Leserbriefe

"Sicherheit hat Priorität"

Leser zu der Debatte über den Einsatz von Videoüberwachung auf Berlins S-Bahnhöfen

Ich habe in meinem Leben ja schon viel Blödsinn gehört. Aber wessen Geistes Kind muss ein Betriebsrat sein, der vor dem Hintergrund andauernder Angriffe auf Fahrgäste die Kamera-Überwachung der Bahnsteige mit dem Argument verhindert, dass die "Kameras auch zur Überwachung der Mitarbeiter eingesetzt werden". Da nimmt man doch lieber billigend in Kauf, dass Menschen halb tot geprügelt werden.

Hans-Georg Reiss, Charlottenburg

Hinsichtlich der Debatte um mehr Videoüberwachung in der S-Bahn erlaube ich mir als Polizist und aus eigener Erfahrung Folgendes anzumerken: Die Debatte an sich halte ich für wenig zielführend. Besser wäre es, wenn der Berliner Senat neben der Mahnung an die BVG auch den Bund mahnt. Für die S-Bahn ist die Bundespolizei originär zuständig. Insoweit muss hier personell mehr auf die Beine gebracht werden. Dies in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. Nichts ist besser und stärkt das Sicherheitsgefühl der Menschen in der S-Bahn mehr als eine große Polizeipräsenz vor Ort. Die Videoüberwachung suggeriert Sicherheit, schafft sie aber keinesfalls. Insofern darf eben nicht mehr am Geld für Personal gespart werden.

Jürgen Maresch, Cottbus

Immer, wenn gerade wieder Überfälle in Berliner S- und U-Bahnen oder in Bussen stattgefunden haben, ist der Aufschrei der Regierenden groß. Und was sie alles machen wollen, was sich alles verändern muss. Und was passiert? Nicht viel, außer dass Schuldzuweisungen und Zuständigkeiten hin und her geschoben werden - und keiner ist dann verantwortlich. Dann meldet sich auch noch ein Betriebsrat, der die Wahrung der Rechte der Mitarbeiter in Gefahr sieht. Was ist eigentlich in dieser Stadt los? Die Sicherheit der Menschen muss an erster Stelle stehen.

Lothar Wirth, per E-Mail

Mangelhafte Technik erschwert Identifizierung der Täter

Zum Artikel: "Jugendliche stechen 80-Jährige nieder: Zeugen gesucht" vom 5. Oktober

Fast täglich lesen wir derartige Mitteilungen. Erschreckend, wenn wir Bürger so miserable Fotos der Überwachungskameras zu sehen bekommen. Da macht mein Handy bessere Aufnahmen. Zu überlegen ist, ob die Bilder der gesuchten Personen nicht regelmäßig in einem Internetforum veröffentlich werden sollten.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Angemessene Reaktion zum Schutz der Polizisten und des Täters selbst

Zum Artikel: "Ein Video wirft Fragen auf" vom8. Oktober

Man erkennt auf dem Foto, dass der Tritt seitlich gegen den Körper ausgeführt wurde. Auf einen sich bewegenden Menschen kann man beim schnellen Herangehen nicht millimetergenau treffen. Der Tritt war vorgesehen, um den bewaffneten und um sich schlagenden Menschen in eine Seitenlage zu bringen und so die Gefährdung für die Polizisten beim Eingreifen zu minimieren. Bei der heutigen Rücksichtslosigkeit und Brutalität der Angreifer und der Verweigerung von Distanzwaffen durch den Dienstherren war dies eine angemessene Reaktion, die auch dem Schutz des Tobenden diente, um ihn vor weiteren Verletzungen zu schützen.

Kurt Hauer, Steglitz

Ständige Informationen über den Baufortschritt unbedingt erforderlich

Zum Artikel: "Investoren halten sich zurück" vom 9. Oktober

Noch halten sich die für unsere Region so wichtigen Investoren auf dem Gelände des künftigen Flughafens BER in Schönefeld nur mit Investitionsvorhaben zurück. Um zu verhindern, dass sie ganz abspringen, müssen unsere regionalen Wirtschaftsförderer den Kontakt zu potenziellen Investoren halten und diese ständig über die weiteren Baufortschritte auf dem Flughafengelände auf dem Laufenden halten und diese selbstverständlich auch die entsprechenden Informationen seitens unserer Flughafengesellschaft erhalten. Dabei ist es wichtig, dass Flughafen-Technikchef Horst Ammann die für den weiteren Flughafenbau notwendigen Projektgruppen aufgestellt bekommt, um den Flughafenweiterbau zügig fortsetzen zu können. Dies gilt auch für die jeweilige Vertragsgestaltung mit den einzelnen Projektgruppen. Es würde sicherlich auch zu einer weiteren Verunsicherung potenzieller Investoren führen, wenn der BER "Willy Brandt" kein Drehkreuz, sondern ein Regionalflughafen würde. Bei dem laufenden Notifizierungsverfahren hierzu sollte man prüfen, ob die Wettbewerbskommission der EU nicht die Tatsache, dass wir nach wie vor eine strukturschwache Region sind, im Rahmen einer eventuellen Beihilfegewährung berücksichtigen kann.

Holger Voss, Spandau