Leserbriefe

"Aufsichtsrat muss zurücktreten"

Leser zu der drohenden neuerlichen Verschiebung des Eröffnungstermins für den Großflughafen BER

Die schlechten Nachrichten zum Stand der voraussichtlichen Inbetriebnahme des Flughafenprojekts BER in Brandenburg reißen nicht ab. Ständig werden neue Fertigstellungstermine genannt; offenbar will niemand die Verantwortung für ein Scheitern der Inbetriebnahme verantworten. Hinzu kommt, dass sich nunmehr plötzlich milliardengroße Finanzierungslöcher auftun, eine Insolvenz ist nicht mehr ausgeschlossen. Es droht eine Investruine zu entstehen. Geradezu ein Schulbeispiel fehlender Kompetenz und Verantwortungslosigkeit von Management, aber noch mehr seitens der verantwortlichen Politiker in Berlin und Brandenburg. Was hier auf Kosten der Bevölkerung und der Steuerzahler abläuft, ist nicht mehr zumutbar.

Michael Haugk, per E-Mail

Nun ist wohl das nächste Bauernopfer fällig, Flughafenchef Rainer Schwarz muss weg. Der Hauptverantwortliche für das Desaster aber, der Aufsichtsratvorsitzende Klaus Wowereit, bleibt.

Egon Franke, per E-Mail

Langsam zweifelt auch der gelassenste Berliner daran, dass der BER in absehbarer Zeit fertig wird. Wenn man von dem ganzen Dilemma erfährt, kann einem schon mulmig werden. Im Prinzip müsste die gesamte verantwortliche Mannschaft ausgetauscht werden und ein Plan erstellt werden, um das Chaos zu ordnen und eine fachgerechte Ausführung - ohne architektonische Befindlichkeiten - zu ermöglichen.

Thomas Hansen, per E-Mail

Rainer Schwarz wird das nächste Bauernopfer und hochdotiert seinen Posten verlassen, Klaus Wowereit weiterhin nichtssagend die Situation aussitzen und den Unschuldigen spielen. Irgendwie und irgendwann wird die prachtvolle Eröffnung des Flughafens pompös gefeiert, und Familien und Neugierige werden staunend durch einen enorm teuren Flughafen laufen, der nach vielen Pannen zuvor dann tatsächlich ans Netz geht.

Michael Klages, Spandau

Der Kostenrahmen des Projekts liegt inzwischen bei 4,2 Milliarden Euro, 1,7 Milliarden Euro über der ursprünglichen Planung. Und das ist bestimmt immer noch nicht die endgültige Baukostensumme. Hier hat das gesamte Management einschließlich des Aufsichtsratvorstands versagt.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Fest steht bereits jetzt, dass der BER knapp zwei Milliarden Euro mehr kosten wird. Ein Skandal und ein Zeichen von Unfähigkeit. Die Zeche zahlt mal wieder der Steuerzahler. Auffallend ist nur, dass sich dafür niemand verantwortlich fühlt. Weder der Flughafenchef noch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit oder Ministerpräsident Matthias Platzeck als Vorsitzende des Aufsichtsrats. Ein Rücktritt beider Herren vom Aufsichtsratsposten ist überfällig.

Ralf Jacobius, per E-Mail

Mir kommt das Grausen, wenn ich morgens die Zeitung lese: Flughafen, Bildung, Oper, S-Bahn, Olympiabewerbung, Planung Tempelhofer Feld, Straßenzustand, Wasserbetriebe, landeseigene Betriebe, öffentliche Sicherheit ... Diese Stadt ist gebeutelt mit denen, die sie verwalten. Es fehlen Kreativität, Planungssicherheit und Projektführung. Was auch immer angefasst wird, scheitert an der Inkompetenz der Verantwortlichen.

Uwe Schmidt, Friedenau

Im Spitzensport zählen meist nur Titel und Medaillen

Zum Artikel: "Der nette Herr Löw kann auch anders" vom 14. August

Warum brüllt der wenig selbstkritische DFB-Nationaltrainer Löw wie ein angeschossener Löwe öffentlich seine Kritiker an? Hat er nicht verinnerlicht, dass im Spitzensport in erster Linie Titel und Medaillen zählen? Er muss sich fragen lassen, warum das gerade mit unseren Fußball-Millionären nicht klappt.

Peter Beyer, per E-Mail

Jogi Löw liegt richtig, wenn er zur sportlichen EM-Kritik Zustimmung signalisiert und Lehren ziehen will. Aber die Debatte über das Mitsingen der Nationalspieler bei der Nationalhymne bewertet er falsch. Es geht dabei nicht um gute Deutsche, sondern um die Einstellung des Einzelnen zu Deutschland. Nationalspieler sein ist doch eine Ehre. Da sollte das Mitsingen der Nationalhymne eine Selbstverständlichkeit sein.

Norbert Neugebauer, Friedrichshain

Dass viel Müll über Trainer Löw und seine Spieler ausgekübelt wird, müssen sich die gefallen lassen. Sie sind sehr großspurig aufgetreten im Vorfeld. Mannschaft und Trainer haben versagt, und alle Beteiligten sollten das auch so zugeben. Ein langfristiges Konzept endet im Allgemeinen in Endspielen und Siegen in einem Finale.

Lothar Wirth, per E-Mail