Leserbriefe

"Auf die Schliche gekommen"

Leser zu dem kostenlosen Urlaubsaufenthalt von Klaus Wowereit bei Eventmanager Manfred Schmidt

Folgt nach der Affäre Wulff nun die Affäre Klaus Wowereit? Der Regierende Bürgermeister sollte sich nicht so verhalten, wie Wulff es getan hat. Wenn auch er etwas zu beichten hat, muss er es sofort tun. Seine politischen Gegner werden sowieso alles daransetzen, Ungereimtheiten aufzudecken. Auch innerhalb seiner Partei wird es Leute geben, die nur darauf warten, ihm einiges zurückzuzahlen, wenn die Möglichkeit besteht. Dieses Trauerspiel von Wulff darf sich nicht wiederholen. Unsere Demokratie hat in den vergangenen Monaten gewaltig gelitten und darf nicht weiter beschädigt werden. In diesem Sinne, Herr Wowereit: Wenn Sie etwas zu erklären haben, dann jetzt und umfangreich.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Dass Wowereit den Ehrensold des Kurzzeitpräsidenten Wulff verteidigt, verwundert jetzt allerdings nicht mehr allzu sehr. Ist er doch fast aus dem gleichem Holz geschnitzt wie Wulff. Er umgibt sich gerne mit Pseudoprominenten und hat zum schwer erarbeiteten Geld des Steuerzahlers kaum eine Beziehung. Das zeigen schon die Unsummen, die er - trotz maroder Schulen und Straßen - für Prestigeobjekte ausgeben will. Es bleibt abzuwarten, was Manfred Schmidt noch alles Gutes für die Partei getan hat.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Als nur noch als Wählerstimme benötigter Bürger könnte einem die Nachricht zwar im Halse stecken bleiben, überraschen kann sie indes kaum mehr. Wessen Herz einzig für die Gutbetuchten schlägt und wer krank machende Flugrouten seinen Mitmenschen zumutet, dem hat man das Vertrauen längst entzogen. Ein gewisser Teil unserer Eliten aus Politik und Wirtschaft ist eben vom Stamme Nimm, und der wurmstichige Klüngel betrachtet unser Land lediglich als fette Beute, welche es sich schamlos unter den Nagel zu reißen gilt. Hier gierige KVA-Vorstände, die sich mit üppigen Übergangsgeldern die Taschen vollstopfen, dort ein nimmersatter Zwölf-Tage-Senator oder da ein mit Ehren überhäuftes und aus dem Amt gejagtes Staatsoberhaupt.

Hans-Joachim Schmidt, Wilmersdorf

Wenn Senatssprecher Richard Meng sagt, "daran ist nichts Geheimnisvolles und nichts Anstößiges", so ist das eine Schutzbehauptung. Selbstverständlich ist es anstößig, wenn sich Politiker und bestimmte Unternehmer zu nahe kommen. Es ist selbstverständlich ein Geben und Nehmen. Es war sehr befremdend, dass unter und ab der Ära Schröder ganz ungeniert Wirtschaftsunternehmer wie Maschmeyer sowohl von SPD-Politikern als auch von CDU- und CSU-Politikern hofiert wurden. Der eherne Grundsatz für Staatsbeschäftigte (Politiker gehören dazu) lautete immer, keine große Nähe zu Unternehmern zu entwickeln, um den Verdacht der Annahme geldwerter Vorteile zum Nachteil des Steuerzahlers zu vermeiden.

Anita Stemplinski, per E-Mail

Es ist schon erstaunlich, wie wenig sensibel Politiker im Umgang mit Eventmanagern und anderen Wohltätern sind. Seit wann werden von diesen Menschen Benefizien verteilt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten? Und sei es nur, dass sie sich an der Seite einflussreicher Politiker sonnen können. Klaus Wowereit reiht sich nahtlos in die Schlange der Wohltätigkeitsempfänger ein, ohne darüber nachzudenken, wie dies bei den Bürgern ankommt. Ehre und Anstand fordert er lieber bei anderen ein.

Achim Sahr, per E-Mail

Die Mühlen mahlen langsam, aber erhellen doch die dunklen Machenschaften. Nun kommt auch ans Licht, dass Klaus Wowereit in der Finca von Schmidt kostenlos einen Urlaub verlebt haben soll. Eine Politikergruppe, die sich nicht scheut, derartige Geschenke anzunehmen, obwohl ihre Diäten ausgereicht hätten, um selbst zu bezahlen. Es ist ja bekannt, dass der Partylöwe Wowereit keine Feier auslässt. Jetzt ist man ihm aber auf die Schliche gekommen.

Egon Franke, per E-Mail

Gegen Schützenvereine, aber für schwule Schützenkönige

Zum Artikel: "Schützenverband verbietet schwule Königspaare" vom 12. März

Schützen sind mehrheitlich etwas traditioneller - na und? Sie tun damit keinem weh, niemand wird zum Mitmachen gezwungen. Wenn der betreffende Schützenverband erklärtermaßen an christlichen Werten orientiert ist, dann ist das Sache des Verbandes und seiner Mitglieder und damit ebenfalls zu respektieren. Aber es ist ein großer Witz, wenn sich der Grüne Volker Beck einmischt. Für die Grünen sind Schützen doch eines der Übel schlechthin und sowieso bekämpfenswert, um die Welt nach Grünen-Denke besser zu machen. Hier Stellung für den schwulen Schützenkönig zu beziehen ist ein gerüttelt Maß an Heuchelei.

Michael Mutke, Kreuzberg