Leserbriefe

"Büchse der Pandora geöffnet"

Leser zu den Maßnahmen der Euro-Staaten zur Rettung Griechenlands und des Euro

Es ist nicht die griechische Regierung, die hart dafür arbeitet, dass das Land im Euro bleiben darf oder kann. Die Menschen sind es, die vorher wenig hatten und jetzt noch weniger haben werden. Die reichen Griechen haben sich doch schon lange vom Acker gemacht und sind ihrem Staat noch reichlich Steuern schuldig. Wer fragt danach? Niemand.

Lothar Wirth, per E-Mail

Sollte die alternativlose Politik der Sparsamkeit der Kanzlerin durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Wölfe im Schafspelz unterlaufen werden, dann steuern wir politisch gefährlichen Zeiten entgegen - auch in Deutschland. Was das bedeuten würde, ist kaum vorstellbar. Es ist zu hoffen, dass alle Menschen der EU dies erkennen und weiterhin die notwendigen Opfer für die Reparatur Europas bringen, denn die Spekulanten wetzen bereits ihre Messer in der Hoffnung auf Instabilität. Solidarität und Anstrengungen lassen bereits erste Erfolge erkennen: Ich fahre nach Griechenland in den Urlaub.

H. Kunzelmann, per E-Mail

"Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank." - Um diese Lebensweisheit Bert Brechts zu entkräften und künftige Bankenkrisen zu vermeiden, soll gerade der EZB mit Sitz in Frankfurt am Main die Aufsicht über alle Banken der Euro-Zone übertragen werden. Fürwahr, ein Treppenwitz der europäischen Geschichte. Denn eine Krähe (EZB) hackt bekanntlich der anderen (Bank) kein Auge aus. Mit der Wächterrolle bei den europäischen Banken soll die EZB ernsthaft verhindern, dass sich Banken erneut verspekulieren können. Damit hat die EU den Bock zum Gärtner gemacht, weil dafür zuallererst ein Trennbankensystem in Europa notwendig wäre, das in Kredit- und Investmentbanken differenziert, wobei Investmentbanken in die geordnete Insolvenz gehen sollten, damit sie nicht um jeden Preis mit dem Geld der Steuerzahler gerettet werden müssten. Für die Aufgabe der Bankenaufsicht hat sich die EZB aber selber disqualifiziert, weil sie durch den systematischen Ankauf von maroden Staatsanleihen der Südstaaten mittlerweile selber zur europäischen Bad Bank mutiert.

Roland Klose, per E-Mail

Mit den ersten sogenannten Rettungsmaßnahmen in den Jahren 2008 und 2009 haben die Politiker aller Couleur die "Büchse der Pandora" geöffnet, gegen die Nichtbeistandsklausel verstoßen und Verträge gebrochen. Wie in der griechischen Mythologie lässt sich dieses Öffnen der Büchse der Pandora nicht mehr rückgängig machen. Mit dem ESM-Vertrag soll nun eine unkündbare Finanzdiktatur für alle Ewigkeiten errichtet, ein Fass ohne Boden gezimmert werden. Damit wird erneut ein nicht wiedergutzumachendes Unheil angerichtet. Dem Euro-Schulden-Spuk möglichst heil zu entgehen, ohne selbst großen Schaden zu erleiden, ist kaum mehr möglich, ein schreckliches Ende deshalb höchstwahrscheinlich.

Stefan Messelberger, Kronach

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit ihren irrsinnigen Rettungsschirmen die Euro-Krise erst ausgelöst und wird nun zusammen mit Deutschland zugrunde gehen. Das deutsche Volk hat seine Zukunft verschlafen. Die erneute Zusage an Griechenland ist ein grober Verstoß gegen den gesunden Menschenverstand und ein Wirtschaftsverbrechen. Samaras' Versprechen sind Spott auf die Dummheit der deutschen Politiker. Griechenland kann niemals die derzeitigen und auch die künftigen Schulden zurückzahlen. Diese werden durch den weiteren Verbleib Griechenlands in der Euro-Bankrott-Zone nur immer höher. Das deutsche Steuergeld ist endgültig verloren, ohne dass es Griechenland gerettet hat.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Auftreten und Handeln sind vorbildlich für einen Volksvertreter

Zum Artikel: "Watt für ein Minister" vom 30. August

Es kommt selten vor, dass einem Minister nach 100 Tagen Amtszeit ein so gutes Zeugnis ausgestellt wird. Angela Merkel hat mit dem neuen Umweltminister Peter Altmaier einen Volltreffer gelandet. Das spürt der Bürger auf der Straße jeden Tag. Sein Auftreten und Handeln sind schon jetzt vorbildlich für einen Volksvertreter. Er klopft nicht nur Sprüche. Er handelt und das überzeugend im schwierigen Feld der Umweltpolitik. Von solchen Persönlichkeiten brauchen wir mehr.

Klaus-J. Hempel, per E-Mail