Leserbriefe

Furcht vor rücksichtslosen Grillern

Leser zur Forderung von Anwohnern und SPD nach mehr Grillplätzen in Pankow und Charlottenburg

Die Argumentation der Landes-SPD ist populistisch und steht im Widerspruch zum haushaltstechnischen Verhalten der Partei bei den Etats der Bezirke. Das eigentliche Problem ist das unverantwortliche Entsorgen des Mülls durch viele Griller und deren Nichtbereitschaft, ihr Verhalten zu ändern. Die unnötigen Müllentsorgungskosten können die betroffenen Bezirke zunehmend nicht mehr stemmen. Wenn man als lärm- und geruchsbelästigter Anwohner einer solchen Grillfläche die Grillenden um rücksichtsvolles Verhalten bittet, wird man auch schon mal als fremdenfeindlicher Nazi beschimpft, die noch wohlwollendste Bemerkung durch alternativ-liberale umweltbewusste Griller ist die Feststellung, dass man ein Spießer sei.

M. Holz, per E-Mail

Es gibt in Berlin eine Fülle von wichtigeren Aufgaben, wo sich die Landes-SPD austoben könnte, statt sich um so ein Thema zu kümmern. Wie schön ist es jetzt, wenn man durch den Tiergarten geht, wo früher gegrillt wurde, und sieht, wie sich alles langsam erholt. Und dann noch die immensen Summen, die früher für die Beseitigung der Grillreste ausgegeben werden mussten. Das Geld kann nun für andere wichtige Dinge genutzt werden. Mittes Stadtrat Spallek hat recht, wenn er sagt, ,,jetzt sollen die Bezirke neue Grillflächen ausweisen, die keine haben".

Klaus Okrafka, per E-Mail

Tragisches Unglück sollte Zoos nicht generell infrage stellen

Zum Artikel: "Schwarzer Tag im Kölner Zoo" vom 26. August

Der Fall der durch eine Tiger-Attacke getöteten Pflegerin im Kölner Zoo ist tragisch, die Versäumnisse der Pflegerin bei der Eigensicherung kaum erklärbar. Aber sollten deshalb alle Zoos abschafft werden? Nein! Die Tierschutzorganisation Peta will von diesem Fall profitieren. Wir erleben doch schon, was es bedeutet, wenn Naturromantiker Bären, Wölfe, Luchse in dicht von Menschen besiedelten Gegenden freilassen. Tiger werden vermutlich in naher Zukunft in der freien Wildbahn wegen Wilderei und Trophäenjägern nicht mehr anzutreffen sein. Deshalb müssen wir diese Tiere in Zoos für die Nachwelt erhalten. Maßstab bei allen Betrachtungen muss deshalb die Vielzahl der Tierpfleger sein, die über Jahrzehnte hinweg zuverlässig sich und die Besucher vor Übergriffen geschützt haben.

Regina Kröning, Spandau

Berlin hat Weltniveau - aber nicht bei den öffentlichen Toiletten

Zum Artikel: "Wirtschaftsfaktor Tourist" vom 28. August

Am Donnerstag der vergangenen Woche hatte ich auswärtige Gäste. Nach einem umfangreichen Berlin-Programm endete der Abend am Ku'damm. Auf dem Wege zum Bahnhof Zoo wunderten wir uns, dass alle Imbissstände und kleinen Lokalitäten geschlossen waren, was einem Gast den Satz entlockte, "ist ja wie bei uns auf dem Lande". Auf dem weiteren Wege suchte einer der Gäste eine öffentliche Toilette, die ich im Bahnhof Zoo vermutete. Dort angekommen, es war 22.01 Uhr, war alles verschlossen. Auf Nachfrage bei der Bahnauskunft erhielten wir die Auskunft: "Um diese Zeit wird in der Weltstadt Berlin nicht mehr öffentlich gepinkelt", ab 22 Uhr werden alle öffentlichen Toiletten abgeschlossen. Auch wenn mein Gast auf einer nahen Baustelle sein Bedürfnis erledigen konnte, ist dies wohl kaum zu glauben. Ich bin in erster Linie Spandauer und dann erst Berliner, trotzdem war mir das Ganze sehr peinlich und ich habe mich bei meinen Gästen mehrmals entschuldigt. Ist das Weltstadtniveau? Ich habe meine Zweifel.

Jürgen Fila, per E-Mail

Anheimelnde Stimmung wird durch Energiesparlampen zerstört

Zum Artikel: "Und bald hat es sich ausgeglüht" vom 29. August

Ich verstehe nicht, dass keiner etwas gegen das EU-Verbot unternimmt. Nicht nur Theater, sondern auch die Schausteller auf Rummelplätzen leiden unter dem Glühlampenverbot, denn das Licht der Energiesparlampen ist nicht gerade stimmungsfördernd. Auch in der heimischen Umgebung macht sich die neue Technik nicht gut. Sie zerstört die bisher anheimelnde Stimmung.

Lothar Otterstätter, Mariendorf