Leserbriefe

"Nur noch eine Fußnote"

Leser zur Landtagswahl im Saarland, bei der die FDP erneut ein desaströses Ergebnis erzielte

Wir sollten nicht so fixiert auf die Prozentwerte schauen: Die geringere Wahlbeteiligung bedeutet, dass Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer eben nicht Siegerin der Wahlen ist. Die CDU hat knapp 15.000 Stimmen verloren, während die SPD fast 16.000 gewonnen hat. Heiko Maas ist somit der einzige bisherige Spitzenpolitiker im Landtag an der Saar, der gewonnen hat. Er mag sein Ziel, Ministerpräsident zu werden, verfehlt haben, aber sein Licht muss er keineswegs unter den Scheffel stellen.

Matthias Judt, per E-Mail

Das Wahldebakel im Saarland war erst der Anfang. Auch in Nordrhein-Westfalen steht es für die CDU auf der "Kippe". Nach einem kurzen Zwischenhoch (mit einer schwarz-gelben Koalition unter Jürgen Rüttgers) ist die CDU seit Jahren in der Versenkung verschwunden. Das liegt wohl an der Wischiwaschi-Politik. An dieser Tatsache kommt auch der neue Spitzenkandidat nicht vorbei.

Christian Lukner, per E-Mail

Die FDP ist nur noch eine kleine Fußnote, die die Regierung mitgestellt hat. Hochachtung habe ich allerdings noch immer für Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher. Es ist schon verwunderlich, diese Partei noch aufzuführen und deren Vertreter einzuladen. Die FDP rangiert doch eher unter Sonstige.

S. Adrian, per E-Mail

Die Saarland-Wahl bestätigt, unabhängig vom Wahlergebnis, einen eindeutigen Deutschland-Trend: Die FDP gehört im Parteiensystem der Bundesrepublik zwischen Rügen und München jetzt endgültig zum politischen Auslaufmodell im 21. Jahrhundert. Die Liberalen fristen ihr politisches Dasein in Zukunft als winzig kleine Splitterpartei in der außerparlamentarischen Opposition. Die FDP ist schon lange nicht mehr das "Zünglein an der Waage" oder der Juniorpartner in Regierungskoalitionen. Für die Wähler ist die FDP schlichtweg überflüssig und nicht mehr wählbar.

Albert Alten, per E-Mail

Kosten für Energie und Mobilität sind zu hoch

Zum Artikel: "Kaum Hoffnung für die Solarindustrie" vom 23. März

Die Zeilen verbreiten wenig Optimismus und passen nicht zur Frühlingssonne: "Kaum Hoffnung für Solarindustrie" heißt es da und "Jeder vierte Deutsche spart an der Mobilität". Der Grund ist immer derselbe, die Kosten sind zu hoch. Auch die Forderungen bleiben gleich: Die Politik müsse jetzt eine langfristige Perspektive entwickeln, heißt es da, für die Energie-Industrie und für eine bezahlbare Mobilität der Bürger. Wie soll das gehen? Man wird den Eindruck nicht los, dass es endlich an der Zeit ist, dass sich die Politik wieder Einflussmöglichkeiten schafft, die sie an die Konzerne und den Weltmarkt abgegeben hat. Und was macht man selbst? Keine Stromkosten mehr produzieren und nicht mehr zu den Großeltern nach Freiburg fahren? Schöne Aussichten.

Gerlinde Sakrow, Lichtenrade

Gauck hat die Gabe, Bürger zu begeistern

Zum Artikel: "Unsere Demokratie wird leben" vom 24. März

Joachim Gauck hat in seiner ersten Grundsatzrede als Bundespräsident die Erwartungen nicht enttäuscht. Selbst die Linke, die ihm skeptisch gegenübersteht, musste nun eingestehen, dass er die richtigen Themen angesprochen hat. Gauck ist nicht nur ein brillanter Redner, der ohne gestelztes Politikergeschwafel auskommt, sondern auch ein ausgezeichneter Rhetoriker, der es versteht, komplizierte Themen dem Volke nahezubringen. Er hat die Gabe, Bürger zu begeistern und mitzunehmen, und er kann auch ermahnen, jedoch ohne den erhobenen Zeigerfinger zu gebrauchen. Aus diesem Grunde ist der neue Bundespräsident Gauck ein echter Glücksfall für unser Land.

Christian Bojé, per E-Mail

Transplantationsgesetz soll Klarheit bringen

Zum Artikel: "Wann ist der Mensch tot genug für eine Organspende?" vom 23. März

Dem Ethikrat und seiner offenen Diskussion folgend, laufen wir Gefahr, bezüglich der Sterblichkeit nicht zu wissen, ob der Körper eines Hirntoten lebt oder ein Leichnam ohne Kopf ist. Auch von hirntoten Frauen konnten lebensfähige Kinder geboren werden. Zu unserem Glück haben frühere Diskussionen klargestellt: "Wachkomapatienten sind keine Sterbenden!" Ich hoffe, dass das neue Transplantationsgesetz dazu verhilft, bisherige Hemmnisse für die Organspende in breiten Kreisen der Bevölkerung auszuräumen.

Andreas Großmann, per E-Mail