Leserbriefe

"Eine sinnvolle Investition"

Leser zu der Diskussion um die von der Regierung geplante Einführung des Betreuungsgeldes

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will ein Betreuungsgeld für alle diejenigen durchsetzen, die ihre Kinder zu Hause betreuen. Aber die Frau eines Managers braucht kein Betreuungsgeld, sondern vielmehr die arme Hartz-IV-Empfängerin, um im Überlebenskampf überhaupt bestehen zu können. Sie soll jedoch leer ausgehen. Den Reichen wird zusätzlich immer mehr gegeben, den Armen immer mehr genommen. Damit geht die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinander.

Roland Klose, per E-Mail

Allein die Tatsache, dass über das Betreuungsgeld so heftig gestritten wird, beleidigt all diejenigen Mütter und Väter, die sich mit Liebe und nach bestem Wissen und Gewissen zu Hause um ihre Kinder kümmern oder gerne kümmern wollen. Als Vater bin ich der Überzeugung, dass gerade in den ersten Lebensjahren die frühkindliche Bildung zu Hause anfängt. Für einige mag ein Krippen- oder Kita-Platz eine sinnvolle Alternative darstellen - aber nicht für alle. Wenn unter Familienförderung nur die einseitige Finanzierung von außerhäuslichen Betreuungsangeboten verstanden wird, ist das generelle Familienbild dieser Oppositionspolitiker zu hinterfragen. Dass Eltern dazu noch unter Generalverdacht gestellt werden, sie würden das Geld verschleudern, ist eine Frechheit. Das Betreuungsgeld stärkt die Eigenverantwortung von Eltern, würdigt ihren Beitrag für die gesamte Gesellschaft und ist eine sinnvolle Investition in das wertvollste Kapital, das wir haben: unsere Kinder.

Tobias-B. Ottmar, Bohnsdorf

Werbung für sicheres Internetbanking ist trügerisch

Zum Artikel: "Bei Online-Betrug zahlt die Bank dem Kunden nichts" vom 25. April

Das Urteil hat einen zwiespältigen Charakter. Denn einerseits erscheint es zwar richtig, dass auch die Nutzer im Internet eigenverantwortlich handeln und für jeden Mausklick oder die Preisgabe persönlicher Daten am Ende selbst haften. Andererseits aber werben die meisten Banken, trotz kurzweiliger Warnungen vor gefälschten Seiten, ja immer noch auf Plakaten und in ihren Prospekten sehr deutlich damit, dass ihre Vorkehrungen beim Online-Banking ziemlich sicher seien. Was allerdings schon deshalb angezweifelt werden darf, da am Ende weniger ein Schutzwall als vielmehr das Netz darüber entscheidet, ob Betrüger eine Chance haben. Deswegen wäre es gut gewesen, wenn die Richter ebenfalls die Banken in die Pflicht genommen hätten, nicht mehr mit einem Bild in der Öffentlichkeit für ihre Produkte zu werben, das in der Realität so nicht stimmt.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Schmerzhafte Gewissheit über den Verlust von Tempelhof

Zum Artikel: "Volkspark des 21. Jahrhunderts" vom 16. April

Wieder einmal wurde man an die unselige Entscheidung unserer Politiker erinnert, die dieses weltberühmte, einzigartige Berliner Juwel, den Flughafen Tempelhof, zerstört haben. Es ist wohl noch nicht allen klar, was Berlin damit verloren hat, nämlich seine Einzigartigkeit, um die uns so viele andere Städte in der Welt beneideten. Nun ist Berlin dadurch eine Stadt wie jede andere, sie ist ärmer geworden. Die Argumente gegen den Flughafen Tempelhof, der mehr als 70 Jahre lang in Betrieb war, waren lächerlich. Allein schon die Lüge von der Lärmbelästigung mit den kleineren Maschinen, die sogar viele Anwohner in Abrede stellten, zeigte schon die Ideologie und die Unsicherheit unserer Politiker und Planungsstrategen mit dem in Ausbau befindlichen Flughafen Berlin-Schönefeld, der schon jetzt seinen fehlgeplanten, stadtnahen Standort preisgibt. Die zu erwartenden Start- und Landeanflüge einschließlich einer verantwortungslosen Kurverei über das südliche Stadtgebiet in Richtung Nord, Ost und Südost sind eine weitaus größere Sicherheitsgefahr, verbunden mit noch mehr Lärmbelästigung als die, die man gegen Tempelhof ins Feld führte. Berlin hatte drei Flughäfen mit insgesamt sechs Start- und Landebahnen. So wurde Lärm und Verkehr verteilt. Mit Schönefeld wird sich dort alles konzentrieren, ausgerechnet über den schönsten Ausflugsgebieten der Berliner, über Müggelsee, Grünau, Wannsee und Zehlendorf.

Peter Heuer, Lichtenrade

Nach Jahren der unwürdigen politischen Verantwortungslosigkeit, wie man mit dem Flughafen Tempelhof umgegangen ist, wäre die Verlagerung des Alliierten-Museums dorthin ein kleiner Lichtblick und eine Entschädigung für Tausende Berliner, die den Wegfall des traditionsreichen Flughafens bedauert haben. Gleichzeitig wäre dies eine Erinnerung an die Luftbrücke am authentischen Ort, die auch der jüngeren Generation dieses Ereignis anschaulich machen würde.

M. Liebreich, per E-Mail