Leserbriefe

"Das klingt wie Hohn"

Leser zur Forderung der OECD, die Lebensarbeitszeit in Deutschland über 67 Jahre hinaus zu verlängern

Das kann ja nur eine Milchmädchenrechnung sein. Solange die Geberländer länger arbeiten als die Nehmerländer, ist das der blanke Hohn. Den OECD-Experten ist anzuraten, das Renteneintrittsalter von Griechenland, Italien, Frankreich und anderen Ländern abzufragen, um festzustellen, dass die Menschen dort viel früher in Rente gehen und auch nicht früher sterben als in Deutschland. Dieser und andere Punkte müssen in der Euro-Zone erst einmal angeglichen werden, bevor weitere Hilfsgelder fließen können. Was in Deutschland passieren muss, ist, dass die Beamten in Zukunft ebenso in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Alle Bundesländer schieben Milliarden Schulden vor sich her, weil sie für die Beamtenpensionen keine Rücklagen gebildet haben, die sie unseren Kindern und Kindeskindern aufbürden.

Lothar Wirth, per E-Mail

Nun wird alles ein wenig klarer. Mehr Europa, aber weniger oder gar keine Harmonisierung der Sozialsysteme. Die Deutschen erhöhen das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre, und das ist der OECD nicht genug, die Franzosen reduzieren von 62 auf 60 Jahre. Was sich bei den anderen so tut, bleibt ohnehin verborgen. Die Deutschen müssen sich also fit halten, ihr sehr gutes Gesundheitssystem erhalten und offensichtlich weiter mehr Wasser trinken. Denn wer soll sonst die europäische Zeche bezahlen. Wahrscheinlich sollten wir aber auch unseren "tugendreichen" Lebensstil überdenken und etwas lockerer werden.

Horst Kunzelmann, per E-Mail

Die Deutschen sollen also bis 67 oder länger arbeiten, damit die Franzosen ihre Frührenten ab 60 bezahlen können! So polemisch verkürzt könnte man das Fazit dieser OECD-Studie auch auslegen. Gleichzeitig stellen die Autoren fest, dass die Altersbezüge in anderen Ländern höher sind. Klar, ist ja alles auf Pump und wird demnächst durch den Fiskalpakt "solidarisch" in der Euro-Zone verteilt! Was fordert die OECD als Nächstes? Wiedereinführung der 45-Stunden-Woche in Deutschland, damit die Griechen keine Steuern mehr zahlen müssen?

Jörg Weidlich, Lankwitz

Es ist schon seltsam, dass einerseits die OECD meint, dass das Rentenalter mit 67 nicht ausreichend ist, und mehr private Altersvorsorge fordert, während unsere französischen Nachbarn nach der Präsidentenwahl von François Hollande nun wieder auf die Rente mit 60 hoffen können. Das alles klingt wie Hohn, denn wirtschaftlich sind sie nicht bessergestellt als wir.

Peter Hirsch, Wilmersdorf

OSZ-Bautechnik könnte beim Jaczo-Turm helfen

Zum Artikel: "Retter für den Jaczo-Turm" vom 9. Juni

Die Idee von dem Vorsitzenden des Vereins Historisches Gatow, Ulrich Reinicke, ist großartig. Vielleicht kann das Spandauer OSZ Bautechnik ihm beim Erhalt des Baudenkmals Jaczo-Turm behilflich sein. Hier gibt es Ausbildungsgänge, die sich mit dem Schwerpunkt Denkmalschutz und Denkmalpflege beschäftigen.

Michael und Helma Grimm, Spandau

Nur Miroslav Klose singt bei der Nationalhymne mit

Zu Kasupke vom 11. Juni

Endlich finde ich in Ihrer Zeitung bestätigt, worüber ich mich seit Jahren ärgern muss. Bei der Eröffnung der wichtigen Fußballspiele schaue ich regelmäßig auf die Reihe der angetretenen Spieler während des Abspielens der Nationalhymne. Bei den deutschen Spielern singen nur ganz wenige mit. Warum? Viele Spieler kriegen kaum den Mund auf. Einzige Ausnahme schon seit Jahren ist Miroslav Klose, was ich ihm hoch anrechne. Wie engagiert und leidenschaftlich sieht man dagegen die Mannschaften aus den südlichen Ländern singen. Ich bin "Kasupke" dankbar, dass er mal dieses Thema angesprochen hat, wie ich auch sonst täglich seinen Beitrag mit Interesse und viel Zustimmung lese.

Renate Kolms, Mitte

Berlin fehlt es an Koordinationsgeschick

Zum Artikel: "Rosenduft und Scherenschnitt" vom 8. Juni

Wer hat sich das denn ausgedacht, das Radrennen, das mit umfangreichen Straßensperrungen einhergeht, ausgerechnet auf das Wochenende der Offenen Gärten in Berlin und Brandenburg zu legen. Viele Gärten waren nur mit zeitaufwändigen Umwegen oder noch schlimmer, mit dem Auto oder der BVG gar nicht zu erreichen. Unser eigens zu diesem Anlass angereister Besuch aus Wien hat nur mit dem Kopf geschüttelt über so wenig Koordinationsgeschick.

Gabriele Arendt, Buckow