Leserbriefe

"Um eine Attraktion ärmer"

Leser zum Ende der Seefestspiele in Wannsee, die ab 2013 nicht mehr in Berlin stattfinden sollen

Es gibt keinen besseren Standort für Seefestspiele als Berlin, und dann noch am Wannsee - davon profitieren die Deutsche Entertainment AG (Deag) und auch die Stadt. Veranstalter Peter Schwenkow von der Deag sollte gegen Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) kämpfen. Dieser Verhinderer kommt offensichtlich aus der linken SPD-Ecke.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sollte sich mehr um das Straßenbild in den Bezirken kümmern, als ihre Zeit damit zu vergeuden, irgendwelche fragwürdigen Verordnungen gegen die Seefestspiele zu erlassen. Letztlich sind solche Seefestspiele nicht nur eine Bereicherung für das kulturelle Leben in Berlin, sondern sie locken auch zahlungskräftige Besucher an.

Niels Korthauer, Charlottenburg

Was haben wir in Berlin nur für eine Regierungsriege? Da wird unserer Stadt von Dilettanten ein Highlight wie die Seefestspiele versaut, und die Veranstalter ziehen im nächsten Jahr in eine andere Stadt. Die Interessen der Zuschauer werden von diesen Politikern einfach ignoriert. Ich denke, die Herren sollten sich weiter um Radwege kümmern und kulturelle Angelegenheiten Fachleuten wie Peter Schwenkow überlassen. Unsere Stadt hat offensichtlich nur kleinkarierte Politiker verdient, denen keine größeren Projekte gelingen.

Gert Luft, per E-Mail

Der künftige Standort der Seefestspiele wird der Gemeinde, die diese ausrichten darf, bestimmt viel Freude und internationale Anerkennung bringen. Was hat Christian Gaebler nur geritten, hier in feudalherrschaftlicher Manier die Arbeiten des Bühnenaufbaus wegen Nichtigkeiten zu torpedieren? Angeblich sei es ihm nur um das Prinzip gegangen, nicht anderes war der Grund des Verweigerns für den ursprünglich geplanten Bühnenaufbau. Der Bau ist temporär, und eine dauernde Schädigung des Schutzgebiets ist wohl kaum zu befürchten. Schade, so wird Berlin wieder um eine Attraktion ärmer.

Thomas Hansen, per E-Mail

Gratulation, Peter Schwenkow! Bleiben Sie den Möchtegernpolitikern des Senats gegenüber standhaft und gehen Sie mit Ihren Festspielen in eine der Städte, in denen Sie gern gesehen sind. Es ist erneut eine Schande für Berlin, aber was soll man bei dem Senat anderes erwarten.

Dieter Foerster, per E-Mail

Abmachung des Koalitionsvertrags wird plötzlich wieder infrage gestellt

Zum Artikel: "Zukunft des ICC: SPD will Entscheidung noch im Herbst" vom 6. August

Eigentlich waren die Würfel im Senat längst gefallen: Deutschlandhalle abreißen (Verfall von Messegesellschaft und Senat provoziert), dafür ICC sanieren. So war die Absprache im Koalitionsvertrag. Aber was interessiert das Geschwätz von gestern.

D. Pawlowski, per E-Mail

Der Taut-Erker war es selbst, der in sich zusammenfiel

Zum Artikel: "Trotz aller Proteste: Denkmalschützer besteht auf Rekonstruktion des Taut-Glaserkers am Jagdschloss Glienicke" vom 11. August

Das Anliegen, das Haupttor nach Glienicke zu öffnen, kann ich nur von ganzem Herzen unterstützen. Alles andere hieße, die eigentlich vergangene Teilung faktisch aufrechtzuerhalten - diesmal vonseiten Berlins. Der Taut-Erker war es selbst, der in sich zusammenfiel, der aus sich heraus nicht mehr haltbar war, und das will schon was heißen. Gewiss hat ein zeugnisgebender moderner Bau das gleiche Recht, wiederaufgebaut zu werden, wie ein zeugnisgebender Bau aus davor liegenden Jahrhunderten. Was aber ist, wenn das so ziemlich einzige Zeugnis darin besteht, nicht nur dem Alten zu nahe auf den Leib gerückt zu sein, sondern geradezu in dessen Leib implantiert worden zu sein, dass es dem Baukörper förmlich den Magen umdreht und Menschen, die dessen ansichtig werden, gelinde gesagt auch?

Helmut Krüger, Potsdam

Fehlende Parkplätze provozieren Verkehrsverstöße

Zum Artikel: "Der lange Weg zur Fahrradhauptstadt" vom 31. Juli

In einer Großstadt wie Berlin wird es in der Innenstadt immer Probleme im Auto-Rad-Fußgänger-Verkehr geben. Es ist falsch, Radwege auf Kosten von Parkplätzen anzulegen, wo schon jetzt Parkraummangel besteht und davon noch 20 oder mehr Prozent wegfallen sollen. Autos werden dann auf dem Radweg geparkt, der Radfahrer müsste ausweichen. Im Senat muss darüber nachgedacht werden, wie Auto- und Radverkehr nebeneinander funktionieren.

Manfred Rupprecht, Reinickendorf