Leserbriefe

"Wowereit muss Auskunft geben"

Leser zur Suche nach den Ursachen für die spätere Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER

Klaus Wowereit hat seine Mithilfe bei der Klärung des BER-Desasters abgesagt, da er wegen des Energiegipfels und einem anschließenden Staatsbesuch verhindert war. Das passt mal wieder. Am Dienstag ein neues Flugzeug taufen und eine Ehrenrunde damit drehen, beim Hoffest dabei sein - das ist seine Welt, dafür hat er Zeit. Sich den Fragen im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses und dem Verkehrsausschuss des Bundestags zu stellen, dafür hat er nicht einmal 60 Minuten Zeit.

H. Witte, Wedding

Klaus Wowereit entzieht sich mal wieder seiner Verantwortung. Dass er sich bei unbequemen Terminen gerne vertreten oder diese sogar ganz ausfallen lässt, ist man von unserem Partyfürsten ja gewohnt. Aber bei einem solchen Termin, wo es um grundlegende Angelegenheiten zur Aufklärung des BER-Skandals geht, ist dieses verantwortungslose Verhalten kaum noch zu toppen. Der Regierende Bürgermeister vergisst offensichtlich, dass ihn als Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft ein Großteil der Schuld trifft. Es ist höchste Zeit, sich dieser Verantwortung zu stellen.

Peter Hirsch, Wilmersdorf

Die Umstände der Verschiebung sind wie immer in Berlin nicht richtig nachvollziehbar. Wichtig ist jetzt die Planung für die Übergangszeit. Die Lufthansa erweitert ihr Angebot, Air Berlin führt ein größeres Drehkreuz Berlin ein. Und das alles ohne den neuen Großflughafen. Wenn das alles jetzt zu verwirklichen ist, warum dann nicht schon früher? Und ist es wirklich durchführbar ohne Sicherheitsrisiken, ohne Nachtflugverletzungen und ohne einen lauten Aufschrei der davon Betroffenen? Es handelt sich nicht nur um einen sehr kurzen Zeitraum, vielleicht wird es sogar ein ganzes Jahr. Also lieber erst einmal um die gegenwärtige Situation kümmern und nicht nur Aufklärung betreiben. Der Krimi geht weiter.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Man darf gespannt sein, was jetzt noch alles kommt. Ob die Arbeiten jetzt besser laufen, wenn der Planungsgesellschaft PG BBI die Rote Karte gezeigt wird? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass solche fachlich versierten und erfahrenen Architekten wie Gerkan, Marg und Partner dieses Dilemma zu verantworten haben. Hier war wohl eher der politische Druck auf eine rechtzeitige Eröffnung maßgebend, dem sich alle unterordnen mussten. Anstatt die Arbeiten der einzelnen Gewerke nacheinander zu realisieren, wurden die Arbeiten teilweise gleichzeitig durchgeführt, was dann natürlich zu gegenseitigen Behinderungen und Verzögerungen auf der Baustelle geführt hat.

Thobias Hesse, per E-Mail

Was mich am meisten auf die Palme bringt, ist weniger die Eröffnungsverschiebung an sich, sondern dass man uns Berliner wochen- oder monatelang angelogen hat. Dass der Termin weder zu halten noch die Konsequenzen später zu vertuschen waren, dürfte bereits vor Monaten klar gewesen sein. Trotzdem hat man die Bürger, die Firmen und die Händler offenbar weiter belogen. Absolut unerträglich ist der Gedanke, dass wir Reinickendorfer jetzt durch noch mehr Flüge noch mehr leiden sollen. Ich hoffe nur, wir Betroffenen finden zusammen und können dies mit entsprechenden Aktionen verhindern.

Daniela Reil, per E-Mail

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn verlangt in bekannter Rambo-Manier noch mehr Nachtflüge ab Tegel. Wir Betroffenen in Spandau, Reinickendorf, Pankow und Wedding, die seit mehr als 40 Jahren Lärm und Dreck ertragen müssen, protestieren gegen weitere Rücksichtslosigkeiten.

Jürgen Czarnetzki, Spandauer

Urteil könnte für Stadienkultur von großer Bedeutung sein

Zum Artikel: "Hertha-Protest wird am Freitag verhandelt" vom 23. Mai

Es ist eine Tatsache, dass Profi-Fußball in erster Linie eine riesige Gelddruckmaschine ist. Das Thema sportliche Fairness kommt da nur am Rande vor. Wer vom DFB-Bundesgericht eine sportlich faire Entscheidung erwartet, darf als Träumer gelten. Dabei wären die zu klärenden Fragen für die künftige Stadienkultur von außerordentlicher Bedeutung.

Bernd Höfer, per E-Mail

Unabhängig davon, dass bei einem anderslautenden Urteilsspruch Hertha BSC profitieren würde, ist das bisherige Urteil ein Skandal. Chaoten, die während des Spiels den Platz stürmen und Spieler, die vor Vermummten flüchten müssen, interpretiert der Richter Lorenz als Ausbruch von Glücksgefühlen der Zuschauer. Dieses Urteil wäre, wenn es Bestand haben sollte, ein fatales Signal. Hooligans könnten sich ermutigt fühlen, den Sportplatz als Schlachtfeld zu nutzen.

Andreas Hehn, Spandau