Leserbriefe

"Mehr Transparenz erforderlich"

Leser zu den Nebeneinkünften des designierten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück

Die Frage "Wer wird Millionär?" haben die Sozialdemokraten längst beantwortet: Peer Steinbrück, der designierte SPD-Kanzlerkandidat, der mit seinen Referaten und Vorträgen Millionen verdient. Als Miterfinder der Rente mit 67 und der unsozialen Hartz-IV-Gesetze ist er der ideale Kanzlerkandidat für die Reichen und Millionäre in diesem Land. Als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland bleibt er für die Millionen Arbeitslosen und Menschen, die mit Minijobs und in Altersarmut über die Runden kommen müssen, nur zweite oder dritte Wahl.

Albert Alten, per E-Mail

Nachdem ich von Steinbrücks Nebeneinkünften erfahren habe, bekommt für mich die Forderung der SPD nach dem Mindestlohn eine völlig neue Bedeutung. Ich schlage also vor, die Jahreseinkünfte der Bundestagsabgeordneten anzuheben. Dies scheint mir angesichts ihrer zum Teil aufreibenden Vortragstätigkeit angemessen zu sein.

Jörg Weidlich, Lankwitz

Da kann man zum designierten Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück stehen, wie man will. Die interessanten Diskussionen über die Nebentätigkeiten unserer Volksvertreter gingen etwas nach hinten los und sollten nach vorne gewandt einige Klärungen bewirken. Wie verlautet, gibt es offensichtlich Dinge, von denen der Wahlbürger bisher nichts wusste. Insofern muss im Sinne der viel gepriesenen Transparenz über dieses Thema des Maßhaltens nicht nur gesprochen, sondern auch gehandelt werden, damit der notwendige Friede hergestellt wird. Dabei wäre auch klarzustellen, ob wir unter diesem Gesichtspunkt überhaupt so viele Abgeordnete benötigen, wenn das, was bisher im Rahmen des 24-Stunden-Tages möglich war, auch weiterhin möglich sein muss - dies insbesondere hinsichtlich der Erhöhung der Anzahl der Abgeordneten auf nunmehr 600. Was Steinbrück betrifft, so hat er pro Jahr etwa 300.000 Euro eingenommen, offensichtlich für fundierte Aussagen, die denen wichtig waren, die ihn einluden, aber auch bereit und in der Lage waren, dies entsprechend zu honorieren. Wir sollten solche Leistungsträger unserer Gesellschaft, die wir dringend brauchen, nicht vergraulen. Immerhin stehen 89 bezahlte 237 unentgeltlichen Vorträgen gegenüber. Dagegen gibt es aber andererseits gravierende Disproportionen zwischen Leistung und Entgelt in unserem Lande, die thematisiert werden könnten. Wir als Wahlvolk wünschen uns Politiker aus Berufung und Überzeugung und nicht auf übermäßige Versorgung Schielende.

H. Kunzelmann, per E-Mail

Mich interessiert, wie der Millionär und designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die erhaltenen Honorare an die Redenschreiber verteilt hat. Denn als fleißiger Bundestagsabgeordneter dürfte er wenig Zeit gehabt haben, sie selbst zu formulieren, und im Sinne arbeitnehmerfreundlicher und gerechter Verteilung von den Summen kaum etwas für sich behalten haben.

Rolf Schümer, Kreuzberg

Höchste Zeit für ein ehrendes Gedenken an Peter Fechter

Zum Artikel: "Kein Ehrengrab für Peter Fechter" vom 30. Oktober

Im Oktober 1962 bekam ich einen Job in West-Berlin und kam hierher. Mein Onkel, der als Diplomat tätig war, war meine erste Anlaufstelle. Er zeigte mir das Kreuz für Peter Fechter an der Mauer mit Blumen drumherum und sagte: "Schau dir das genau an. Das ist Deutschland. Immer noch zweigeteilt in Freiheit und Unterdrückung, Frieden und Terror, getrennt durch eine Betonwand." Die fiel im November 1989. Höchste Zeit also für ein ehrendes Gedenken an Peter Fechter.

Jai Menon, Lichterfelde

Auch in der Arbeitswelt ist Alkohol ein häufig unterschätztes Problem

Zum Artikel: "Forscher belegen, dass Alkohol krebserregend ist" vom 24. Oktober

Jeder, der alkoholisiert arbeitet, gefährdet sich und seine Kollegen, weil einfach die Gefahr von Arbeitsunfällen dramatisch ansteigt. Meist entsteht einem Unternehmen durch hohe Fehlzeiten und eine geringere Leistungsfähigkeit des alkoholkranken Mitarbeiters ein wirtschaftlicher Schaden. Alkohol ist in schon längst der Hit unter den Volksdrogen. Laut Studien fehlt ein alkoholabhängiger Mitarbeiter wesentlich öfter im Betrieb, weil sich die alkoholbedingten Krankschreibungen häufen. Verletzungen durch alkoholbedingte Arbeitsunfälle sind ebenfalls stark steigend. Einerseits können private Probleme, aber auch berufliche Faktoren wie eine unsichere Karriere, schlechtes Arbeitsklima oder Demotivation Ursachen für Alkoholmissbrauch und daraus resultierende Alkoholabhängigkeit sein. Arbeitskollegen und Vorgesetzte reagieren oft falsch auf erste Anzeichen, negieren oder ignorieren diese oder zeigen Hilflosigkeit gegenüber den Betroffenen.

Peter Fuchs, per E-Mail