Leserbriefe

"Weder sicher noch stabil"

Leser zu drohenden Stromausfällen infolge zu geringer Leistung konventioneller Energieerzeuger

Es ist höchste Zeit, dass der Verbraucher endlich einmal genauer erfährt, wie es um die Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland bestellt ist. Viele unabhängige Energiefachleute haben die Situation schon seit Längerem vorausgesehen. Sowohl Kanzlerin Angela Merkel als auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen haben diese Stimmen bisher ignoriert. Die Folgen der beschlossenen Energiewende werden langsam, aber drastisch sichtbar. Kein Land der Welt stellt sich das Ziel, seine Energieversorgung zu 80 Prozent aus Wind und Sonne sichern zu wollen. Die Kernenergie wird weltweit technologisch weiterentwickelt und ausgebaut. Nicht so in Deutschland. Hier werden weiterhin unbeirrt energiepolitische Sonderwege gegangen, politisch entschieden, sachlich-inhaltlich nicht begründbar. Die Energieversorgung ist also weder sicher noch stabil, auch wenn uns die Politik Gegenteiliges versichert. In welche Höhen das unsere Strompreise noch treiben wird, wird uns vorsichtshalber verschwiegen.

Dr. Helmut Pöltelt, Ahrensfelde

Nun werden schon wieder Horrorszenarien von einem Stromausfall an die Wand gemalt, die das Ziel haben, die Atomkraftgegner als Lügner abzustempeln. Dass diese Debatte der noch immer stark agierenden Atomlobby zu verdanken ist, wird dabei ständig verkannt, denn letztlich sind die Energiekonzerne schuld an einem eventuellen Blackout, weil sie es absichtlich versäumen, ihre Netze und Stromtrassen von Nord nach Süd endlich auszubauen.

Thomas Jungermann, Reinickendorf

Das Land steht vor dem Energiekollaps, aber das scheint keinen zu interessieren. Die Politik hält die Lage für stabil, die Netzbetreiber berichten aber über Engpässe, bei klirrender Kälte mussten in Süddeutschland Mieter ihre Heizungen drosseln. Offensichtlich reicht die Reservekapazität nicht aus. Diese muss etwa bei 20 bis 30 Prozent liegen, um die Schwankungen aus der Erzeugung erneuerbarer Energien ausgleichen zu können.

Christian Lukner, per E-Mail

Es herrscht ein starker Überschuss an Strom, der aus Profitzwecken (für etwa 7 Cent pro Kilowattstunde mehr als in Deutschland) massiv nach Frankreich exportiert wird. Wenn dann seitens der Stromerzeuger nachträglich festgestellt wird, dass sie sich verkalkuliert haben und sie doch wieder Strom teuer importieren müssen, dann ist das eine kaufmännische Fehlleistung der betreffenden Stromerzeuger.

Lutz Wittenberg, per E-Mail

Für Rang, Umfang und Vielseitigkeit des literarischen Oeuvres bewundert

Zum Artikel: "In Stiefmuttersprache" vom 12. Februar

Arbeit mithilfe von Texten anderer Autoren ist im Schriftstellergewerbe üblich und - wenn die Quelle genannt wird - auch durchaus erlaubt. Die Methode bringt aber das Risiko mit sich, die eigene Meinungsbildung zu behindern. Helmut Karasek las Hans Joachim Schädlichs jüngst erschienene Novelle: "Sire, ich eile. Voltaire bei Friedrich II." und wurde von dem Text so sehr begeistert, dass er ihm mit der Kolumne dicht auf den Fersen folgte. Tendenzen, Zitate, Meinungen und Überzeugungen des Vorgängers wurden weitgehend ungeprüft übernommen. Im Zentrum der Betrachtung stehen die seit eh und je bekannten, hier als "royale Legasthenie" klassifizierten Probleme, die Friedrich im Umgang mit deutscher Orthografie und Sprache hatte. Das Zitat eines handschriftlichen, im Ton berührenden Schreibens des Königs an den aus einfachen Verhältnissen stammenden Freund und Vertrauten Michael Gabriel Fredersdorf wird auf rein Äußerliches reduziert, der sehr persönliche Brief gilt aufgrund mangelhafter Rechtschreibung als hinlänglich aussagekräftiger Beweis für das Urteil von "einmalig elender Deutschkenntnis" auf "einem deutschen Thron". In Zeiten wachen Bewusstseins für die Bedeutung frühkindlicher Sprachschulung wirkt das Verdikt für den von einer französischen Gouvernante erzogenen, mit Mutter, Schwester, Gattin, Gelehrten und Geistesgrößen der Zeit französisch parlierenden und korrespondierenden Preußenkönig aber doch ziemlich unfair. Und es ist schon seltsam, hier um Nachsicht für die marginale Rechtschreibschwäche eines Mannes zu bitten, der von Mit- und Nachwelt als Großer anerkannt und für Rang, Umfang und Vielseitigkeit seines literarischen Oeuvres sehr bewundert wird.

Renate Franke, per E-Mail

Korrektur

Zum Artikel: "Berlin wird gläserne Stadt" vom 17. Februar

Im Artikel über das Datenportal "Berlin Open Data" haben wir versehentlich eine falsche Internetadresse angegeben. Die richtige Adresse lautet: daten.berlin.de

Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung.