Leserbriefe

"Allzu bequeme Lösung"

Leser zu Plänen von Verkehrssenator Michael Müller, Fahrpreise regelmäßig inflationsabhängig zu erhöhen

Verkehrssenator Michael Müller hat, wie auch andere Spitzenpolitiker, zuweilen ein gestörtes Verhältnis zur Marktwirtschaft, in der die Preisfindung durch Angebot und Nachfrage erfolgt. Weil ihm diese Preisfindung zu unbequem ist, möchte er die Fahrpreise der BVG planwirtschaftlich an die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten koppeln. Die Beschäftigten des Landes Berlin und die Rentner hätten diese Koppelung für ihre Bezüge auch gerne.

Manfred Lietke, Schöneberg

Es könnte wirklich klappen, wenn sich die Einkommen der Fahrgäste künftig ebenfalls an den Lebenshaltungskosten orientieren würden. Wenn sich dann auch noch das Einkommen aller Berliner am Kostenindex ankoppeln würde, könnten nicht nur Aufsichträte, sondern auch Unternehmensvostände und Gewerkschaften entlastet werden. Streiks würden vermutlich der Vergangenheit angehören.

Roger Morell, per E-Mail

Müssen wir uns alles gefallen lassen? Allein die Parkraumbewirtschaftung bringt dem Senat viel Geld ein. Nun sind auch noch regelmäßige BVG-Tariferhöhungen geplant. Anstatt die BVG-Tarife zu erhöhen, könnten diese Einnahmen für die BVG verwendet werden. Aber das scheint dem Senat zu kompliziert zu sein. Denn einfacher ist es, die Bürger zur Kasse zu bitten.

Peter Borgmann, Buckow

Der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende und amtierende SPD-Landesvorsitzende sowie neue Stadtentwicklungs- und Verkehrssenator Michael Müller will die BVG-Tarife regelmäßig entsprechend der Inflation und den Steigerungen der Lebenshaltungskosten erhöhen, um "Planungssicherheit" für die BVG zu gewährleisten. In seiner bisherigen politischen Verantwortung kam er nicht auf diese Idee, da er Inflation und Planungssicherheit insbesondere auch dann, wenn es um die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ging, stets ignoriert hat.

Norbert Gewies, Konradshöhe

Tolle Idee, vielleicht könnte er diesen Vorschlag auch gleich bei den Gehältern der Landesbediensteten und Abgeordneten umsetzen.

Dirk Weiland, per E-Mail

Dieser Vorschlag des Verkehrssenators kann so nicht akzeptiert werden. Immerhin handelt es sich bei der BVG um einen nahezu monopolistischen Staatsbetrieb, der nicht dem Wettbewerb ausgesetzt ist. Ein indexorientiertes Preissystem würde einem Preisdiktat gleichkommen. Außerdem beschleunigt es inflatorische Entwicklungen, die wirtschaftspolitisch falsch sind.

Wolfgang Heller, Westend

Auftritt in Augsburg war eine Schande für den Berliner Fußball

Zum Artikel: "Auch Rehhagel kann Hertha nicht helfen" vom 26. Februar

Jetzt sollte auch der Letzte erkannt haben, dass selbst ein José Mourinho den Abstieg von Hertha BSC nicht verhindern könnte. Der Auftritt in Augsburg war eine Unverschämtheit und eine Schande für den Berliner Fußball. Hertha BSC jagt alle Negativrekorde; selbst die 24 Punkte aus der letzten Abstiegssaison sind mit diesen Spielern nicht zu erreichen. Die Körpersprache der Spieler ist die von Verlierern. Eine wirkliche Mannschaft steht schon lange nicht mehr auf dem Spielfeld. Egal, wer ausgewechselt wird, es trifft immer den Richtigen. Die wenigen guten Torchancen werden kläglich vergeben. Man muss Zweifel haben, ob in der Rückrunde überhaupt noch einmal ein Tor gelingt. Hertha BSC wird nach dem neuerlichen Abstieg auf Jahre in der Versenkung verschwinden und damit hoffentlich auch Michael Preetz, der in den vergangenen 2,5 Jahren wenig richtige Entscheidungen getroffen hat.

Horst Lähn, per E-Mail

Das war vorauszusehen, dieses Debakel. Seit Jahren wird nur an den Symptomen herumkuriert. Was nützt ein guter Trainer, wenn das Management schlecht ist. Man kann Herrn Rehhagel nur wünschen, dass er die Mannschaft nach rein sportlichen Kriterien führt und voranbringt, ungeachtet dessen, was das unfähige Management dazu sagt.

Christian Lukner, per E-Mail

Hätte man noch Schnee gehabt, hätte man auch einen Schneemann auf der Trainerbank platzieren können. Ohne jegliche große personelle Veränderung ließ Rehhagel die zuvor erfolglose Mannschaft auflaufen und erlebte ein Desaster. Gegen schwache Mannschaften tut sich Hertha mehr als schwer. Die Mannschaft wirkte in der zweiten Halbzeit wie aus dem Altersheim. Der nächste Gegner, Werder Bremen, ist ein anderes Kaliber. Höchste Zeit, den Kader umzubauen.

Thomas Hansen, Reinickendorf