Leserbriefe

"Der Lächerlichkeit preisgegeben"

Leser zu der kurzfristig verschobenen Eröffnung des Großflughafens BER in Schönefeld

Nun wird die Eröffnung des BER ein weiteres Mal verschoben. Neben der Verantwortung des Flughafenchefs sollte man auch nach der Verantwortlichkeit des Aufsichtsrats fragen. Nach einer beispiellosen Pannenserie und diesem Desaster sollten alle Verantwortlichen ihren Hut nehmen. Sie haben Berlin und Brandenburg der Lächerlichkeit preisgegeben und finanziell schwer geschadet. Dafür gibt es keine Entschuldigung.

Christian Schirrmacher, Heiligensee

Wo gibt es für ein Bauvorhaben ähnlicher Größe und Komplexität ein Vorbild? Wohl nirgends. Auch dieser Flughafen wird eines Tages in Betrieb gehen und gerühmt werden.

E. Schwirkus, per E-Mail

Schuld an der Terminverschiebung ist nicht der Brandschutz, wie Herr Schwarz uns weismachen will, sondern er selbst. Die Ahnungslosigkeit und der Dilettantismus der Geschäftsführung sind katastrophal. Er sollte nicht nur zurücktreten, sondern auch für die Veruntreuung von Steuergeldern bestraft werden. Brandschutz ist einer der wichtigsten Bestandteile der Planung. Wie sind die Brandschutzmaßnahmen konzipiert, ausgeschrieben und beauftragt worden? Sind die Aufträge an qualifizierte, erfahrene Firmen vergeben worden oder nach anderen Kriterien? Nach all den Pannen, die es bisher gab, ist es ernsthaft zu bezweifeln, ob die Flughafengesellschaft in der Lage ist, einen sicheren und zuverlässigen Betrieb überhaupt zu gewährleisten.

Jai Menon, Steglitz-Zehlendorf

Flughafenchef Rainer Schwarz wurde allzu schnell als schwarzes Schaf ausgemacht. Was aber ist mit dem Aufsichtsrat, hat dieser denn so geschlafen, dass diese doch sehr groben Mängel unter den Tisch fallen konnten? Wie ernst nehmen diese Herren ihre Aufgaben? Wie gewissenhaft sind sie? Wenn diese Personen ihrem Job nicht richtig nachgekommen sind, dann müssen eben alle ihren Hut nehmen.

Wolfgang Leopold, per E-Mail

Es wäre schön, wenn BER gar nicht in Betrieb gehen würde und die anderen Flughäfen alle geschlossen würden, vielleicht würden wir entschleunigen und uns mehr auf langsamere Fortbewegung konzentrieren. Lärm macht krank, der Weg zum Flughafen und die stundenlange Warterei beim Einchecken machen einen Urlaub nicht besser. Geschäftsflüge im Zeitalter von Videokonferenzen sind auch zu überdenken, ebenso Flüge innerhalb Deutschlands müssten gestrichen werden, da ist die Bahn die umweltfreundlichere Alternative. Schade, dass für eine verzögerte Fertigstellung nun viele Firmen finanziell büßen müssen, die mit der Schlamperei am Bau nichts zu tun haben.

G. Janßen, Kladow

Keine Kunsthallen bauen, lieber Grünflächen besser pflegen

Zum Artikel: "Wenn der Müll sich in den Parks häuft" vom 6. Mai

Seit Jahren werden die hohen Kosten für die Müllbeseitigung in den Parks thematisiert. Natürlich ist es beklagenswert, dass viele Bürger als Zeugnis ihrer eigenen Unkultur ihren Müll nach dem sommerlichen Freizeitvergnügen in den Grünanlagen einfach liegen lassen. Fakt ist: Weder Appelle noch populistische Bürger-Müllsammelaktionen haben an der Situation etwas geändert und werden auch in Zukunft nichts ändern. Auch wenn manche politischen Traumtänzer das noch immer nicht wahrhaben wollen: Die Stadt verkommt und vermüllt mangels Pflege auf ihren Erholungs- und Grünflächen immer weiter. Wir brauchen keine weiteren Museen oder Kunsthallen, solange die Pflege und Erhaltung der vielen vorhandenen Gemeinschaftsflächen nicht gewährleistet ist. Flächen, die die Mehrheit der Bürger dieser Stadt nutzt und weiterhin nutzen möchte.

J. Kuhn, Westend

In den vergangenen Tagen berichtete die Berliner Morgenpost mehrfach über das Problem der Müllbeseitigung in Berlin und dem damit verbundenen Grillverbot. Im Bezirk Treptow-Köpenick erfolgt zurzeit eine Aussetzung von geltendem Recht, da das Ordnungsamt aus nachvollziehbaren Gründen wegen mangelnder Personalstärke und nicht zu gewährleistender Sicherheit seiner Mitarbeiter und trotz aller Bemühungen nicht imstande ist, dieses durchzusetzen. Nachdem in den vergangenen Tagen ein Mitarbeiter im Treptower Park beim Versuch, das Grillverbot durchzusetzen, mit dem Messer bedroht worden ist und die gerufene Polizei mit dem Hinweis auf Personalnot im Allgemeinen, allerdings auch in Bezug auf den 1. Mai sich nicht imstande fühlte, ihren Aufgaben nachzukommen, frage ich mich, in was für einem Land wir eigentlich leben, wenn die Polizei das Recht nicht entsprechend durchsetzen kann?

Ben Schmidt, per E-Mail