Leserbriefe

"Wohin fließen die Summen?"

Leser zur Zuschussrente und zu der Aufforderung, private Vorsorge für das Alter zu treffen

Bei 35 Jahren voller Arbeitszeit und einem Mindestverdienst von 2500 Euro brutto bleibt einem nur der Weg zum Sozialamt ohne eine zusätzliche gezahlte Rentenversicherung - ja wo leben wir denn? Der Anteil der Sozialbeiträge an der Abgabenlast eines Durchschnittsverdieners hat sich auf 58 Prozent erhöht. In kaum einem anderen westlichen Industrieland werden Arbeitnehmer mit so hohen Abgaben belastet wie in Deutschland. Die Frage sei erlaubt, wohin fließen die eingezahlten Summen? Wir sind die großzügigsten Geldbeschaffer für kränkelnde EU-Staaten. Aus dem Ruder laufende Millionen-Bauten, wie den BER, haben wir auch noch. Welcher Geringverdiener kann sich schon eine Zusatzversicherung leisten? Bei steigenden Lebenshaltungskosten sinkt das Realeinkommen, und man kommt gerade über die Runden.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Sollte der Euro zusammenbrechen - verursacht durch die irrsinnigen Rettungsschirme - wird sich auch in Deutschland die Armut ausbreiten. Das ist die Realität. Renten, Pensionen und Lebensversicherungen werden dann ihren Wert verlieren und zur Makulatur verkommen. Und dies alles, weil unsere Steuergelder an bankrotte Länder und Banken verschleudert werden.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Frau von der Leyen hat einen Vorschlag gemacht, der immerhin und nicht ohne Grund für Aufsehen und Aufregung sorgt. Warum eigentlich? Höchstwahrscheinlich weil er zu konkret und einfach daherkommt. So etwas mag man in der Politik gar nicht. Natürlich dürfte man die Antworten gleich selbst daherbeten: Kein Geld da für Zuschüsse. Glaube ich nicht, es sind doch genug Milliarden für katastrophal wirtschaftende Banken und Regierungen vorhanden, warum nicht auch für die im Niedriglohnsektor schuftenden Menschen? Außerdem gibt es Bevölkerungsgruppen, die für die Finanzierung menschenwürdiger Renten bei entsprechender Versteuerung ihrer Gewinne und Erbmassen sorgen könnten.

Günter Kallbach, Moabit

Die neue Rententabelle von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sollte keinen überraschen. Altersarmut in Deutschland wird in wenigen Jahren ein Massenphänomen sein. Millionen Arbeitnehmer, Arbeitslose sowie das Millionenheer der Minijobber und Geringverdiener werden bei ihrem Renteneintritt zu Sozialhilfeempfängern degradiert. Unser derzeitiges Rentensystem wird uns bald um die Ohren fliegen, wenn immer weniger Menschen keinen sozialversicherungspflichtigen Dauerarbeitsplatz mehr haben.

Albert Alten, per E-Mail

Warum wird denn das Rentenniveau immer weiter gesenkt? Bis 2030 soll es nur noch 43 Prozent betragen. Warum gibt es denn nur noch Rententabellen, die Renteneinzahlungen von nur 35 bzw. 40 Beitragsjahren anzeigen? Die Renten wurden einmal ab einem Arbeitseintrittsalter von etwa 15 bis 20 Jahren hochgerechnet. Da wurden 45 Beitragsjahre locker erreicht. Die Bundesregierung sollte alle Beamten und Angestellten in die Sozialkassen einzahlen lassen, dann würde es dem System weit besser gehen.

Lothar Wirth, per E-Mail

Misere baden Erzieher und Betreuer in den Schulen aus

Zum Artikel: "Senat: Schulen zu 104 Prozent mit Lehrern versorgt" vom 31. August

Ich kann diese Aussagen der Senatsschulverwaltung nicht mehr hören, weil sie an unserer Schule einfach nicht der Realität entsprechen. Ich arbeite an einer Schule für geistige Entwicklung in Charlottenburg und allein in meiner Abschlussstufenklasse, die ich als Klassenlehrer führe, fehlen vier Lehrerstunden. Diese kann die Schulleitung, mangels zur Verfügung stehender Lehrerstunden, an die Klasse leider nicht weitergeben. Die Schüler sind trotzdem da, und die Misere wird zunehmend auf dem Rücken der pädagogischen Hilfen, wie Betreuer und Erzieher, ausgetragen.

Wilfried Molzahn, per E-Mail

Fernsehen bringt viel zu oft Wiederholungen

Zum Artikel: "Das Publikum wird verachtet" vom 1. September

Herr Kalkofe spricht mir aus dem Herzen. Die Fernsehzuschauer werden geradezu verhöhnt. Es gibt jede Menge gute Filme, aber die Programmmacher hangeln sich von einer Wiederholung zur nächsten. Es ist unerträglich, wie oft dem Publikum zum Beispiel "Krauses Kur" präsentiert wurde und wohl noch wird. Auch "Linda geht tanzen" kommt jetzt mit penetranter Regelmäßigkeit. Andererseits ist nicht zu verstehen, warum am Freitagabend gleich drei verschieden besetzte Talk-Shows ausgestrahlt werden.

Margret Claes, per E-Mail