Leserbriefe

"Genug ist genug"

Leser zum Urteil des DFB-Bundesgerichts, wonach Herthas Relegationsspiel nicht wiederholt wird

Genug ist genug. Wie nicht anders zu erwarten, hat auch die zweite Instanz geurteilt und die Berufung von Hertha BSC gegen die erste Entscheidung abgewiesen. Somit sollte vor allem Präsident Gegenbauer seine Hoffnung auf einen Verbleib in der Ersten Bundesliga begraben. Es ist vorbei, ein Neubeginn muss her. Es ist müßig, die Ursachen des sportlichen Niedergangs der abgelaufenen Saison aufzuarbeiten. Der Traditionsverein hat sich blamiert. Das i-Tüpfelchen setzte noch dazu Rehhagel, der doch in der Verhandlung ausgerechnet seine Angstgefühle als Kleinkind im Luftschutzkeller bei Bombenangriffen mit denen im Skandalspiel verglich.

Wolfgang Pickert, E-Mail

Zwei Entscheidungen der Gerichte sind gefallen. Wie lange soll diese Auseinandersetzung noch andauern? Hertha hat in allen Spielen der abgelaufenen Saison keine bundesligareife Leistung gezeigt. Was soll der Zirkus jetzt? Auch Anstand und Akzeptanz sollte es im Fußball geben.

Dieter Stürmer, Düsseldorf

Die Würfel sind gefallen, die Gerechtigkeit hat nicht gesiegt. Vielmehr hat der DFB die Gerechtigkeit mit Füßen getreten. Wenn das Schule macht, dass Spiele unter irregulären Verhältnissen als regulär gewertet werden, dann gute Nacht, schöner ungezwungener und vor allem fairer Fußball.

Thomas Hansen, per E-Mail

Man muss man schon staunen, was in der Neuzeit des Fußballs heutzutage als regulär verstanden wird. Da stürmen Zuschauer vor Spielende den Platz, rauben die Eckfahne und buddeln den Elfmeterpunkt aus. Ein Fußballspieler hält ein Leuchtfeuer in der Hand, die anderen bestürmen den Schiedsrichter, und die Coachingzone wird von Fanatikern besetzt. Polizei und Ordnungshüter sind machtlos. Die Spieler flüchten in ihre Kabinen, lassen ihre Muskeln erkalten und zittern angeblich vor Angst. Endlich nach etwa 20 Minuten trifft der Schiedsrichter, nach Rückversicherung bei der Polizei, eine Tatsachenentscheidung. Weiterspielen, ohne Eckfahne und Elfmeterpunkt. Offenbar muss erst etwas passieren, damit der Fußball-Bund zwischen regulär und irregulär bedeutungsgerechte Entscheidungen trifft.

Roger Morell, per E-Mail

Bei dem ganzen Hin und Her ist mir völlig entgangen, wie denn die Leistung des Schiedsrichters bewertet wurde. Der pfeift ein Spiel wieder an, obwohl statt des Elfmeterpunktes nur ein Loch im Rasen ist. Es besteht also Verletzungsgefahr für die Spieler, und ein eventuell verhängter Elfmeter kann nicht ausgeführt werden. Da fehlen die Eckfahnen und Teile des Tornetzes, was sicherlich gegen die Fifa-Regeln ist. Die Fans stehen bis an den Spielfeldrand und machen Pässe entlang der Linie nahezu unmöglich

Karl-Heinz Kleinod, per E-Mail

Wieder einmal ist Berlin die einzige Hauptstadt in Europa ohne Fußballclub in der höchsten nationalen Spielklasse. Etwas muss mit dem Berliner Fußball nicht stimmen. 2010 wurde das südamerikanische Land Uruguay Vierter bei der Fußballweltmeisterschaft. Uruguay hat wie Berlin 3,5 Millionen Einwohner. Laut Wikipedia spielen in Uruguay 200.000 Menschen Fußball, der Berliner Fußball-Verband hat 110.000 Mitglieder. Zwar deutlich weniger Kicker als in Uruguay, aber wohl auch nicht so viel weniger, dass es wenigstens zu einer wettbewerbsfähigen Mannschaft in der Ersten Bundesliga reichen müsste. Der Berliner Fußball-Verband müsste einmal in sich gehen und ernsthaft überlegen, wie man es dauerhaft schafft, dass Berlin nicht mehr die einzige Hauptstadt Europas ohne Mannschaft in der höchsten Spielklasse ist.

Dr. Lothar Kahl, per E-Mail

Der eigentliche Sieger des Abends war Anke Engelke

Zum Artikel: "Euphorie im Kunstschnee" vom 27. Mai

Ich hatte beim Eurovision Song Contest eigentlich Island und Serbien als Favoriten getippt und nicht Schweden. Deren Beitrag war für mich nur ein typischer, langweiliger und austauschbarer Disco-Titel. Roman Lob hingegen hat seine Sache für Deutschland gut gemacht. Der eigentliche Sieger war aber Anke Engelke, die bei der Punktevergabe Kritik am politischen System in Aserbaidschan übte. Danke für diese Zivilcourage!

Thomas Henschke, Reinickendorf

Die Ausstattung vom Veranstalter war grandios, das Feuerwerk ein Augenschmaus, ebenso die Umrahmung während des ganzen Abends. Ich habe mir die Veranstaltung nur wegen Engelbert Humperdinck angesehen. Es tat mir unendlich leid, dass er nicht genügend gewürdigt wurde. Gefallen hat er mir wie immer. Die meisten Beiträge waren besser als sonst. Allerdings war die Kleidung des deutschen Sängers wie die eines Obdachlosen. Sein Beitrag allerdings war gut.

Ch. Rinck, per E-Mail