Leserbriefe

"Unangemessene Entlohnung"

Leser zu den Vergütungen für den Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz

Es ist keinesfalls eine Neiddebatte, wenn festgestellt werden muss, dass die Bezüge von 555.000 Euro im Jahr 2011 für BER-Chef Rainer Schwarz unverschämt hoch sind. Schwarz mag bei der Einstellung hohe Gehaltsforderungen erhoben haben, aber dass ausgerechnet der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, Klaus Wowereit, diesen Vergütungen zugestimmt hat, muss verwundern. Denn diese Beträge übersteigen nicht nur das Jahressalär einschließlich der Abgeordnetendiäten unserer Bundeskanzlerin. Sie sind auch ein Vielfaches von Wowereits Bezügen.

Olaf Hessemer, Konradshöhe

Wenn derart überhöhte Gehälter beziehungsweise Altersvorsorge für nicht erbrachte Leistung vom Senat und somit vom Steuerzahler bezahlt werden müssen, braucht man sich nicht wundern, dass die Stadt mit etwa 63 Milliarden Euro hoffnungslos verschuldet ist und ohne fremde Hilfe da nicht mehr herauskommt.

Lothar Wirth, per E-Mail

Dem Steuerzahler, Wähler und Bürger wird übel, wenn er von dieser unverschämten und unverdienten Altersvorsorge und den entsprechenden Erfolgsprämien für diese Herren liest. In der Privatwirtschaft wären solche Manager wegen Unfähigkeit entlassen worden. Aber Moral und gesunder Menschenverstand sind auf dieser Ebene wohl ausgeschaltet. Der Steuerzahler darf auch für die 1,4 Milliarden Mehrkosten für den BER aufkommen.

Ralf Lorych, per E-Mail

Die Kritik an den Spitzengehältern für Führungskräfte landeseigener Unternehmen ist berechtigt. Denn letztlich ähneln die aufgeführten Vergütungen in frappierender Art und Weise jenen von früheren Investmentbänkern, da es neben einem prächtigen Grundgehalt nur Boni, aber keine Mali gibt. Deswegen kann man schon von einer gewissen Gier oder Mitnahmementalität sprechen. Die angespannte Haushaltslage in Berlin erfordert von den Besserverdienenden im öffentlichen Dienst mehr denn eine kritische Selbstreflexion und Solidarität mit der übrigen Bevölkerung. Jeder Euro, der in die eigene Tasche fließt, kann nicht für sinnvolle Zwecke ausgegeben werden.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Die Frage, die sich der redliche Steuerzahler stellt, ist, wer hat diese Gehälter, Boni und Sonderzuschläge berechnet und auch genehmigt? Waren das etwa die von ihm gewählten Volksvertreter? In einem Betrieb wären derart schlecht arbeitende leitende Angestellte ohne Altersabsicherung und ohne Abfindung im hohen Bogen rausgeflogen. Aber wir haben es ja, wir Steuerzahler werden schon zahlen.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Arrogante Geringschätzung für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst

Zum Artikel: "Zwischen Baustelle und Berg: Klaus Wowereit sucht den richtigen Weg" vom 5. August

Wowereit ist doch nur das, was seine Umwelt, insbesondere die Medien aus ihm gemacht haben. Er weiß immer alles besser, und das ist nicht gut so, wie jetzt so mancher, der sich hat blenden lassen, erkennen muss. Sein nachhaltiges Leistungsvermögen und seine Leistungsbilanz hat ihre Autorin zwar nicht erschöpfend, aber doch die wichtigen Versagerposten aufgelistet. Wowereit hat sich in seinem Coup gesonnt, damals 2001 beim Nominierungsparteitag der Berliner SPD in seiner Not der Presse zuvorgekommen zu sein und sich kurzentschlossen geoutet zu haben. Es war gewiss ein riskantes Spiel, aber sein zockerartiges Kalkül mit den möglichen parteiinternen und öffentlichen Reaktionen ging erst einmal auf. Seine teure Personalpolitik etwa zum Wohle von BER-Chef Rainer Schwarz steht im krassen Widerspruch zu der sozial verpflichtenden Kompetenz im Rahmen seiner Fürsorgepflicht und seiner arroganten Geringschätzung gegenüber den Mitarbeitern im öffentlichen Dienst.

Norbert Gewies, Reinickendorf

Deutsche Bahn setzt Prioritäten an den falschen Stellen

Zum Artikel: "Am Gesundbrunnen geht es nicht voran" vom 3. August

Nun wird also auch der Bau der Empfangshalle am Bahnhof Gesundbrunnen verschoben. Was ist eigentlich los in unserer Stadt? Man kommt sich vor, als ob man nur noch von Dilettanten umgeben ist. Wenn wenigstens die S-Bahn mal richtig fahren würde, doch darauf können wir uns schon seit drei Jahren nicht mehr verlassen. Und alles nur, weil die Deutsche Bahn ihre Prioritäten an den falschen Stellen setzt und lieber ein teures Projekt wie Stuttgart 21 verwirklichen will, anstatt endlich mal etwas für die Pünktlichkeit der Züge zu tun und den Service am Kunden entscheidend zu verbessern.

Thomas Henschke, per E-Mail