Leserbriefe

"Leben in Angst und Unsicherheit"

| Lesedauer: 4 Minuten

Leser zu Berliner Polizeibeamten, die immer häufiger im Berufsalltag Opfer von Gewalt werden

Meine Hochachtung gilt den Polizisten, die ehrlich und offen, aber auch frustriert über ihren Dienst sprachen. Hoffentlich haben das viele zur Kenntnis genommen. Wenn Gewalt und Achtung auf der Straße vor der Polizei nicht haltmachen, sollten sich die Politiker und auch die Mitglieder aller Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus und in den Stadtbezirken unverzüglich und dringend in die Lage von Frauen, Kindern, auch Jugendlichen, Gebrechlichen, Behinderten und Rentnern versetzen und erkennen, mit welcher Angst und Unsicherheit diese Leute leben. Hier muss kurzfristig gehandelt werden, auch wenn die politische Sommerpause vor der Tür steht. Die Politiker sollten dringend der Polizei mehr Rechte und Handlungsfreiheit (nicht nur Verteilung von Streicheleinheiten) geben.

Wolfgang Priese, per E-Mail

Leider werden Polizeibeamte kaum noch als Ordnungshüter oder als "Dein Freund und Helfer" beachtet. Ganz im Gegenteil, eher als Staatsdiener, die der Bevölkerung Böses wollen. Ob es sich nun um Beamte des Landeskriminalamts, des Spezialeinsatzkommandos oder des Mobilen Einsatzkommandos handelt, jeder ist sich seiner Risiken und Verantwortung bewusst. Der einfache Streifenpolizist kommt in Situationen, da ist ja kaum noch eine umfassende Schulung möglich. Ich habe Hochachtung für diese Personen und glaube an die Polizei, auch wenn sie manchmal da ist, wenn ich sie nicht gerade brauche.

S.Adrian, per E-Mail

Ich war sehr erschrocken darüber, was die Polizisten bei der Veranstaltunge der Gewerkschaft der Polizei aus ihrem Berufsalltag erzählt haben. Sie berichteten dort, dass sie als Polizeibeamte immer häufiger beschimpft, angegriffen und sogar erheblich verletzt wurden. Ich empfinde solche Tatsachen als unerträglich in unserer Stadt. Es entsteht allerdings auch der Eindruck, dass die Führung der Polizei nicht konsequent hinter ihren Leuten steht. Von der Justiz ist hier ein unnachgiebiges und schnelles Ahnden dieser Straftaten nötig, um den Tätern deutlich zu machen, dass bewaffnete Angriffe hier nicht geduldet und streng bestraft werden.

P. Gerlach, per E-Mail

Kein Verständnis für die Debatte auf Landesebene

Zum Artikel: "Endlich ein Ehrenplatz" vom 13. Juni

Als Bürger unserer Bundesrepublik Deutschland danke ich Ronald Reagan für sein damaliges Engagement zugunsten der Wiedervereinigung und für seine Appelle an Michail Gorbatschow am Brandenburger Tor. Ich begrüße es daher, dass dem ehemaligen US-Präsidenten endlich die Ehrung zuteilwurde. Für den diesbezüglichen Widerstand seitens des Senats habe ich jedoch überhaupt kein Verständnis.

Holger Voss, Spandau

Rehe flüchten in Panik vor dem Wolf auf die Straße

Zum Artikel: "Zu viel Wild, zu wenig Jäger" vom 11. Juni

In den Wolfsrevieren, die auf Wunsch der Landesregierung ständig anwachsen, gibt es keine steigenden, sondern nur noch abnehmende Rehwildbestände. Wie bereits in den Vorjahren beobachten wir die Entwicklung, dass immer mehr Ricken ohne Kitze durch die Landschaft ziehen, weil diese zur Wolfsfütterung gerissen worden sind. Darüber hinaus ergeben sich aus Verkehrsunfällen mit Wildtieren, die in den Dämmerungs- und Nachtstunden panisch auf die Straßen flüchten, immer größere Lücken in den Beständen. Bei den Wildschweinen sieht es etwas anders aus: Die lernfähigen Sauen werden zunehmend aggressiver gegen angreifende Wölfe und frei laufende Hunde. Bei Rehwild fällt die Hälfte des behördlich vorgegebenen Jahresabschusses durch Straßenunfälle, bei Schwarzwild etwa ein Drittel.

Joachim F. Hildebrandt, Wandlitz

Steuerausfälle wegen Personalmangel im Finanzamt

Zum Artikel: "Finanzbeamte protestieren vor Nussbaums Dienstsitz" vom 12. Juni

Die von Nußbaum selbst errechneten 637 fehlenden Finanzbeamten könnten für reichlich mehr Steuereinnahmen sorgen. Denn wären die Finanzämter endlich richtig ausgestattet, könnten Steuererklärungen auch ordentlich geprüft werden, was derzeit personell überhaupt nicht möglich ist. Ver.di steht mit der Kritik übrigens nicht allein da. Auch nach Einschätzung des Rechnungshofs können die Finanzämter wegen des Personalmangels ihre Pflicht, die Steuern gesetzmäßig und gleichmäßig festzusetzen, nicht mehr erfüllen. Davon profitieren in erster Linie die Bezieher höherer Einkommen.

Jörg Bewersdorf, per E-Mail