Leserbriefe

"Die Zeit ist abgelaufen"

Leser zur Harald-Schmidt-Show, die aufgrund der schlechten Einschaltquoten abgesetzt wurde

Die Zeit von Harald Schmidt ist abgelaufen. Er liefert zwar noch immer eine gute Show und ist gut drauf, aber die Zeiten ändern sich. Und was gestern noch gut rüber kam, kann heute ins Leere laufen. "Zeitgeist" nennt man das. Nach Schmidts Zeit bei der ARD hätte Sat.1 wissen können, dass man die Institution "Harald Schmidt" nicht unbegrenzt wird konservieren können.

Johann Sander, per E-Mail

Nun ist er wieder weg vom Flachbildschirm, unser Dirty Harry. "Schade" hat er zur Entscheidung von Sat1 gesagt. Als treuer Zuschauer kommen ich über ein "schade" emotional allerdings auch nicht hinaus. Die Schmidt-Abende tendierten immer mehr zum Promi-Talk und verloren dadurch zu oft den kruden Charakter aus Satire, gehobener Blödelei und Bildungsbürgerjokes. Dann kam der Irrweg mit Pocher noch auf der ARD und bei Sat 1 war zuletzt der Spaß-Höhepunkt nicht selten schon beim (von Charly Wagner herrlich erzählten) Herrenwitz erreicht. Dennoch fehlt Harald Schmidt. So eine Late-Night-Show muss es geben, das hat was mit Kultur zu tun, und sei es für spät guckende Minderheiten.

Paul Balk, Lichterfelde

Wann verabschieden wir uns endlich von dieser Quoten-Jagd, die seit vielen Jahren scheinbar der einzige Gradmesser für das Wohl oder Ende von TV-Karrieren ist? Harald Schmidt und auch Thomas Gottschalk haben solch eine rabiate Umgangsweise einfach nicht verdient, denn jahrzehntelang haben gerade diese beiden TV-Dinos das Fernsehprogramm mitgeprägt und mitgestaltet und zwar zu unserer aller Unterhaltung und Spaß! Doch Geschichte scheint sich wieder einmal zu wiederholen, denn schon der unvergessene große TV-Unterhalter Hans-Joachim Kulenkampff stolperte einst über die Quoten, als er sein etwas mehr bildungsorientiertes Fernseh-Quiz ("Zwischen gestern und morgen") startete und damit zunächst in die dritten Programme und dann nach drei Folgen vollständig vom Bildschirm verbannt wurde. Joachim Fuchsberger scheiterte mit "Auf los geht's los" an der harschen Pressekritik. Wir sollten mit unseren TV-Stars besser umgehen, denn sonst droht uns irgendwann eine Fernsehkultur der Mittelmäßigkeit und Geschwätzigkeit.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Ein Dankeschön an den privaten Fernsehsender SAT 1. Endlich haben die Programmmacher die Harald-Schmidt-Show abgeschaltet. Dieser Zynismus und diese Polemik auf Kosten der "kleinen Leute" und Minderheiten in diesem Land wurden immer unerträglicher. Die sinkenden Einschaltquoten zeigen einfach, dass die Mehrheit der Zuschauer den Sarkasmus eines Harald Schmidt satt hatte und ihn schlichtweg nicht mehr auf dem Bildschirm sehen will. Dieser Late-Night-Talker wird keine Lücke im Fernsehen hinterlassen.

Albert Alten, per E-Mail

Domäne Dahlem muss behutsam modernisiert werden

Zum Artikel: "Förderverein lehnt Konzept für die Domäne ab" vom 23. März

Niemand will aus der Remise ein Gourmetrestaurant machen. Es geht vielmehr darum, durch eine Verglasung, die jederzeit geöffnet werden kann, den denkmalgeschützten Teil auch bei schlechter Witterung für Schulkassen wie auch für Familien und Einzelbesucher nutzbar zu machen. Sie kann natürlich auch für Familienfeiern vermietet werden. Auf der Domäne werden unter dem Leitgedanken der Biodiversität wunderbare landwirtschaftliche Produkte erzeugt - warum soll man sie nicht vor Ort zubereiten und anbieten? Man könnte sich sogar vorstellen, dass Kinder dies zusammen mit dem Koch tun und dabei lernen, dass es Gesünderes als Fastfood gibt. Ich bin überzeugt, dass die Domäne dem Untergang geweiht ist, wenn sie nicht behutsam modernisiert wird. Auf die junge Generation kommt es an, und die hat andere Erwartungen.

Petra Rosenbaum, Steglitz

Müllbehälter quellen In der ganzen Stadt über

Zum Artikel: "Mit dem Frühling kommt der Müll" vom 29. März

Jeden Tag erlebt man in der Stadt, dass die viel zu wenigen Müllbehälter überquellen und auch der gutwillige Bürger keine Möglichkeit findet, seine Abfälle zu entsorgen. Es ist doch ein Unding, dass Friedrichshain-Kreuzberg keine eigenen Mitarbeiter mehr beschäftigt, die für den Müll in Grünanlagen zuständig sind. Für das Sauberhalten in Parks sind keine Spezialkenntnisse oder Trainingskurse erforderlich. Das kann jeder, der keine körperlichen Gebrechen hat. Man sollte arbeitslose Menschen einstellen, und den Job mit den Transferleistungen verrechnen.

Manfred Weber, per E-Mail