Leserbriefe

"Weltweit Kultstatus erreicht"

Leser zu den Buddy-Bären, die aus Kostengründen nicht auf dem Kudamm aufgestellt werden sollen

Was macht Berlin für die vielen Touristen so attraktiv? Es ist die Vielfalt: zwei Boulevards, drei Opernhäuser, viele Theater, der Friedrichstadtpalast, die Berlinale, der Karneval der Kulturen, die Lange Nacht der Museen, die vielen Sehenswürdigkeiten - zu denen auch die Buddy-Bären gehören -, die unsere Stadt so unverwechselbar machen. Berlin ist arm, sehr sexy, aber unvergleichlich. Dazu haben die Buddy-Bären mit beigetragen - sie werben in der ganzen Welt für unsere Hauptstadt.

Dunja Töpfer, Lichterfelde

Die Überschrift "Aus für die Buddy-Bären" hat mich tief getroffen. Das kann doch unmöglich wahr sein! So weit ich mich umschaue, finde ich keinen weit und breit, der die besten und sympathischsten Botschafter Berlins nicht super findet. Die Buddy-Bären gehören zu Berlin wie die Goldelse und die Quadriga.

Markus Marx, per E-Mail

Vor knapp drei Wochen war ich in St. Petersburg und sah dort zufällig die Ausstellung der United Buddy Bears, die ganz in der Nähe der Eremitage - im Rahmen des Deutschlandjahres in Russland - für Toleranz, Frieden und Demokratie wirbt und damit letztlich für das demokratische, freiheitliche Deutschland. Diese Ausstellung kommt derart gut bei den Russen an (ich kann recht gut Russisch und habe mich mit vielen hierüber unterhalten), es ist unglaublich! Schön, dass aus Deutschland, aus Berlin so positive Zeichen kommen. Und nun lese ich "Aus für die Buddy-Bären". Was für eine irritierende Überschrift! Denn ich habe mich - gleich nach meiner Rückkehr aus Russland - eingehend mit dem Thema Buddy-Bär beschäftigt. Ein Thema, das offenbar Millionen Menschen in der ganzen Welt fasziniert. Es handelt sich bei den United Buddy Bears um ein Non-Profit-Projekt für Völkerverständigung, Frieden und Freiheit. Viele Kinderorganisationen werden durch Einnahmen, Spenden und Versteigerungen rund um die Aktivitäten mit den Buddy Bears unterstützt. Mehr als 1,9 Millionen Euro sind schon für Unicef und andere Kinderhilfsorganisationen zusammengekommen. Schulen wurden und werden gebaut: in Angola, Sierra Leone, Tansania. Die Arche in Berlin wird unterstützt und vieles mehr.

Isabelle Ricardo, Grunewald

Die Buddy-Bären haben einen weltweiten Kultstatus erreicht. Deshalb ist es schade, dass die Bemühungen von Stadtrat Marc Schulte so wenig Resonanz bei den Bundesländern gefunden haben. Vielleicht war aber das Herangehen, die Bundesländer um finanzielle Unterstützung zu bitten, verkehrt, denn alle haben leere Kassen. Trotzdem schade für das Projekt, das alle Berliner und unsere weltweiten Besucher begeistert hätte, dass es nun nicht zustande kommt.

Terence Badour, per E-Mail

Von Oscar Wilde stammt der Ausspruch: "In den besten Zeiten der Kunst gab es keine Kunstkritiker." Heute gibt es solche, die der Bevölkerung vorschreiben wollen, was Kunst ist und was uns gefälligst zu gefallen hat. Die Bevölkerung lässt sich aber nicht mehr für dumm verkaufen und hat längst eine eigene Meinung. Und diese Meinung sagt ganz eindeutig: Die Berliner und die Touristen lieben die Berliner Buddy-Bären.

Anita Voigtländer, Kreuzberg

Die Debatte über die Buddy-Bären ist längst mit den Füßen und Millionen Fotos entschieden worden. Dort, wo es Buddy-Bären gibt, gehen die Menschen hin, sind begeistert, freuen sich, lachen, stellen sich daneben und machen Fotos. Diese Bilder werden ins Internet gestellt, werden per Mail versandt, gehen um die Welt und werben so für Berlin.

Yvonne Schwarz, Westend

Notwehr-Handlung der Länder gegen Begünstigung von Steuerstraftätern

Zum Artikel: "Nordrhein-Westfalen verteidigt CD-Ankauf" vom 11. August

Der Ankauf von Daten-CDs zur Feststellung, Verfolgung und Ahndung von Steuerhinterziehung in nicht unerheblichen Ausmaßen ist nicht nur gerechtfertigt, sondern dringend geboten. Die Argumentation, dies sei Hehlerei, wird allein schon dadurch ausgehebelt, dass die Schweizer Banken seit Jahrzehnten Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten. Das von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lausig ausgehandelte Steuerabkommen leistet nicht das, was ein solches Abkommen leisten sollte: nämlich die komplette Erfassung von hinterzogenem Geld und die vollständige Nachversteuerung desselben (und nicht nur der Zinsen!) mit entsprechender konsequenter steuerstrafrechtlicher Verfolgung der Hinterzieher. So gesehen könnten wir dieses Abkommen ebenfalls als Beihilfe zur Hinterziehung betrachten und den Ankauf von Daten-CDs als Notwehrhandlung der Länder gegen die Begünstigung von Steuerstraftätern durch den Bund.

Harry Vierath, per E-Mail