietet mehr?" verfahren werden, denn städtische Einrichtungen könnten künftig Platz benötigen. Bei Kindergarteneinrichtungen soll es ja bereits einen derartigen Bedarf geben.

H.Kunzelmann, per E-Mail