Leserbriefe

"Eine neuerliche Mogelpackung"

Leser zu der Tatsache, dass es mit Inbetriebnahme des BER deutlich mehr An- und Abflüge geben wird

Die Südwestberliner bekommen eine Mogelpackung und dazu eine erhöhte Anzahl Flüge. Wer soll überhaupt kontrollieren, auf welcher Höhe der Pilot den Haken schlägt? Und wenn es kontrolliert wird, was soll dann passieren? Wer soll den Piloten oder die Fluggesellschaft, die die diagonale Abkürzung genutzt hat, zur Rechenschaft ziehen? In den vorgeschriebenen Flugrouten sollte keine Hintertür eingebaut werden.

Jai Menon, Lichterfelde

Wie schön, würde St. Florian sagen, keine Flieger mehr über Brandenburg, nur noch über Berlin! Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Mehrzahl der erwähnten Flugbewegungen findet über Brandenburg statt, mit größten Beeinträchtigungen vor allem durch niedrige Überflüge in der unmittelbaren Nähe des Flughafens. Ich verstehe die Beschwerden der Anwohner am Wannsee - aber mal ehrlich, ist das im Vergleich nicht Klagen auf hohem Niveau? Aufatmen dürfen die Einwohner von Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf: Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hat mir zu meiner Eingabe bestätigt, dass die Nutzung der um 15 Grad abgeknickten Startroute über diese Orte in der Rechtsverordnung durch den Zusatz "by ATC only" beschränkt werden wird und somit nur im Ausnahmefall mit Genehmigung der Flugsicherung genutzt werden darf.

Marcel A. Hoffmann, Eichwalde

Es beeindruckt mich mächtig, aufgrund welcher Argumente (Parallelstart bei 1900 Meter Bahnabstand, Kosten, Bevölkerungsdichte und andere) die von der Nordbahn nach Westen hin startenden Flugzeuge über die Großstadt fliegen sollen. Aus Lärmschutz- und Sicherheitsgründen wäre zu erwarten, die Flugrouten möglichst zügig in dünn besiedelte Gebiete zu führen. In Berlin aber werden von einem Flughafen am Rande der Stadt die Flieger extra über Wohn- und Ausflugsgebiete, die zuvor nie überflogen wurden, zurückgeholt. Berlin-Flüge ab jetzt mit Stadtrundflug inklusive, nur Wind und Startbahn müssen noch stimmen. Die höheren Kosten beim Umfliegen der Stadt können nicht ins Feld geführt werden, die haben alle Passagiere und nicht die Fluglinien zu tragen. Die Entscheidungsfindung für den Zickzack-Rundflug ist rational nicht nachzuvollziehen, es bleibt ein schlechter Nachgeschmack.

Dietrich Bornemann, per E-Mail

Ob nun die bisher festgelegten Flugbewegungen stattfinden würden oder die aufgrund der Präzisierung des Sommerflugplanes seitens der Airlines - an der Tatsache, dass vonseiten des Aktionsbündnisses gegen Fluglärm wohl generell kein Konsens hinsichtlich der Entwicklung unserer Luftverkehrsregion gewünscht ist, würde sich wohl nichts ändern. Nachtflüge werden beispielsweise grundsätzlich als überflüssig angesehen. Auch der Schallschutz wird schon aufgrund der grundsätzlichen Notwendigkeit kritisiert. Es besteht eine grundsätzliche Abneigung gegen den Luftverkehr. Argumente seitens des Aktionsbündnisses wie Fluglärmterror, vorsätzliche Körperverletzung, gewissenlose Umweltzerstörung sowie Machenschaften von Politik und Wirtschaft tun das Ihrige dazu bei. Um die öffentliche Diskussion über unseren Luftverkehrsstandort wieder in die richtige Richtung zu lenken, braucht unsere Region eine Initiative "Ja zum Flughafen BER", welche aus Vertretern von Politik, Wirtschaft, Tourismus, Flughafengesellschaften und den Airlines bestehen muss.

Holger Voss, Spandau

Ich teile nicht die Meinung unseres Senats, dass wir uns an die Flugbelästigungen gewöhnen müssten, weil wir nun einmal in einer Metropole lebten. Was keine Erwähnung findet, ist die außer dem Lärm entstehende ungeheure Luftverschmutzung. Außerdem: die betroffenen Menschen waren vor dem geplanten Airport dort, aber was zählen die schon, wenn nur der Mammon Vorrang hat. Müssen Billigflugreisende unbedingt für nur 29 Euro fliegen? Wenn sie schon wie Ölsardinen verfrachtet werden wollen, um das Geld an den Reisezielen mehrfach ausgeben zu können, so könnten sie auch mit einem Mehrbetrag von nur zehn Euro, der ihnen nicht wehtut, die Billigflieger veranlassen, gleich in die Höhe zu gehen, um die nun erstatteten Kerosinpreise auszugleichen. Das wäre möglich, und Hunderttausende Betroffene wären entlastet.

Annemarie Hassel, Lichtenrade

Männer können Kindergeschrei den ganzen Tag lang schwerer ertragen

Zum Artikel: "Bildung - Schröder will mehr Männer für den Erziehungsberuf" vom 22. Februar

Unseren Jungen fehlen männliche Vorbilder sehr. Drei Mal hatten wir welche in den vergangenen 15 Jahren, und die Jungen waren glücklich. Aber alle drei sind aus dem gleichen Grund wieder gegangen: Es war ihnen zu laut. Sie ertragen das Kindergeschrei nicht acht Stunden am Tag.

Franziska Gravenhorst, Kita Kinder-Treff Spandau