Leserbriefe

"Auf Kosten der Bürger"

Leser zu Ehrensold und weiteren Vergünstigungen für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Wulff

Demokratie, schreibt der Duden, ist die Staatsform, in der die vom Volk gewählten Vertreter die Herrschaft ausüben. Etliche Politiker haben Demokratie/Volksherrschaft noch nicht begriffen. Denn ihre Aufgabe ist es, die Bürger ausgeglichen zu bedienen - und nicht sich selbst auf Kosten der Bürger. Der Ehrensold an sich hat eine unangemessene Höhe. Wir müssen uns nicht wundern, wenn der soziale Abstand immer größer wird. Manche Dotierungen und Ansprüche von Sportlern, Sängern, Schauspielern, Managern oder Politikern haben keinen Bezug mehr zur Wirklichkeit, zur freien Marktwirtschaft oder zur Gerechtigkeit untereinander. Wenn wir uns nicht gegen Verschwendung, Übermaß und Ungerechtigkeit auf allen Ebenen wehren, ist die tägliche wichtige Arbeit des Normalbürgers noch mehr abgewertet.

Werner von Knoblauch, Schöneberg

Altpräsidenten sollten nicht in die Lage gebracht werden, sich aus rein finanziellen Gründen einen neuen Arbeitsplatz suchen zu müssen. Da fragt man sich doch, was macht Politiker zu Übermenschen? Wieso sind Spitzenpolitiker davon befreit, sich eine neue Arbeit suchen zu müssen?

Jessica Schmidt, Steglitz

Nur Kleingeister können auf die Idee kommen, einem ehemaligen Staatsoberhaupt etwa eine militärische Verabschiedung zu verwehren. Und selbstverständlich hat jedes Staatsoberhaupt einen Anspruch auf ein Büro und Mitarbeiter, das ist eine demokratische Selbstverständlichkeit. Es geht nicht um eine Höflichkeit oder Forderung, sondern das steht Wulff rechtlich zu.

Christian Lukner, per E-Mail

Wann wird Deutschland von dieser Peinlichkeit erlöst? Der Sessel des Präsidenten darf nicht zum Schleudersitz mit Rettungsschirm inklusive Sorglospaket für eine weiche Landung im Paradies mutieren - und das bereits mit 52 Jahren. Hier läuft etwas aus dem Ruder, wenn einerseits horrende Gehälter, Abfindungen und Boni gezahlt werden, andererseits aber Leistungsträger unserer Gesellschaft davon weit entfernt sind.

H. Kunzelmann, per E-Mail

Erst wird das Volk belogen und betrogen, dieses offensichtliche Fehlverhalten des selbst ernannten "guten Bundespräsidenten" führt sogar zu strafrechtlichen Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft, und jetzt beansprucht dieser durch und durch unehrenhafte Mensch außer dem Ehrensold auch noch weitere Vergünstigungen zulasten des Steuerzahlers.

Michael Hirdes, per E-Mail

Wulff soll sich ein Beispiel an seinem direkten Vorgänger Horst Köhler nehmen, dieser verzichtet auf Ehrensold und weitere Vergünstigungen - Hochachtung!

Erwin Muth, per E-Mail

Das Problem ist doch, dass 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung gegen den sogenannten Ehrensold für Wulff sind. Die Politiker, die sonst immer so erfinderisch sind, dem normalen Bürger das Geld aus der Tasche zu ziehen, verstecken sich nun hinter dem politischen Rücktritt. Was ist denn daran politisch, wenn ich private Reisen mache, einen Hauskredit nehme, mich einladen lasse? Ich hoffe, die Medien bleiben dran, der Bürger vergisst diesmal nicht.

S. Adrian, per E-Mail

Die Ehrensold-Regelung für Wulff ist für den Normalbürger nicht nachvollziehbar. Kündigt ein Bürger seinen Arbeitsplatz fristlos, bekommt er zunächst eine dreimonatige Sperre, bevor Arbeitslosenunterstützung gezahlt wird. Zudem soll Wulff auch noch Dienstwagen, Chauffeur, Büro und Sekretärin erhalten. Man darf sich also nicht wundern, wenn die Parteienverdrossenheit in der Bevölkerung weiter zunimmt.

Friedrich Christopher, Tegel

Ich finde es geradezu unanständig, den Ehrensold für Wulff zu zahlen. Für mich ist Wulff nicht aus politischen Gründen zurückgetreten, sondern weil er durch sein Verschulden zurücktreten musste. Er hat gelogen, alle Vorteile, die sich ihm boten, angenommen und immer von seinen wohlhabenden Freunden profitiert. Diese guten Freunde können ihn ja jetzt auch unterstützen. Allein das Wort Ehrensold sollte nicht in Verbindung mit Wulff gebracht werden, denn er hat dem Land keine Ehre erwiesen.

Gisela Steegmann, per E-Mail

Wulff ist nicht nur ein Schnäppchenjäger, sondern auch ein Nimmersatt, der es sich auf Steuerzahlerkosten nach 598 Tagen im Job gut gehen lässt.

Albert Alten, per E-Mail

Es ist unerträglich, mit welchen Argumenten die gesamte Politikerklasse die üppige Versorgung der Ex-Präsidenten zu rechtfertigen versucht.

Holger Kantrowicz, per E-Mail