Leserbriefe

"Zukunftsträchtige Entwicklung"

Leser zu den Visionen des Star-Architekten Volkwin Marg für den einstigen Flughafen Tempelhof

Immer wenn man von der S-Bahn aus auf den Flughafen Tempelhof schaut, wird man wehleidig. Warum nur antworten Senat und Bundesregierung nicht auf den Vorschlag von Volkwin Marg? Statt hilflos nur mit kleinen kommerziellen Projekten herumzubasteln, sollte man doch wirklich ein schwergewichtiges Vorhaben wie ein Luft- und Raumfahrtzentrum an diesem historischen Standort platzieren - einen besseren gibt es doch nicht. Es bleibt reichlich Platz auch für ein ART-Zentrum und weitere wichtige kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen.

H. Kunzelmann, per E-Mail

Nach der vielfach als überstürzt und unnötig empfundenen Aufgabe des Hauptstadt-Flughafens Tempelhof ist das engagierte Plädoyer des weltweit renommierten Architekten Volkwin Marg zu begrüßen. Endlich ein dezidierter Vorschlag zu einer zukunftsträchtigen Entwicklung, der den im Koalitionsvertrag enthaltenen Vorstellungen zur Nutzung der historischen Gebäude und des angrenzenden Geländes nicht entgegenstünde. Ihm wären nunmehr auch eine breite öffentliche Diskussion und entsprechende Reaktionen des Senats und gegebenenfalls der Bundesregierung zu wünschen. Dass ein museales Luft- und Raumfahrt-Zentrum mit angeschlossenen Forschungsaktivitäten für die wirtschaftliche Belebung unserer Stadt ein wirksames Stimulans darstellen würde, bedarf wohl keiner kritischen Hinterfragung angesichts der unbestreitbaren Berliner Luftfahrttradition.

Dieter Puhlmann, Zehlendorf

Ausschließlich Befürworter des Projektes im Podium

Zum Artikel: "Zentralbibliothek: Gegner kritisieren Kosten und Standort" vom 1. März

Die Senatsverwaltung hatte am 28. Februar zur Diskussion über den Bau einer Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) in das Flughafenrestaurant des ehemaligen Flughafens Tempelhof eingeladen. Die Auswahl der Gäste, welche auf dem Podium Platz genommen hatten, war doch recht eigenwillig, denn diese bestand nur aus Befürwortern des Projektes. Voller Euphorie berichteten diese über den geplanten Bau und Standort in Tempelhof, als gäbe es wirklich keine Alternative, selbst der Gast aus Aarhus, Knud Schulz, schien schon davon angesteckt zu sein. Wo waren die Kritiker und Gegner? Alle durften sie nur im Publikum sitzen. Es mutet schon mehr als merkwürdig an, dass der Bau der ZLB wahrscheinlich nur Mittel zum Zweck sein wird, um das Tempelhofer Feld nach und nach zu bebauen. Mehrfache Fragen nach der Finanzierung der ZLB wurden jeweils einfach übergangen und letztendlich nicht beantwortet.

Andreas K. Walter, per E-Mail

Wichtiger Schritt zur Angleichung der Lebensverhältnisse

Zum Artikel: "Berlin will gleiche Tarife in Ost und West" vom 4. März

Die vorgeschlagene Angleichung der Gehälter in Berlin wäre zwar zu begrüßen, ist aber sehr realitätsfern. Die Bewohner der anderen neuen Bundesländer würden dann auch das Gleiche fordern, und das nicht nur bei Angleichung der Tarife, sondern auch bei den aktuellen Rentenwerten. Man bedenke die Folgen: Die Wiedervereinigung wäre endlich gelungen. Das haben unsere Politiker über zwei Jahrzehnte verhindert und werden es auch weiterhin tun, mit dem Hinweis, dass das zu viel Geld kosten würde. Aber es geht hier schließlich nicht um Griechenland und Europa, sondern nur um die eigenen Bürger im Osten. Außerdem wären die finanziellen Aufwendungen im Verhältnis zum Rettungsschirm für Griechenland nur "Peanuts". Wann hört diese Teilung in Ost- und Westdeutsche endlich auf?

Günter Laser, Karow

Ein geeigneter Standort für die traditionsreiche Berliner Operette

Zum Artikel: "Die Operette will ins Theater Karlshorst" vom 1. März

Ich gehöre zu dem großen Kreis der Berliner, die im Spektrum des hauptstädtischen Kultur- und Theaterangebots die Operette seit Langem sehr vermissen. Warum wird diese berlintypische Kunstgattung mit den herausragenden lokalen Komponisten wie Paul Lincke, Walter Kollo, Jean Gilbert, Eduard Künneke und Gerd Natschinski dem Berliner Publikum und den Gästen der Stadt nicht in ansprechender Weise zugänglich gemacht? Das Theater Karlshorst wird Heimstatt der Operette, das wär's doch! Und noch dazu an einem Standort, der für alle Berliner mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar ist. Das Ziel sollte also sein, ein wirklich unterhaltsames und heiteres Musiktheater zu schaffen. So wäre es auch zu begrüßen, wenn die Verantwortlichen mit der Musikschule Lichtenberg zu einer einvernehmlichen Lösung kämen. Die Wiederbelebung des Theaters Karlshorst als Berliner Operettenbühne darf daran nicht scheitern.

Sylvia Genzen, Friedrichshain