Leserbriefe

"Auch der Bund muss zahlen"

Leser zu den Problemen bei der Fertigstellung des Großflughafens BER in Schönefeld

Die Planung und Vollendung dieses für Berlin so wichtigen Bauwerks ist komplett in die Hosen gegangen, und das Image der Stadt wurde weltweit beschädigt. Aber welches Großbauvorhaben wurde in letzter Zeit überhaupt pünktlich, kostentreu und wie geplant vollendet? Der Steuerzahler zahlt mal wieder, denn woher soll das Geld sonst kommen?

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Wenn eine Mannschaft erfolglos ist, muss der Trainer gehen. Bei einem Aufsichtsrat ist das nicht anders. Er sollte die Konsequenzen aus seinem Versagen ziehen.

Frank-Michael Orsin, per E-Mail

Es geht nicht, dass sich der BER-Mitgesellschafter Bund aus der Verantwortung für den Großflughafen stehlen und nicht für die verteuerte Fertigstellung zahlen will. Auch der Bund ist im Aufsichtsrat vertreten. Die Aufsichtsräte waren offensichtlich in jeder Hinsicht überfordert. Ungeachtet dessen ist es kritikwürdig, dass die EU bei der Nachfinanzierung dieses konkurrenzlosen öffentlichen Infrastrukturprojekts, für das kein privater Betreiber gefunden werden konnte, mitbestimmen will, obwohl sich die EU noch nicht einmal finanziell daran beteiligt.

Norbert Gewies, Konradshöhe

Mehdorn möchte, dass der neue Flughafen schnell in die Hufe kommt? Lieber Air-Berlin-Chef, hier haben Sie sich vergaloppiert, denn bei Pferden sind die Hufe schon angewachsen. Da sind wohl die Redensarten "in die Puschen kommen" und "mit den Hufen scharren" (vor Ungeduld) durcheinandergeraten. Und das passt wieder erstaunlich gut zum Flughafen-Chaos.

Prof. Dr. Dagmar Schmauks, per E-Mail

Was passiert, wenn der irgendwann einmal fertige Flughafen aus irgendeinem Grund vorübergehend gesperrt werden muss? Welchen Ausweichflughafen gibt es dann? Leipzig oder Dresden? Tempelhof existiert nicht mehr. Tegel ist bereits verplant. Das Land Berlin hat in Zukunft als Hauptstadt auf seinem Stadtgebiet keinen Flughafen mehr.

Wilfried Ricardo Widera, Buckow

Zu spätes Reagieren auf bereits seit Jahren erkennbare Missstände

Zum Artikel: "Personalräte der Bezirke wehren sich gegen Stellenabbau" vom 14. August

Der Hauptpersonalrat schlägt Alarm, da der Personalabbau in den Verwaltungen bürgerfreundliche Dienstleistungen verhindert. Das ist doch alles seit Jahren bekannt. Warum haben die Personalräte ihre Stimme nicht schon lange lautstark erhoben und Druck gemacht? Jetzt, wo es fast zu spät zum Handeln ist, wachen sie auf.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Die Angst vor einem Abrutschen in Hartz IV wird rigoros ausgenutzt

Zum Artikel: "Der ungeliebte Hartz-Erfolg" vom 16. August

Schon vor zehn Jahren war klar, gegen die SPD konnte man Hartz IV nicht durchsetzen, und so setzte die rot-grüne Koalition unter Gerhard Schröder die Arbeitsmarktreformen selber durch. Seitdem hat es die SPD bei den Wählern schwer, weil sie unglaubwürdig geworden ist und die Ideale einer Arbeiterpartei verraten hat. Wenn heute SPD-Funktionäre immer wieder verlauten lassen, dass Hartz IV alternativlos war und man nun über Änderungen und Abschwächungen der Reform verhandeln müsse, wird dies von den Bürgern nicht mehr ernst genommen. Hartz IV hat zwar die offiziellen Arbeitslosenzahlen verringert, doch der Billiglohnsektor ist erheblich gewachsen. Den Arbeitgebern wurde ein Druckmittel in die Hand gegeben, dass es ihnen ermöglicht, die Angst vieler Arbeitnehmer vor einem Abrutschen in Hartz IV auszunutzen. Was habe ich davon, obwohl ich als Beamter einen sicheren Arbeitsplatz habe, wenn mein soziales Umfeld im Chaos versinkt und ich mich tagtäglich mit Bettlern auseinandersetzen muss, die mir auch leidtun? Auch ich habe vor Hartz IV besser und harmonischer gelebt, und ich bin nicht gewillt, die sozialen Verwerfungen in unserer Gesellschaft noch weiter zu ertragen.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Begründungen der Konzerne sind nur Fantasiegebilde

Zum Artikel: "Benzinpreis steuert auf neues Rekordhoch zu" vom 13. August

Seit Jahren steigen vor und nach den Ferien die Benzinpreise. Die Begründungen der Konzerne sind nur Fantasiegebilde, mit denen wir verdummt werden sollen. Die Politik macht mit, weil sie keine Mittel findet, diesem Treiben Einhalt zu gebieten und auf die Steuereinnahmen aus dem Kraftstoffverkauf angewiesen ist.

Regina Kröning, Spandau