Leserbriefe

"Kinder brauchen gesundes Essen"

Leser zu den Magen-Darm-Erkrankungen durch Kantinenessen an Kitas und Schulen

Nun ist wieder einmal über den Umweg "akuter Gesundheitsgefährdung der Kinder durch schlechtes Essen" dieses längst überfällige Thema in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Es wird höchste Zeit, den Kindern und Jugendlichen in Kitas und Schulen ein gesundes, hochwertiges Mittagessen ohne Schnickschnack, am besten in Bioqualität, anzubieten. Wieder einmal freue ich mich mit meiner Kollegin, mit der ich viele Jahre in Berliner Kitas gearbeitet habe und die völlig ungesunde, zuckerhaltige, farbstoffreiche, überwürzte Verpflegung erdulden musste, dass wir seit anderthalb Jahren eine ökologisch orientierte Kinderbetreuung mit 100 Prozent biologischer Verpflegung aufgebaut haben. Unsere Kinder erhalten alle Getreidearten, viel Obst und Gemüse sowie ungesüßte Getränke. Die Eltern zahlen keinen Cent mehr als in Kitas üblich! Bei uns landen keine Essensreste im Müll, weil die Kinder alles essen, da es kindgerecht ist.

S. Zajac, Kaulsdorf

Es ist legitim, dass Cateringunternehmen profitorientiert arbeiten. Essen wird in diesen Mengen nur noch wie in der Industrie aus zugelieferten fertigen Komponenten zusammengestellt. Die Versorgung von Schulen und Kitas sollte deshalb kostendeckend, aber nicht profitorientiert sein. Das teuerste beim jetzigen System sind die Logistikkosten. Durch kurze Erhitzungsphasen werden Keime und Bakterien kaum noch abgetötet. Die pädagogische Küche, frisches Kochen unter Einbeziehung der Kinder oder Jugendlichen, ist die beste und preiswerteste. Die Herkunft der Rohware muss nachvollziehbar sein, am besten aus der Region. Kinder und Jugendliche werden an die Zubereitung ihrer Speisen pädagogisch herangeführt und unterwiesen. Kurze Wege und Standzeiten halten zudem die Keimentwicklung gering. Leider hat sich die Verwaltung schon vor Jahren aus der Verantwortung zurückgezogen.

Ludwig Gäng, Verband der Köche Deutschlands

Ausbau der Wasserstraßen sollte vorrangig betrieben werden

Zum Artikel: "Weniger Geld für Oder und Elbe" vom 25. September

Man muss sich wirklich schon fragen, welche Klugheit unsere Politiker heute noch aufweisen.

Wie kann man Wasserstraßen vernachlässigen, weil auf ihnen Wirtschaftsgüter nicht in ausreichendem Maße transportiert werden können, wenn diese Wasserstraßen noch nicht fertig ausgebaut sind und deshalb nicht wirtschaftlich genutzt werden können. Was kommt denn zuerst? Abgesehen davon wird die Tourismusfähigkeit der Wasserwege in Brandenburg und Mecklenburg völlig übersehen. Das Wasserrevier ist ein überbesuchter Bereich von Deutschen, Schweizern, Holländern und nun auch Polen mit ihren Booten aller Größenordnungen, die Kaufkraft in die anliegenden Städte und Dörfer bringen. Der Ausbau dieser Wasserstraßen zwischen Elbe und Oder muss dringend vorrangig betrieben werden.

Günter und Brigitte Primke, Hakenfelde

Eltern müssen mehr in die Pflicht genommen werden

Zum Artikel: "Jeder fünfte Grundschüler in Berlin kann nicht richtig lesen" vom 6. Oktober

Alle, die ein wenig mit der Situation an Berliner Schulen vertraut sind, kann dieses Ergebnis nun wirklich nicht überraschen. Eine Frechheit ist es aber, wenn Herr Schurig (GEW) mehr Geld für Bildung fordert, ohne sich überhaupt Gedanken über das Grundübel zu machen. Es sind die Eltern, und hier verstärkt die mit Migrationshintergrund, die in die Pflicht genommen werden müssen. Ich denke hierbei an Sprachkurse, organisierte Treffen mit Familien verschiedener Kulturkreise und ähnliche Aktivitäten. Aber genau hierfür fehlt Geld oder es wird gekürzt.

Rainer Feldmann, per E-Mail

Das armselige Abschneiden Berlins beim Schülertest ist alarmierend. Aussicht auf Besserung lassen die bisher zumeist reflexhaften Reaktionen nicht zu. Grundübel sind die unzähligen "Reformen", die zumeist von Theoretikern ohne Bodenhaftung durchgepaukt wurden; an den eigentlichen Problemen zielgenau vorbei. Lehrer von außerhalb wissen, was hier los ist, werden aber nicht gehört, sondern lieber diffamiert.

Helmut Maier, Westend

"Jeder andere Fahrer wäre mit diesem Auto auch Weltmeister geworden"

Zum Artikel: "Ein ganz Großer sagt endgültig Adieu" vom 5. Oktober

Michael Schumacher ist zwar siebenmaliger Weltmeister, aber er ist es doch nur geworden, weil die Fahrzeuge keine Ausfälle hatten. Jeder andere Fahrer wäre unter diesen Umständen auch Weltmeister geworden, denn fahren können sie alle. Das Comeback von Schumacher war doch eine Lachnummer, für 70 Millionen hätte ich mich auch in das Cockpit begeben.

Hans Wittke, Wilmersdorf