Leserbriefe

"Fahrlässigkeit zulasten der Berliner"

| Lesedauer: 4 Minuten

Leser zu den Millionengewinnen der Wasserbetriebe, von denen die Verbraucher nicht profitieren

Der Reibach der Berliner Wasserbetriebe kommt nicht überraschend. Schließlich handelt es sich bei dem Unternehmen um einen Monopolisten, der deshalb seine dominante Marktstellung ausspielen kann. Wobei die Betonung aber auf kann liegt, da es sich erstens um einen halbstaatlichen Anbieter handelt, der eine besondere gesellschaftliche Verantwortung trägt, und zweitens das Bürgerliche Gesetzbuch für nicht in einem echten Wettbewerb stehende Akteure zumindest vorschreibt, die Tarife transparent zu begründen. Deswegen muss insbesondere dort auch vonseiten der Politik der Hebel angesetzt werden, weil die SPD hier in besonderer Verantwortung steht, da sie - im Übrigen im krassen Gegensatz zu ursozialdemokratischen Werten - die Teilprivatisierung zum Nachteil des Verbrauchers vollzogen hat.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Wasserbetriebe machen Millionengewinne - und der Wasserkunde zahlt. Wie nett, dass versucht wird, die Erhöhung der Wasserpreise durch einen Gewinnverzicht zu verhindern. Das Kartellamt mahnt, die Wasserkosten zu senken, und das kommt dann dabei heraus. Unglaublich. Wer solche Verträge abgeschlossen hat, sollte zur Rechenschaft gezogen werden. Das war eine Fahrlässigkeit zulasten der Bevölkerung. Wer kann schon einen bestimmten Betrag als Gewinn garantieren? Das geht nur über erhöhte Preise. Damit sollte man sich einmal beschäftigen.

Karl-Heinz Flieger, Steglitz

Piraten profitieren von der schlaffen Politik der Landesregierung

Zum Artikel: "Große Koalition enttäuscht die Mehrheit der Berliner" vom 19. April

Große Koalitionen sollten die Ausnahme und nicht ein Normalzustand sein. Kein Wunder, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung von der bisherigen Arbeit des rot-schwarzen Senats enttäuscht ist. Sei es in der Bildungspolitik, von der man gar nichts mehr hört, oder in der Wirtschaftspolitik, wo nur Hiobsbotschaften wie die Pleitewelle in der Solarbranche die Runde machen. Und auch die Gewalt hat allgemein zugenommen. Kein Wunder, wenn die Piratenpartei von dieser schlaffen Politik profitiert. Und zwar umso mehr, je weniger sie sich programmatisch festlegt.

Christian Lukner, per E-Mail

Mit dem Kreuzchen in der Wahlkabine endet Mitspracherecht

Zum Artikel: "Empörung über Maulkorb für Abweichler im Bundestag" vom 15. April

Ein Leserbrief in der Morgenpost erweckte den Eindruck, dass bei der Entscheidungsfindung etwa über die Redefreiheit der Abgeordneten im Bundestag der Souverän, der Bürger, die Möglichkeit haben sollte, entscheidend mitzuwirken. Genau das aber ist nicht der Fall. Der Souverän kann in einer funktionierenden Demokratie nur mitwirken, indem er den Kandidaten seines Vertrauens wählt und ihm damit das Recht gibt, ihn im Deutschen Bundestag mit seiner Meinung zu vertreten. Mit der Abgabe seines Kreuzchens in der Wahlkabine endet das Mitspracherecht. Das ist der Sinn unserer funktionierenden Demokratie in Deutschland.

Jürgen Stotzka, per E-Mail

Paradiesische Zustände in kleinen Klassen

Zum Artikel "Gekommen, um zu lernen" vom 18. April

Es ist interessant zu lesen, dass Roma-Kinder, kaum dass sie hier sind, in Klassen mit 17 Schülern und zwei Lehrern betreut werden, während der normale deutsche Schüler mit knapp 30 Kindern und einem Lehrer in einer Klasse auskommen muss und von solchen paradiesischen Zuständen nur träumen kann. Gleichzeitig wird das von linken Politikern noch als nicht ausreichend kritisiert, was dort vom deutschen Steuerzahler geleistet wird.

Andreas Dettmann, Wildau

Wohnungsbaugesellschaft kann stolz auf ihren Hausmeister sein

Zum Serienteil "Wahre Werte" vom 18. April: "Irgendjemand muss das ja wegmachen"

Ich wohne zwar nicht in der beschriebenen Marzahner Siedlung und kenne Hausmeister Ulrich Klapputh auch nicht. Wer aber so einen guten Job macht wie er, der hat es verdient, mit einem Zeitungsbericht lobenswert herausgestellt zu werden. Ein Hausmeister, der täglich trotz der Größe der Wohnanlage die Treppenaufgänge auf Sauberkeit kontrolliert, damit keine Gegenstände im Treppenhaus bei einem Notfall die Flucht behindern, nimmt seine Tätigkeit sehr ernst. Hinzu kommen auch noch seine Rundgänge auf den Spiel- und Müllplätzen. Die Wohnungsgesellschaft kann stolz auf ihren Herrn Klapputh sein, er nimmt ihr viel wichtige Arbeit ab.

Klaus Okrafka, per E-Mail