Leserbriefe

"Neuer Vorstand kostet extra"

Leser zur Konsequenz aus dem BER-Desaster, dem Flughafenchef die Finanzzuständigkeit zu entziehen

Der Flughafenchef hat komplett versagt. Und was tut der Aufsichtsrat? Er bestellt einen neuen Finanzvorstand, dessen Tätigkeit zusätzliche Kosten verursacht, und belässt den Versager Rainer Schwarz mit seinem hohen Gehalt im Amt. Der neue Vorstand müsste aus dem Gehalt von Schwarz bezahlt werden.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Das Ausmaß dieser Tragödie lässt keine Häme aufkommen, denn zu stark sind die Steuern zahlenden Bürger betroffen, somit wäre Kritik der Kritik geschmacklos. Wann endlich werden wir von diesem Horrorszenarium BER befreit, ohne von neuen Meldungen überrascht zu werden?

Der Flughafen Berlin-Brandenburg wird als komplette Fehlleistung in die deutsche Technikgeschichte eingehen und dauerhaft als Beispiel dafür herhalten müssen, wie man es nicht machen darf. Selbst national und international erfolgreiche Fachleute geraten hier offensichtlich unverschuldet unter die Räder. Die mühsamen Reparaturleistungen beginnen nun, Gestalt anzunehmen, das Personalkarussell gerät in Bewegung. Immerhin wissen wir jetzt, dass es einen Gesamt-Projektleiter gab - eine entscheidende Schaltstation, die offensichtlich im Schatten stand. Der neue Technikchef kämpft sich mit der Machete durch den Wildwuchs, der Pfad ist bereits erkennbar. Einem solchen Mann hätte gleich am ersten Tag das Kommando übertragen werden müssen, denn derart komplexe Vorhaben sind für politische Profilierungen nicht geeignet.

H. Kunzelmann, per E-Mail

Der Flughafen-Geschäftsführer Rainer Schwarz ist überfordert und unfähig. Deshalb wird ein zweiter Geschäftsführer bestellt, der den Finanzbereich, den Schwarz bisher verantwortet hat, übernehmen soll. Da stellt sich die Frage der Bezahlung des neuen Geschäftsführers. Soll hier wieder jemand auf Staatskosten alimentiert und der andere aufgrund seiner Unfähigkeit mit weniger Arbeit und gleichem Gehalt, wie in Staatsbetrieben üblich, belohnt werden?

Bernd Wegner, Baumschulenweg

Offensichtlich verlernt, was klassische Kunst bedeutet

Zum Artikel: "Ein richtiges Hippiefest" vom 18. September

Man ist ja von der Komischen Oper bereits allerlei gewöhnt. Da wird aus dem "Freischütz" ein psychologisches Drama gemacht, Max tanzt splitternackt über die Bühne. Was sich aber jetzt bei der Inszenierung "Poppea" abspielt, ist mehr als geschmacklos. In voller Blöße hopsen die Darsteller über die Bühne, präsentieren ihre edlen Körperteile. Das hat nichts mehr mit Kunst zu tun. Selig sind die Inszenierungen eines Walter Felsensteins an diesem Hause. Zugegeben, es ist jetzt eine andere Zeit, die Sehgewohnheiten haben sich auch aufgrund des schlechten Fernsehprogramms geändert. Aber Kunst sollte und muss Kunst bleiben. Und nackte Männlein und Weiblein auf die Bühne zu stellen, hat nichts mehr mit Kunst zu tun. Aber offenbar haben die Opernregisseure verlernt, was Kunst, vor allem klassische Kunst, bedeutet.

Harro Zimmermann, per E-Mail

Gottschalk wird in den privaten Fernsehsendern verheizt

Zum Artikel: ",Wie kann man sich so was antun?'" vom 17. September

TV-Moderator Thomas Gottschalk ist längst ein Auslaufmodell im Showgeschäft. Ein Quotenbringer ist er ebenso wenig wie sein TV-Kollege Harald Schmidt, der mit seinem Zynismus die Fernsehzuschauer nicht mehr erreicht. Gottschalk wird jetzt noch mal für kurze Zeit in den privaten Fernsehsendern verheizt. In wenigen Jahren kräht kein Hahn mehr nach dem einstigen Showmaster, der mit der Sendung "Wetten, dass..?" seinen Karrierehöhepunkt und ein Millionenpublikum vor dem Bildschirmen hatte.

Albert Alten, per E-Mail

Zu dünne Personaldecke verhindert den langfristigen Erfolg

Zum Artikel: ",Die Leidenschaft ist wieder da'" vom 18. September

Die Handballer der Reinickendorfer Füchse können stolz auf sich sein, war doch das Spiel gegen Kiel nach 40 Minuten im Prinzip schon verloren. Aber so stark die Willensleistung auch war, zeigt sie doch deutlich das Füchse-Dilemma. In eigener Halle als auch im neutralen Final Four der Champions League vermögen sich die Füchse extrem zu motivieren. Aber dafür benötigen sie 110 Prozent ihres Leistungsvermögens. Vergleicht man die Tiefe des Kaders beide Mannschaften, zeigt sich, dass die Füchse immer am Limit spielen müssen, um diese Leistungen abzurufen (nicht nur gegen die Kieler), während diese fast beliebig gleichwertige Spieler einwechseln können.

Andreas Maaß, per E-Mail