Leserbriefe

"Fahrten sind kein Selbstzweck"

Leser zu der Jahresparkvignette für Handwerker, die es ab 1. November für 200 Euro geben soll

Es ist begrüßenswert, dass der Senat in diesem Fall für weniger Bürokratie sorgen und nun Handwerkern gegen die Zahlung einer Gebühr in Höhe von 200 Euro das Parken im gesamten Stadtgebiet erleichtern will. Ein wenig verwunderlich ist aber schon, dass eine Prüfung für die Pflegedienste, wie Sie schreiben, im mobilen Einsatz erst noch erfolgen muss, denn: was unterscheidet deren täglichen Notdienst am Menschen von dem des Handwerkers? Hier wäre es sinnvoll, nicht nur erst für eine Gruppe zu denken, sondern gleich ein sinnvolles Konzept für mehrere Berufsgruppen zu definieren, die auf solche praktischen Lösungen angewiesen sind.

Frauke Müller, per E-Mail

Ein Parkausweis bringt lange noch keinen freien Parkplatz. Es wird weiter wie bisher in zweiter Reihe geparkt werden. Und Ordnungshüter, die dagegen einschreiten, sind Mangelware. Bei der neuen Lösung darf der Privatwagen vom Chef plötzlich auch überall parken. Wer prüft den Kreis der Berechtigten und der berechtigten Fahrzeuge? Warum soll der Handwerker stundenlang die so dringend benötigten Kurzzeitparkplätze blockieren können und dann auch noch mit bis zu fünf Fahrzeugen? Wenn der Parkplatz nach Zeit bezahlt werden müsste, wäre er vielleicht schneller wieder weg. Das ist ja schließlich der Sinn von Parkzonen. Ich erinnere mich an die Möglichkeit, in Parkzonen den Parkschein per Handy zu lösen. Da gibt es keine Probleme mit Zeitüberschreitungen, und es wird minutengenau abgerechnet.

F. Finger, per E-Mail

Es kreißte der Berg und gebar eine Maus. Besser kann man die Handwerkerparkvignette des Berliner Senats nicht beschreiben. Bereits in der Denkweise von Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD), es sollen möglichst wenig Autos in die Innenstadt fahren, steckt der Fehler. Autos fahren nicht zum Selbstzweck durch die Innenstadt, sondern weil deren Lenker dort etwas zu tun haben. Das betrifft sicher Rohrleger, Maler, Fliesenleger, aber auch Teppichleger, Hauspflegedienste und sogar Journalisten. Auch all diese Berufsgruppen nutzen für ihre Arbeit kein Lastenfahrrad wie in der Kaiserzeit, sondern ein Automobil. Auch wenn jetzt Grüne Gift und Galle spucken werden: baut Berlin autofreundlicher, richtet wieder Parkplätze ein und macht den Bau von Tiefgaragen wieder zur Genehmigungsgrundlage im Wohnungsbau. Und schafft die unsinnigen Parkraumbewirtschaftungszonen ab. Damit blecht der Autobesitzer für einen Stellplatz, den er mit Kfz- und Mineralölsteuer eigentlich schon erworben hat.

Ralf Drescher, Lichtenberg

Für eine zivilisationsbedingte Erwärmung gibt es keine Beweise

Zum Artikel: "Frühling, ähhh, Herbst und Winter" vom 19. Juli

Was hat unser schöner Planet nicht schon alles miterlebt. Eiszeiten, Warmzeiten, kosmische Explosionen, Meteoriteneinschläge, verheerende Vulkanausbrüche, Erdbeben, Überschwemmungen, Dauerregen, Waldbrände. Dieses ganze geologische Unheil, nicht die eines Paradieses, beschreibt die Geschichte unserer Erde. Dabei musste sich die Menschheit immer wieder aufs Neue anpassen, um nicht zu erfrieren oder zu verhungern. Momentan wird vermutet, es drohe eine durch CO2 verursachte Klimakatastrophe. Forschungen sollen ergeben haben, dass es immer schon Zeiten gab, in denen dasselbe anstieg, die Temperatur aber abfiel oder umgekehrt. Deshalb können wir nur annehmen, es gäbe eine zivilisationsbedingte Erwärmung. Ohne wirkliche Beweise dafür. Kritiker behaupten, mit den vielen in den weltweiten Kampf gegen die CO2-Emissionen investierten Milliarden wäre es besser, den Hunger und anfallendes Elend zu bekämpfen. Aber solange sich die Probleme der Energieerzeugung nicht allein mit Wind und Sonne lösen lassen, wird unsere Zivilisation auch weiterhin umweltfeindliche Rohstoffe dafür einsetzen müssen. Es wäre sicherlich von Vorteil, so rasch wie möglich geeignete Lösungen zu finden. Noch bevor die Erde rasantere Mittel einsetzt, um sich zu wehren.

Peter Fuchs, per E-Mail

Stillgelegte Pumpwerke müssen wieder in Betrieb genommen werden

Zum Artikel "Grundwasser bis zur Kellerkante" vom 21. Juli

Bereits in den 90er-Jahren war abzusehen, dass die jetzige Situation mit überfluteten Kellern eintreten wird. Schon damals wurden die Anwohner des Blumenviertels mit vollgelaufenen Kellern konfrontiert. Ursache war das Abschalten der Pumpstation Johannisthal. Durch das Beibehalten dieser Situation ist eine weitere Verschlechterung eingetreten. Für den Runden Tisch kann es nur eine Lösung geben: das Grundwasser abpumpen und alle damals stillgelegten Pumpwerke schleunigst wieder zu betreiben.

Dietmar Lorenz, Lichtenrade