Leserbriefe

"Erschreckende Ignoranz"

Leser zum in Berlin gescheiterten Volksbegehren für ein Nachtflugverbot am Großflughafen BER

Das darf doch wohl nicht wahr sein! Da wird den Menschen - vor allen Dingen über die Medien - eigentlich sehr eindrucksvoll erläutert und erklärt, wie schädlich Lärm besonders in der Nacht für die Gesundheit ist. Doch ein Großteil der Berliner übt sich in Gleichgültigkeit und interessiert sich überhaupt nicht für das Volksbegehren. Es ist eben nicht nur eine Sache der Brandenburger. Dieses Nachtflugverbot geht uns alle an, deshalb bin ich bestürzt über so viel Ignoranz und Arroganz. Ich kann nur hoffen, dass sich die Brandenburger anders verhalten und es den Menschen in Berlin zeigen werden. Das sagt ein West-Berliner, der seine Stimme abgegeben hat und der vom Fluglärm auch bisher nur am Rande tangiert war.

Thomas Henschke, per E-Mail

Die Airlines werden seitens unserer Region immer gerne aufgefordert, sich am Luftverkehrsstandort Berlin-Brandenburg entsprechend zu engagieren. Nun wurde der Flugplan seit Anfang Juni dankenswerterweise erweitert, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen sind allerdings unzureichend. So bietet der Luftverkehrsstandort Köln-Bonn im Gegensatz zu unserer Region einen uneingeschränkten Flugbetrieb. In unserer Region hingegen machen diverse Bürgerinitiativen in unverantwortlicher Weise mit falschen Argumenten Stimmung für ein Nachtflugverbot, indem sie behaupten, dass es keine wirtschaftlichen Grundlagen für entsprechende Flugbetriebszeiten gäbe. Die ansässigen Firmen würden allerdings entsprechende Flugbetriebszeiten begrüßen. Risiken bei den Flughafengebühren bestehen auch durch weitere Kosten bei eventuellen Lärmschutzmaßnahmen am Flughafen Tegel. Des Weiteren bleibt abzuwarten, wie sich die bisherigen unzureichenden Vertragsstrukturen bei BER-Planungsfirmen auf die weitere Kostenentwicklung auswirken.

Holger Voss, Spandau

Provokation ist ein Düngemittel für gesundes Wachstum der Demokratie

Zum Artikel: "Günter Grass provoziert wieder" vom 29. Oktober

Menschen wie Günter Grass, Thilo Sarrazin oder Heinz Buschkowsky sind mutige Verteidiger von Meinungsfreiheit. Provokation ohne Waffen, Bomben und Terror ist wie Düngemittel für das gesunde Wachstum von Demokratie. Wenn die Bürger nicht mehr das, was sie denken, sagen und schreiben können, ist das Ende der freiheitlichen Demokratie nicht weit weg. Grass sagt und beklagt richtig, dass mutige Menschen "vonnöten sind in einer Welt, die Frieden säuselt und Vernichtung plant". Bei uns mehren sich die Beispiele dafür, dass von Demokratie gesäuselt und die eigene Meinung anderen aufgezwungen wird. Sei es durch Taten oder sich wiederholende Beschwörungen. Selbst das höchste Gericht in Deutschland beugt sich dem politischen Druck mit fadenscheinigen Rechtfertigungen wie im Fall der Euro-Politik. Es wird höchste Zeit, dass sich etwas in der politischen Ausrichtung bei uns ändert.

Jai Menon, Lichterfelde.

Rücksichtnahme ist keine Einbahnstraße

Zum Artikel: "Poller gegen Kinderwagen" vom27. September

Mit großem Interesse habe ich den Artikel gelesen. Ich finde es lobenswert und auch mutig, dass Sie den Sachverhalt thematisieren. Der Café-Betreiber spricht mir mit seiner Vorgehensweise aus dem Herzen. Auch ich durfte erleben, wie es Eltern gelingt, das unangebrachte Verhalten ihrer Sprösslinge in der Öffentlichkeit mit einer an Arroganz grenzender Gelassenheit zu ignorieren. Kinder sind lebhaft und machen unter Umständen Lärm. Das soll beziehungsweise muss toleriert und akzeptiert werden. Doch Rücksichtnahme ist keine Einbahnstraße. Ich kann von Eltern erwarten, dass sie das gleiche, auf Rücksichtnahme beruhende Verhalten an den Tag legen. Eltern sind nicht der Mittelpunkt der Welt. Es würde allen zugutekommen, wenn sich jeder etwas zurücknimmt.

Carsten Hoene, per E-Mail

Luftballons sind überflüssig und schädigen die Umwelt

Zum 39. Berlin-Marathon am 30. September

Mit Freude habe ich die Berichterstattung über den Berlin-Marathon verfolgt. Bis zu dem Zeitpunkt, als zum Startschuss Hunderte Luftballons in den Himmel aufstiegen. Durch Luftballons sterben Vögel und Fische, Luftballons verschmutzen die Umwelt, zersetzen sich nicht so schnell, sind unnatürlich, senden die falsche Message an Zuschauer und andere Event-Organisatoren aus und sind schlicht überflüssig. Nachdem Deutschland eine führende Rolle im Umweltschutz einnehmen will, sollten die Organisatoren dieses internationalen Events diesem Anliegen folgen und künftig keine Luftballons steigen lassen.

John Garteiz, Anchorage (Alaska)