Leserbriefe

"Europa steht vor dem Bankrott"

Leser zur Rolle Deutschlands bei der Euro-Rettung mit immer neuen Milliardenhilfen und Bürgschaften

Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) und Fiskalunion sind genauso schlimm wie Euro-Bonds. Nach der Unterzeichnung des von Merkel propagierten ESM-Vertrages haftet Deutschland für die Schulden der gesamten EU. Das ist eine unverantwortliche Haltung, die ein Wirtschaftsverbrechen darstellt. Wegen der Euro-Krise denkt Großbritannien inzwischen laut über einen Austritt aus der EU nach. Auch Deutschland wäre gut beraten, wenn es ebenso dächte. Denn Europa steht vor dem Bankrott, auch wenn es viele Politiker nicht wahrhaben wollen. Mit dem Rettungsschirmwahn von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird auch Deutschland mit in den Ruin gerissen. Jetzt muss endlich eine Volksabstimmung über den Euro und die EU her.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Wer blickt bei dem Euro-Schuldenchaos eigentlich noch durch? Unsere Politiker bestimmt nicht. Jeden Tag gibt es neue Hiobsbotschaften. Ohne Vertrauen des Bürgers in die Grundlagen des europäischen Zusammenlebens - dazu gehört die Währung - wird der Traum von einem geeinten Europa bald verflogen sein.

Christian Luban, per E-Mail

Wer versteht noch die Euro-Krise, die Rettungsinstrumente mit den so fantasievollen Namen, die Politiker mit ihren monatlich wechselnden Rettungsratschlägen, die Medien, die mal warnen und mal Hoffnung verbreiten? Wer versteht noch Bundeskanzlerin Angela Merkel? Wohin führt sie uns? Fast monatlich werden die Belastungen Deutschlands im europäischen System höher. Dieser Wahnsinn wird deutlich in der Schuldenexplosion Griechenlands. Als die Krise begann, lag Griechenlands Schuldenlast gerade mal bei 100 Prozent des Bruttosozialproduktes. Nach mehreren Jahren des Sparens und trotz Schuldenschnitts ist der Schuldenstand auf etwa 160 Prozent gestiegen. Sollten nun Spanien und Italien ebenfalls unter den Rettungsschirm schlittern, dann bürgen Deutschland und Frankreich zusammen für insgesamt mehr als vier Billionen Euro Schulden. Das ist fast so viel wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt beider Staaten zusammen. Glaubt man Wirtschaftsexperten, so steuern wir schnurgerade auf den größten Staatsbankrott der Weltgeschichte zu. Die Mehrheit der Europäer rechnet offenbar nicht mehr damit, dass Griechenland die geliehenen Finanzhilfen jemals zurückzahlen wird. Als Konsequenz befürwortet ein Großteil der Europäer den Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone, in Deutschland sind das 78 Prozent, in Frankreich 65 Prozent, in Spanien 51 Prozent und in Italien 49 Prozent.

Roger Morell, per E-Mail

Die angeschlagenen spanischen Banken sollen Milliarden Euro aus dem ESM-Rettungsschirm erhalten, weil sie sich im Spielcasino des Spätkapitalismus verzockt haben. Ich empfinde das in höchstem Maß als ungerecht, spielsüchtige Zocker und Bad-Banker auch noch mit einem ESM-Betreuungsgeld zu belohnen. Stattdessen sollte diese Spezies umgehend und zwangsweise zu einer Therapie gegen ihre Spielsucht verpflichtet werden, damit sie durch ihr asoziales Verhalten nicht noch weitere Länder der Euro-Zone mit in den Abgrund ziehen können.

Roland Klose, per E-Mail

Die Briten werden immer unverfrorener, die Aussage von Ex-Premier Tony Blair, dass Deutschland erst mal die Schulden der gesamten EU bezahlen sollte, passt so gar nicht in die Solidaritätsrufe der jetzigen EU-Länder. Außerdem ist Großbritannien so hoch verschuldet, dass denen das Wasser bis unter der Nase steht. Unsere Opposition, insbesondere SPD und Grüne, wäre gut beraten, die Finger von Euro-Bonds zu lassen. Dafür sollte man, wenn überhaupt, eine Volksbefragung durchführen. Wir wurden von unseren Politikern bisher immer getäuscht. Es ist auch völliger Quatsch, dass Deutschland die EU oder den Euro benötigt. Mit diesem Ammenmärchen sollte aufgehört werden.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Entlassen in ungewisse Zukunft mit Arbeitslosigkeit und Altersarmut

Zum Artikel: "Insolvenz - Schlecker-Filialen schließen am Mittwoch" vom 26. Juni

Mehr als 10.000 Schlecker-Mitarbeiterinnen bundesweit werden diese Woche entlassen - viele in die Langzeitarbeitslosigkeit und damit in eine ungewisse Zukunft. Der ehemalige Drogeriekönig Anton Schlecker und seine Familie hingegen leben ihr Luxusleben mit Millionen auf dem Konto, exklusiven Sportwagen und vielen wertvollen Immobilien einfach weiter, als hätte es nie eine Schlecker-Insolvenz gegeben. Die Dummen sind wie immer in der ach so sozialen Marktwirtschaft die Arbeitnehmer. Sie baden die Managementfehler auf dem Arbeitsamt aus und führen fortan ein Leben als Hartz-IV-Empfänger mit dem Ausblick auf Altersarmut.

Albert Alten, per E-Mail