Leserbriefe

"Löw kann keinen Titel holen"

Leser zum Ausscheiden der deutschen Fußballer nach der EM-Halbfinalniederlage gegen Italien

Irgendwie hat man es ja geahnt, dass es erneut gegen Italien nicht reichen wird. Trotz des jüngeren Kaders und der längeren Verschnaufpause nach dem Viertelfinale war die deutsche Mannschaft vor allem wohl auch mental nicht in der Lage, den Italienern Paroli zu bieten. Schon der Blick in die verängstigten, wenig optimistischen Gesichter der deutschen Spieler beim Abspielen der Nationalhymne ließ Schlimmes erahnen. Da wirkten die inbrünstig ihre Hymne trällernden Azzurri selbstbewusster und entschlossener. Nach dieser Niederlage muss sich auch der Bundestrainer fragen lassen, welche persönlichen Konsequenzen er aus der erneuten Niederlage seiner Mannschaft im Halbfinale eines wichtigen Turniers zieht. Ein Trainer für den Gewinn eines EM- oder WM-Titels ist er offensichtlich nicht.

Bernd Brade, Friedrichshain

Was ich im Freundeskreis schon vor der EM äußerte, wurde nun wiederholt bestätigt: Mit Löw holen wir nie einen Titel. Dessen Jugendwahn ist mal wieder fehlgeschlagen, seine Lieblinge Özil, Khedira und Co. haben versagt. Nach 2014, wenn dann endlich der Trainervertrag ausläuft und Löw, Bierhoff und Konsorten den Hut nehmen, haben wir wieder Chancen.

Christian Hahn, Friedenau

Spirituelle Shamballa-Armbändchen ersetzen eben nicht die innere Einstellung, mit der man ein EM-Halbfinale angehen muss. Dass die italienischen Spieler den deutschen weit überlegen waren, konnte jeder vom Beginn des Abspielens der Nationalhymnen bis zur letzten Minute der Nachspielzeit sehen. Während die deutsche Elf Fußball spielen wollte, hatten die Italiener den unbedingten Willen zum Sieg. Klinsmann und Löw ist es hoch anzurechnen, dass sie die deutsche Nationalmannschaft mit attraktivem Fußball wieder salonfähig gemacht haben. Dennoch sollte jetzt auch ein wenig Selbstkritik einsetzen, denn wohl selten hat ein Bundestrainer einen qualitativ so hochwertigen Kader zur Verfügung gestellt bekommen. Daraus eine erfolgreiche Mannschaft zu kreieren, die auch Titel gewinnt, ist die Aufgabe des Bundestrainers. Da haben andere Trainer schon aus weniger mehr gemacht.

O. Berger, per E-Mail

Ich gebe zu und kann es nicht verhehlen, dass ich die Niederlage der Deutschen bei der Fußball-EM mit Gelassenheit und auch Zufriedenheit zur Kenntnis genommen habe. Denn diese Fußball-Euphorie und dieser Medienhype, der vor allen Dingen bei ARD und ZDF mit teilweise dümmlichen Sendungen wie "Waldis Club" oder der ZDF-Arena von der Insel Usedom betrieben wurde, war schon nicht mehr auszuhalten. Vorbei die Silvesterknallerei, der übertriebene Fahnenkult an den Autos und der hysterische Party-Patriotismus: Der Ausnahmezustand der Gehirne ist beendet und man wendet sich endlich wieder dem normalen Alltag zu und kümmert sich um die wirklich brennenden politischen Fragen, die uns vor allen Dingen in Europa stark beschäftigen und interessieren sollten.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Merkwürdige Ungereimtheiten und sonderbare Zufälle

Zum Artikel: "Verfassungsschutz vernichtet wichtige Geheimdienstunterlagen" vom 29. Juni

Am 4. November 2011 wurden die Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach einem Banküberfall im Wohnmobil von der Polizei aufgespürt und erschossen sich. Am selben Tag war ihre Komplizin Beate Zschäpe aus dem Unterschlupf des Trios in Zwickau geflüchtet. Der Verfassungsschutz soll wichtige Geheimakten zur Zwickauer Zelle am 11. November 2011 vernichtet haben, genau an dem Tag, als die Bundesanwaltschaft die Aufklärung der NSU-Mordserie übernahm. Merkwürdig. Da gibt es Zufälle, an die man nicht glauben will. Ebenso wie die Spekulationen zum Tod von Mundlos und Böhnhardt. Mal war es Selbstmord, mal ein Versehen. Die Frage drängt sich auf, ob sie vielleicht irrtümlich erschossen wurden.

Roger Morell, per E-Mail

Kaum erkennbare Maßnahmen gegen die Gefahr durch Raupen

Zum Artikel: "Deutschland unter weißen Schleiern" vom 24. Juni

Der Befall der Eichen im Land Brandenburg mit den Eichenprozessionsspinnerraupen ist in diesem Jahr dramatisch angestiegen. Die allergischen Reaktionen bis hin zu Atembeschwerden, die die Härchen dieser Raupen beim Menschen auslösen, konnten wir am eigenen Körper erleben. Ärgerlicherweise wird von der Brandenburger Behörden kaum etwas gegen den Befall unternommen. Teilweise werden befallene Bäume lediglich mit rot-weißem Band markiert, teilweise ein Schild vor einer Baumgruppe angebracht, oft aber gibt es keine Hinweise auf die Gefahr.

Hartmut Kalesky, Stahnsdorf