Leserbriefe

Die Fußballfans wurden betrogen

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Leser zum drohenden Abstieg von Hertha BSC nach der Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern

Es ist schlicht unfassbar, gegen den Tabellenletzten verliert Hertha mit Pauken und Trompeten. Schlimmer kann es nicht werden, die Zweite Liga ist zum Greifen nahe. Die "Titanic" ging mit Stil unter, die Kapelle spielte auf bis zum bitteren Ende. Doch bei Hertha fehlte der Durchhaltewille komplett. Es fehlte der Kampfgeist, den man jetzt etwa bei Köln oder Stuttgart miterleben konnte. Darauf zu hoffen, dass Köln bei den beiden noch ausstehenden Spielen verliert und Hertha die noch fehlenden Punkte für den Relegationsplatz in den Spielen gegen Schalke und Hoffenheim einfährt, ist kaum anzunehmen. Man kann nur hoffen, dass Hertha in Zukunft seine Großzügigkeit als Punktelieferant für schwächere Mannschaften abgibt, sonst wird es in der Zweiten Liga auch nicht viel besser.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Wunder geschehen im Himmel, nicht auf dem Fußballplatz. Davon mussten sich am Sonnabend die mehr als 50.000 Zuschauer überzeugen, die sicherlich zum letzten Mal in dieser Zahl ins Olympiastadion gepilgert sind. Das ist auch verständlich. Hertha BSC hat die Berliner Fußballfreunde seit Jahren um die Hoffnung betrogen, in Berlin guten Erstligafußball geboten zu bekommen. Schlimmer noch - diese Berliner Fußballfreunde, die sich immer wieder für oftmals sauer verdientes Geld eine Eintrittskarte für eines der Heimspiele gekauft haben, sind auch um ihr Geld betrogen worden, weil sie niemals die erwartete Gegenleistung erhielten. Ich hoffe, dass dieser Verein nach dem bevorstehenden Abstieg nie wieder in die Erste Liga aufsteigt, denn ich möchte nie wieder so betrogen werden.

Horst Schmidt, Dahlem

Sollte beim Hertha-Vorstand noch irgendwer so etwas wie Charakter haben, gibt es nur einen Weg: Rückgabe der Lizenz, Entlassung von Michael Preetz, Rücktritt des kompletten Präsidiums und keine neue Kandidatur sowie ein Neuanfang. Wir haben in Berlin genug erfolgreiche Bundesligisten und deutsche Meister in anderen Sportarten, über die berichtet werden kann.

Christian Hahn, Friedenau

Ich als Hertha-Mitglied mit der Nummer 341.837 melde mich nach dem live miterlebten fünften Abstieg ab. Selbst ein 4:0 in Gelsenkirchen wird mich nicht dazu bringen, mich noch einmal von dieser charakterlosen Truppe sowie einer inkompetenten Führungsriege demütigen zu lassen. Das Maß ist für lange Zeit voll. Erst ein erkennbarer Neuanfang mit einer hungrigen jungen Mannschaft sowie einer völligen Neuausrichtung im Management können mich irgendwann mal wieder ins Stadion locken. Am Sonnabend ist nach langen quälenden Jahren etwas endgültig zerbrochen, mein blau-weißes Herz blutet ...

Detlef Ritter, Rudow

Mario Baslers Aussagen im Interview mit der Berliner Morgenpost zur Leistung des Managers von Hertha BSC ist voll zuzustimmen. Michael Preetz hat dem Verein nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich mit seinen häufigen Trainerwechseln Schaden zugefügt. Er hat in all den Jahren seiner Tätigkeit nie agiert, sondern immer nur reagiert. Ein Konzept war zu keiner Zeit erkennbar. Umso unverständlicher ist die Absicht des Präsidiums, an Preetz auch im Falle eines Abstiegs festzuhalten. Einen Totengräber macht man nicht zum Geburtshelfer.

Wolfgang Pöhler, Spandau

Wichtiger Beitrag zum Abbau aufwendiger Bürokratie

Zum Artikel: "L wie Leipziger auf Lebenszeit" vom 20. April

Die verfehlten Argumente zeigen, dass über die Fakten zu den in der Öffentlichkeit diskutierten Themen, insbesondere von Lösungen wie etwa, dass einem Auto künftig nur noch ein einziges Kennzeichen auf "Lebenszeit" zugewiesen werden und damit das heutige landkreisbezogene Buchstabensystem künftig ganz wegfallen soll, nicht ausreichend genug aufgeklärt wird. Anlass für diese Reform ist der bislang enorme Verwaltungsaufwand, also die immer wieder beklagte aufwendige und wachsende sowie tatsächlich Kosten treibende deutsche Bürokratie, die bei dieser Maßnahme effektiv massiv abgebaut werden würde. Die Umsetzung dieses nachvollziehbaren Ziels ist jetzt erst möglich, weil ab dem 1. Juli 2009 der Bund von den Ländern die Aufkommens- und Verwaltungshoheit über die Kraftfahrzeugssteuer übernommen hat. So erkennt man zugleich, dass der Vorschlag, dass dann schließlich alle Autos in ganz Europa ebenfalls "lebenslang" nur jeweils ein Nummernschild "konsequenterweise" bekommen sollten, gegen die Steuerhoheit der einzelnen Länder Europas verstoßen würde. Das lebenslange Kennzeichen wird auch nicht zum "Kainsmal", wenn man - je nach Belieben - an seinem Auto einen Aufkleber seines Wohn-, Geburts- oder Arbeitsortes anbringt.

Martin Gewies, Frohnau