Leserbriefe

"Im Amt nicht mehr tragbar"

| Lesedauer: 4 Minuten

Leser zu den Plagiatsvorwürfen gegen Bildungsministerin Annette Schavan (CDU)

Es ist ein Trauerspiel, was sich auf der politischen Bühne abspielt. Da weist unsere Bildungsministerin selbstgefällig jegliche Plagiatsvorwürfe von sich - und erhält dafür noch Rückendeckung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dieses Verhalten, ähnlich wie bei Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg, verunsichert den Bürger und sorgt für Politikverdrossenheit. Die Untersuchenden der Universität Düsseldorf, wo Schavan vor 32 Jahren promoviert wurde, sind keine Amateure, die einen Plagiatsvorwurf erheben, ohne entsprechende Beweise dafür zu haben. Schavan sollte ihr Amt zur Verfügung stellen.

Thomas Hansen, per E-Mail

Mundus vult decipi (Die Welt will betrogen werden) - unter diesem Motto scheint sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) mit ihrer bezeichnenden Doktorarbeit "Person und Gewissen" als angebliche Plagiatorin, Betrügerin und Hochstaplerin das Vertrauen ihrer Mitmenschen erschlichen zu haben. Damit wäre sie zweifelsohne ein schlechtes Vorbild, vor allem für die Jugend, und nicht mehr tragbar als Bildungsministerin.

Roland Klose, per E-Mail

Die Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Annette Schavan erinnert an die Worte der CDU-Politikerin, die sie zu ihrem Parteifreund Ex-Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg bei seiner Plagiatsaffäre öffentlich zum Besten gab und nach denen sie sich als Promovierte "nicht nur heimlich" für den bayerischen CSU-Politiker Guttenberg "schäme". Bevor sich jetzt jemand für sie in den CDU-Reihen schämt, sollte auch Frau Schavan die Konsequenzen ziehen und gerade als Bildungsministerin mit Vorbildfunktion für die Bildung in diesem Land von ihrem Amt zurücktreten.

Albert Alten, per E-Mail

Wirtschaftliche Situation Bayerns ist kein Verdienst der CSU

Zum Artikel: "Seehofer will Guttenberg zurückholen" vom 21. Oktober

Das Wahlkampfgetöse von Horst Seehofer ist ganz typisch für das Lager der CSU und schwer zu ertragen. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, als man in Bayern mehr als glücklich über die Zahlungen des Länderfinanzausgleichs war. Danach siedelten sich BMW, Siemens und andere kapitalstarke Firmen in Bayern an, was wegen der Teilung der deutschen Hauptstadt leider damals niemand bei uns wagte. Bayern war in der Vergangenheit ein Agrarland und hat nicht unerheblich von der deutschen Teilung profitiert. Nun so zu tun, als wäre es alles nur ein Verdienst der CSU, ist lächerlich, ebenso Seehofers Forderung, das Bayernländle wieder "auszukoppeln".

Dagmar Kley, Spandau

Kleines Spezialmuseum ist mit großen Häusern nicht vergleichbar

Zum Artikel: "Kein Zuckerschlecken - Der Wedding verliert sein Zuckermuseum" vom 17. Oktober

Bei einem Besuch des Zuckermuseums konnte ich feststellen, dass dieses kleine Museum ein ausgesprochenes Spezialmuseum ist. Ist es da nicht etwas vermessen, die Besucherzahlen solch einer kleinen Einrichtung mit dem Millionenpublikum großer Häuser zu vergleichen? Soll hier wieder einmal das leidige Prinzip zur Geltung kommen: Lieber Masse als Klasse? Berlin lebt doch von seiner Vielfalt. Ob das Zuckermuseum mit seinen Ausstellungen künftig in dem Massenbetrieb des Deutschen Technikmuseums überhaupt angemessen zur Geltung kommen wird, ist sehr zweifelhaft. Jeder Besucher des jetzigen Zuckermuseums kommt gezielt in das eintrittsfreie kleine Kulturjuwel. Übersättigte Besucher eines Großbetriebes wie desTechnikmuseums gibt es hier nicht, und die in der Ausstellung behandelten Themen lohnen allemal einen Besuch. Schließlich muss man auch fragen, warum das Zuckermuseum nicht in der Vergangenheit intensiver beworben wurde.

Norbert Schilling, Pfarrer, per E-Mail

Deutscher Name würde Erfolg der Veranstaltung nicht schmälern

Zum Artikel: "Und es wurde Licht - Festival of Lights erfolgreich beendet" vom 22. Oktober

Kürzlich waren wir im Friedrichstadtpalast im "Show me"-Bühnenspektakel und fuhren anschließend zum "Festival of Lights" durch die Stadt. Da kam uns in den Sinn: Bedienen wir uns künftig überhaupt nicht mehr unserer deutschen Sprache? Ist die Sprache Goethes und Schillers "out"? Statt "Festival of Lights" wäre auch "Berlin im Lichterglanz" passend gewesen, und statt "Show me" hätte man sicherlich auch einen guten deutschen Titel gefunden. Noch mehr betrübte uns aber, dass das Reiterstandbild Friedrichs des Großen auf der Straße Unter den Linden während des "Festivals of Lights" in völliger Dunkelheit versank.

Prof. Dr. Dieter Krumhaar, Spandau