Leserbriefe

"Längst kein Angstgegner mehr"

Leser zum bevorstehenden Halbfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien

Jetzt geht schon wieder das Lamentieren über Italien als Angstgegner unserer Nationalmannschaft los. Wer Europameister werden will, muss jede andere Mannschaft - auch im Halbfinale - schlagen, um dann das Endspiel gewinnen zu können. Unsere junge deutsche, hoch motivierte und exzellente Nationalmannschaft hat noch nie gegen die heutige italienische Mannschaft gespielt. Somit ist die Vokabel Angstgegner absurd, vielmehr sogar schädlich.

Martin Gewies, Frohnau

Das Spiel der Italiener gegen England hat begeistert. So offensiv hat man die Azzurri schon lange nicht gesehen. Der Sieg - wenn auch erst im Elfmeterschießen - war hoch verdient. Aber warum sollte die deutsche Mannschaft vor einem Gegner Angst haben, dem es über 120 Minuten trotz drückender Überlegenheit und zahlreicher Chancen nicht gelingt, das entscheidende Tor zu erzielen? So werden die Italiener gegen Deutschland in Schönheit sterben.

Marcel Petermann, Kladow

Nachdem Deutschland im Viertelfinale das Euro-Sorgenkind Griechenland ausgeschaltet hat, muss es sich nun im weiteren Verlauf des Turniers mit den restlichen krisengeschüttelten Euro-Schuldenländern Italien, Portugal und Spanien auseinandersetzen. Wäre es da nicht fair, Deutschland im Finale den Europameistertitel aus lauter Dankbarkeit zu schenken? Oder soll Deutschland wieder einmal leer ausgehen?

Roland Klose, per E-Mail

Touristen aus dem In- und Ausland werden veräppelt

Zum Artikel: "Ein Platz ohne Würde" vom 22. Juni

Der derzeitige Checkpoint Charlie ist eine Schande für Berlin. Ich war als englischsprachiger deutscher Polizeibeamter und Streifenbegleiter der US-Militärpolizei im Oktober 1961 dabei, als dort die Panzer aufeinander zurollten, und ich weiß, worüber ich spreche. Dieser geschichtsträchtige Platz ist derartig verkitscht, dass es zum Himmel schreit. Die vielen Touristen aus dem In- und Ausland werden nicht nur getäuscht über seine wahre Bedeutung, sondern auch regelrecht veräppelt. Die einzige Alternative ist da tatsächlich der Besuch des privaten Mauer-Museums, welches einen unvergesslichen Eindruck bei den Besuchern hinterlässt. Mit meinen nationalen und internationalen Gästen war ich stets dort und konnte deren Ergriffenheit spüren.

Wolfgang Pickert, E-Mail

Entscheidend ist wie meist die Menge beim Zuckerkonsum

Zum Artikel: "Zucker im Kindertee ist gar nicht hipp" vom 20. Juni

2,5 Stück Würfelzucker in 200 ml Instanttee machen doch wohl noch lange keinen Diabetes und keine Karies. Ausschlaggebend ist doch wohl hier - wie bei vielen anderen Lebensmitteln auch - die Menge des verabreichten Getränks.

Kerstin Kühn, Reinickendorf

Diese Petitesse rechtfertigt keine Dauerberichterstattung

Zum Artikel: ",Lustig, laut, läppisch' - Kultur-Manager Peter Raue spricht sich gegen die Buddy-Bären auf dem Kurfürstendamm aus" vom 10. Juni

Ich finde, dass Sie der Kleinigkeit, dass Plastikbären statt Betonkübel auf der Mitte des Kurfürstendamms aufgestellt werden sollen, erheblich zu viel Platz einräumen. Dann stehen eben ein paar Plastikfiguren auf dem Kudamm, es wird doch nichts Endgültiges geschaffen wie der Schlossneubau oder die Schließung des Flughafens Tempelhof. Wenn die Charlottenburg-Wilmersdorfer die Figuren nicht mehr wollen, dann werden sie abgeräumt und fertig. Diese Petitesse rechtfertigt keinesfalls eine solche Dauerberichterstattung. Es gibt Wichtigeres in Berlin als ein paar Plastikfiguren auf dem Kudamm.

Torsten Hübler, Schöneberg

Mann mit Format ist in dieser Sendung eine Fehlbesetzung

Zum Artikel: "Gottschalk zusammen mit Bohlen - kann das gut gehen?" vom 23. Juni

Warum musste sich Thomas Gottschalk sein Bildschirm-Comeback nur so vermasseln? Nachdem er mit der Vorabendshow im Ersten kläglich scheiterte, was eigentlich vorauszusehen war, probiert er es nun bei RTL. Muss das sein? Ich hätte Gottschalk für intelligenter gehalten, als jetzt neben Dieter Bohlen als Juror-Partner mit launigen und unqualifizierten Kommentaren zu bestehen. Auch wenn die Sendung "Das Supertalent" angeblich die erfolgreichste Showreihe im deutschen Fernsehen sein soll, so sagt das noch lange nichts über die Qualität und den Inhalt aus. Für mich jedenfalls ist Thomas Gottschalk in dieser niveaulosen Sendung eine Fehlbesetzung.

Thomas Henschke, per E-Mail