Leserbriefe

"Nur die Fans sind zu bedauern"

Leser zum sportlichen Bundesliga-Abstieg von Hertha BSC nach dem Spiel gegen Düsseldorf

Wenn die Mannschaft von Hertha BSC in der abgelaufenen Saison nur halbwegs so engagiert gespielt und leidenschaftlich gekämpft hätte wie im Relegationsrückspiel in Düsseldorf, wäre sie niemals in Abstiegsnöte geraten. Was diese Mannschaft den vielen Berliner Fußballfreunden jedoch für deren Geld vor allem in den Heimspielen geboten hat, war eine Unverschämtheit. Der jetzt erfolgte Abstieg war die logische Konsequenz und die gerechte Strafe. Vereinsführung und Management von Hertha BSC haben nicht viel Zeit, sich neu aufzustellen und nach tragfähigen Konzepten zu suchen, um nicht in der zweiten Liga nach unten durchgereicht zu werden. Für ein gutes Image Berlins als Hauptstadt des Sports stand Hertha BSC schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Zum Glück haben wir aber mit den Eisbären, den Reinickendorfer Füchsen und Alba Berlin Sportvereine, auf die man stolz sein kann.

Horst Schmidt, per E-Mail

Der Abstieg von Hertha nach einer in jeder Hinsicht verkorksten Saison ist nur folgerichtig und notwendig. Nur in den Niederungen der zweiten Liga hat der Verein die Möglichkeit, sich zu regenerieren und grundlegend zu erneuern - personell, in Führung und Mannschaft. Um diese Hertha muss es einem nicht leidtun. Zu bedauern sind lediglich Zehntausende enttäuschte Fans.

Hagen Walther, Grünau

Hertha soll sich endlich in der zweiten Liga verstecken, um ein wenig aus dem Fokus, Deutschlands Fußball-Lachnummer zu sein, zu verschwinden. Die stolze Bilanz von Sportdirektor Michael Preetz sind zwei Abstiege in drei Jahren, fünf Trainer sowie eine Mannschaft ohne Struktur und Führungsspieler. Eine Erfolgsstory sieht anders aus. Ein Unternehmer wie Hertha-Präsident Gegenbauer, der von sich behauptet, nichts von Fußball zu verstehen, muss auch ohne derartige Kenntnisse erkennen, dass sein leitender Angestellter versagt hat und ausgetauscht werden muss. Bleibt Preetz, werde ich meine Mitgliedschaft kündigen.

Detlef Ritter, Rudow

Nach dem 2:1 durch Jova wurden so viele Bengalfeuer im Gästeblock der Hertha-Fans abgebrannt, wie ich es in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt habe. Die Berliner Offiziellen und die Mannschaft haben verzweifelt versucht, einen vorzeitigen Spielabbruch zu verhindern. Es sind Bengalfeuer aus dem Gästeblock geflogen, bis hin zum Familienblock. Hätte der ansonsten ausgezeichnete Schiedsrichter seine offizielle Ankündigung, beim nächsten Bengalfeuer das Spiel abzubrechen, wahr gemacht, wäre das eine notwendige Deeskalation gewesen. Die Hertha-Hooligans haben unseren schönsten Tag versaut.

Joe Herbig, per E-Mail

Nach einem kampfbetonten Spiel, in dem sich beide Seiten nichts schenkten, war es für Hertha vorbei mit der ersten Liga. Da half auch die Taktik von Trainer-Methusalem Rehhagel nicht mehr. Man muss es den Herthanern hoch anrechnen, dass sie sich trotz ihrer fast aussichtslosen Situation nochmals dem Gegner gestellt haben. Leider reichte die Zeit nicht aus.

Thomas Hansen, per E-Mail

Erst die nicht entschuldbare Peinlichkeit der Eröffnung des neuen Flughafens, nun der Abstieg Herthas aus der Bundesliga: armes Berlin und immer weniger sexy!

Rolf Mauersberger, per E-Mail

Helau Düsseldorf! Das war Karneval der allerübelsten Art. Willkommen in der Bundesliga? So nicht! Unverständlich bleibt, dass der Schiedsrichter dieser Fan-Subkultur nicht entschieden entgegengetreten ist. Ein Spielabbruch wäre schon nach den ersten Rauchbomben genau richtig und ein deutliches Signal gewesen. Es ist abscheulich, dass trotz mehrfacher erheblicher Störungen solch ein Spiel zu Ende geführt wird. Konsequent geht anders.

Detlef Lange, per E-Mail

Friedlich, leidenschaftlich und mit Spaß

Zum Artikel: "Karaoke nur noch nach Vorschrift" vom 16. Mai

Seit 2009 macht ein Bürger dieser Stadt den Mauerpark für die jungen Leute im Kiez und für Touristen attraktiv. Friedlich, leidenschaftlich und mit Spaß. Ausgerechnet das passt nun dem grünen Stadtentwicklungsstadtrat von Pankow, Jens-Holger Kirchner, nicht. Vermutlich durfte er bislang dort nicht singen und rächt sich nun am Bürger. Wie kleinkariert ist das denn? Ein Park ist für die Bürger da, wenn sich diese friedlich und gesittet verhalten, und nicht für engstirnige Politiker, deren Partei sonst doch für alles ist, was Freiheit des Einzelnen angeht. Pfui, Herr Stadtrat, schämen Sie sich!

Friedrich Sütterlin, Neukölln