Leserbriefe

"Eine charakterlose Fußballtruppe"

Leser zum Absturz von Hertha BSC und zu Möglichkeiten, die Krise zu bewältigen

Die Begeisterung für den Aufstieg von Berlins Traditionsverein wird seit einigen Monaten durch ein willenloses Gekicke einer charakterlosen Fußballtruppe mit Füßen getreten. Natürlich hat Manager Preetz, wie bereits zwei Jahre zuvor beim Abstieg, zahlreiche "kampfunfreudige" Spieler verpflichtet und immer auf die Verbindlichkeiten verwiesen, die der Club mit sich herumschleppt. Doch Hannover 96, Mainz 05, FC Augsburg oder der SC Freiburg haben einen kleineren Etat als Hertha und spielen dennoch einen technisch guten Fußball. Die Spieler kämpfen eben für ihren Verein.

Andrej Woiczik, Buckow

Wir sollten uns alle bei Dieter Hoeneß entschuldigen, der seinen Platz nicht für Michael Preetz räumen wollte. Er wusste anscheinend, dass der es nicht kann. Nett sein reicht eben nicht. Herr Preetz traf keine richtige Personalentscheidung, verbrauchte fünf Trainer und stieg zweimal ab. Nur dass es diesmal kein Betriebsunfall bleiben wird und finanziell auch nicht werden kann, sondern der Fall in die Bedeutungslosigkeit.

Detlef Ritter, per E-Mail

Langsam zweifelt auch der Gutmütigste an Rehhagels Taktik oder daran, ob überhaupt diese teure "Rettungsmaßnahme" angebracht war. Bei den letzten acht Spielen sollte sich die Mannschaft noch mal aufbäumen und alles geben, die Zweitklassigkeit sollte man anderen überlassen, die Hauptstadt hat es nicht verdient.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Ich finde es unerträglich, wie immer wieder gegen Herthas Geschäftsführer Michel Preetz Stimmung gemacht wird. Der Mann hat doch nun alles probiert - allerdings keine fünf Trainer engagiert, wie immer behauptet wird. Nach Babbel kamen nur Skibbe und jetzt Rehhagel, die anderen waren nur kurze Aushilfslösungen. Die Mannschaft, die den Aufstieg geschafft hat, wurde auch nicht von Preetz, sondern von Babbel zusammengestellt. So überzeugend waren die Spiele unter Babbels Leitung auch nicht. Aber wenn ein so erfahrener Trainer wie Rehhagel es nicht schafft, die letzten Reserven aus der Truppe zu holen, wer dann? Da hilft auch kein "Preetz weg", denn die Mannschaft wird deshalb nicht besser spielen.

Bernd Doborosky, per E-Mail

Hertha braucht einen sofortigen Trainerwechsel. Die Idee mit König Otto klang plausibel, aber alle Bedenken im Vorfeld sind bestätigt worden. Rehhagel arbeitet mit veralteten Methoden, und jedes seiner Experimente schlug fehl. Er hat auf die falschen Spieler gesetzt - wo sind die für Kampfeswillen bekannten Spieler wie Patrick Ebert, Lustenberger und Ronni geblieben? Warum spielt ein Lasogga nicht in der Stamm-Elf?

Gordon Klein, per E-Mail

Das war es denn wohl für Hertha. Ab in die Zweite Liga, und an Aufstieg ist wohl vorerst nicht mehr zu denken. Da fällt mir nur ein: Der Fisch fängt an am Kopf zu stinken. Irgendwo ganz oben sitzen die Bremser und Verantwortlichen für das Debakel, es kann nicht immer der Trainer sein, das ist eine primitive Ausrede.

Herbert Korte, per E-Mail

BVG-Fahrpreise steigen schneller als die Benzinpreise

Zum Artikel: "Berlins Fahrpreise steigen" vom 16. März

Anfang der 50er-Jahre benötigte man für eine normale Stadtfahrt einen Umsteigefahrschein für 30 Pfennig, also etwa 16 Cent. Ein Liter Normalbenzin, das damals am meisten getankt wurde, kostete in West-Berlin 64 Pfennig, also 32 Cent. Heute kostet ein Liter Benzin etwa 1,60 Euro, also das Fünffache. Der für eine Stadtfahrt erforderliche Fahrschein im Tarifgebiet AB kostet demnächst 2,40 Euro, also das Fünfzehnfache des alten Preises. Ist das Echo auf die steigenden Spritpreise unter diesen Umständen nicht ein bisschen übertrieben?

Eberhard Siegmund, Mahlsdorf

Regale der Supermärkte quellen über mit Lebensmitteln

Zum Artikel: "Jeder Deutsche wirft im Jahr 81 Kilo Essen weg" vom 14. März

Ja, das ist nun einmal so. Der Durchschnittsbürger kann die Kaviarberge, die Lachshäppchen und den Champagner nicht mehr genießen, weil er sich daran übergegessen und zu viel dazu getrunken hat. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner sollte sich in einem Supermarkt umsehen, wo Lebensmittel aus den Regalen quellen, die einfach nicht verkauft werden können, aufgrund ihrer Masse. Und warum gibt es immer mehr Menschen, die die Abfalltonnen der Supermärkte auf Lebensmittel durchsuchen? Die Arroganz der Politiker gegenüber dem Bürger muss ein Ende haben.

Veronika Ratajczak, Kreuzberg